Chronik eines Mordfalls Die Vorgeschichte

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1993: Daniel E. kommt in Ludwigsburg zur Welt. Er wächst in Benningen auf, überwirft sich früh mit seinen Eltern. Er macht die Mittlere Reife und gibt an, auch die Fachhochschulreife zu haben. Nach seinem Auszug von Zuhause schmeißt er das Wirtschaftsgymnasium und eine Ausbildung, er wohnt mit wechselnden Partnerinnen in Remseck, Burgstetten und Gerlingen.

Juni 1995: Katharina K. wird geboren. Sie wächst als mittleres von sieben Kindern auf. Familienmitglieder beschreiben sie vor Gericht als humorvolle junge Frau, die Fremden gegenüber schüchtern ist. „Sie ist das einzige meiner Kinder, bei dem in der Jugend alles glatt gelaufen ist“, meint K.s Vater im Prozess. Obwohl sie jung schwanger wird, schafft sie ihren Schulabschluss und eine Ausbildung.

2011: Katharina K.s älterer Sohn kommt zur Welt. Die Beziehung zum Vater des Kindes geht bald darauf in die Brüche.

2013: Daniel E. führt eine Beziehung mit einer jungen Frau, die später als Zeugin vor Gericht aussagen wird. Sie berichtet, anfangs sei E. liebevoll und hilfsbereit gewesen, später kontrollsüchtig, manipulativ und gewalttätig. Er habe sie gewürgt, bis ihr schwarz vor Augen wurde.

2014: Auf der Arbeit in Ludwigsburg lernen sich Katharina K. und Daniel E. kennen. Anfangs verstehen sich der neue Partner und die Familie von K. gut, denn E. finanziert seiner Freundin und ihrer Familie Urlaube und Geschenke. Doch wenn er nach seiner Einkommensquelle gefragt wird, reagiert E. aufbrausend. Er wird zunehmend unbeliebter in der Familie K.

Wie später in einem Strafprozess herauskommt, begeht E. Betrügereien. So soll er unter anderem eine Schufa-Auskunft gefälscht haben, um trotz hoher Schulden an eine Autofinanzierung zu kommen, und zu Unrecht Kindergeld für Katharina K.s Geschwister kassiert haben.

Der Angeklagte soll das gemeinsame Sorgerecht durch Betrug bekommen haben

2016: Katharina K. und Daniel E. ziehen gemeinsam in eine Wohnung in Backnang-Strümpfelbach. Um den Jahreswechsel herum bekommen die beiden ein gemeinsames Kind. Doch die Beziehung ist instabil: K.s Vater und eine Schwester sagen, E. habe seine Freundin immer wieder geschlagen und bedroht. Auch den älteren Sohn von K., der aus einer früheren Beziehung stammt, soll er geschlagen und als Strafe unter die kalte Dusche gestellt haben. Immer wieder habe K. versucht, E. zu verlassen – aber er habe sie immer wieder um den Finger wickeln können. Im selben Jahr gibt es ein Gerichtsurteil gegen Daniel E. . Weswegen, ist noch nicht bekannt.

Juni 2017: Die Beziehung zwischen Katharina K. und ihrem 24 Jahre alten Partner geht endgültig in die Brüche. Familienmitglieder behaupten, der Auslöser sei gewesen, dass Daniel E. die junge Frau im Mai gewürgt habe. Er soll auch gedroht haben, sie umzubringen. Sie zieht zu ihrem Vater nach Steinheim. Weil sie sich nicht ummeldet, geht offizielle Post weiter an die gemeinsame Adresse in Strümpfelbach.

Daniel E. soll nun ohne ihr Wissen ein Sorgerechtsverfahren eingefädelt haben. Da er Post unterschlagen, E-Mails gefälscht und den Behörden eine alte Telefonnummer untergejubelt haben soll, gelingt es ihm, das Gericht und das Jugendamt zu täuschen. Da diese davon ausgehen, K. sei damit einverstanden, und diese zu den Gerichtsterminen (von denen sie nichts weiß) nicht erscheint, billigen sie Daniel E. ein gemeinsames Sorgerecht zu.

K. erfährt später durch einen Zufall von dem mutmaßlichen Schwindel – sie geht dagegen vor. Eine Gerichtsverhandlung, bei der sie den mutmaßlichen Betrug auffliegen lassen will, wird für den 10. November angesetzt.

September 2017: Daniel E. wird vom Amtsgericht Waiblingen zu einer Haftstrafe wegen Betrugs verurteilt. Seine Exfreundin Katharina K. ist mitangeklagt – sie bekommt eine Bewährungsstrafe. Etwa zu dieser Zeit zieht sie wieder in die alte gemeinsame Wohnung in Backnang-Strümpfelbach.

Daniel E. wohnt zu dieser Zeit in einem Büro, das er in Leutenbach-Weiler zum Stein gemietet hat. Hin und wieder übernachtet er auch bei seiner besten Freundin in Großbottwar (Kreis Ludwigsburg). Weil sie Angst vor ihrem Ex-Partner hat, lässt Katharina K. die Schlösser auswechseln.