1:3 gegen Osnabrück Die Kickers stellen sich selbst ein Bein

Malte Schlaack, 10.02.2013 18:11 Uhr

Osnabrück - Der Höhenflug ist nur von kurzer Dauer gewesen. Nach zwei Siegen und einem Unentschieden hat der Fußball-Drittligist Stuttgarter Kickers zum ersten Mal im Jahr 2013 verloren. Beim Spitzenteam des VfL Osnabrück unterlag die Mannschaft von Gerd Dais am Sonntag mit 1:3 (1:2). Es war ein verdienter Sieg des VfL, der aber von den Kickers begünstigt wurde.

Ihre Probleme sprachen Dais und sein Mittelfeldspieler Tobias Rühle nach dem Spiel an: „Die Tore waren absolut vermeidbar. Wenn wir nicht so viele Fehler machen, hätten wir auch was mitnehmen können“, sagte der Trainer – und Rühle ergänzte: „Die ersten beiden Tore gingen gar nicht.“

Rühle war einer der besten Spieler in Reihen der Kickers, doch vor allem der Start in das Spiel ärgerte ihn. Die Gastgeber, die zuvor 2013 beide Spiele verloren hatten, spielten von Beginn an ein Pressing, mit dem die Kickers nicht richtig zurechtkamen. Beinahe logische Konsequenz war das 1:0 nach zehn Minuten. Gaetano Manno hebelte mit einem Pass von der linken Seite die Stuttgarter Abwehr aus und Timo Staffeldt ließ dem Kickers-Keeper Günay Güvenc mit einem Heber keine Chance.

In der Offensive fehlt die Durchschlagskraft

Doch anstatt den Osnabrückern, gab das Tor den Kickers etwas Auftrieb. Nach Chancen von Rühle (17.) und Patrick Auracher (19.) musste eine Standardsituation für den Ausgleich herhalten. Mahir Savranlioglu brachte die Flanke auf den bemerkenswert frei stehenden Simon Köpf am zweiten Pfosten. Anstatt zu schießen bediente der Innenverteidiger seinen Kollegen Julian Leist, der mit einem platzierten Kopfball ins lange Eck traf (24.).

Doch ein weiterer Fehler in der Defensive brachte die Kickers schnell um den Lohn. Manno drängte zehn Minuten nach dem 1:1 über die linke Seite in den Strafraum – und ließ sich nicht aufhalten. Nach seinem Solo legte er den Ball zurück auf Daniel Nagy, der unbedrängt und mit Hilfe des Innenpfostens die erneute Führung erzielte.

„Klar haben wir uns nicht aufgegeben, aber es ging eben auch gegen eine Mannschaft, die in die zweite Liga will“, sagte Rühle. Die Kickers bemühten sich nach dem Rückstand zur Pause auch in der zweiten Hälfte weiter um den Ausgleich und griffen die Osnabrücker früh an. Doch in der Offensive fehlte einfach die Durchschlagskraft, insbesondere weil Marco Grüttner anders als in der Vorwoche gegen den VfB II keinen guten Tag erwischte.

Die Leistung in Osnabrück macht Hoffnung auf mehr

Der entscheidende Treffer zum 1:3 aus Sicht der Kickers fiel in der 63. Minute und diente quasi als Anschauungsunterricht für Effizienz. Über drei Stationen kamen die Gastgeber per Konter zum Abschluss, den Simon Zoller mit einem Heber über Güvenc zur Entscheidung nutzte. „Wir haben den Ball phasenweise ganz gut laufen gelassen und Osnabrück hat nach zwei Niederlagen auch nicht die Sicherheit ausgestrahlt, die man von einer Spitzenmannschaft erwartet. Das haben wir aber nicht genutzt, und so geht die Niederlage in Ordnung“, analysierte der Kickers-Coach Gerd Dais.

Sein Gegenüber hatte da schon mehr Grund zum Strahlen. „Wenn wir den Sieg richtig einordnen, können wir in nächster Zeit noch viel Spaß an den Wochenenden haben“, sagte Osnabrücks Trainer Claus-Dieter Wollitz nach dem ersten Sieg des Jahres. Für die Kickers galt derweil: Die Miniserie ist zwar gerissen, der Club ist jetzt Zwölfter – doch die Leistung von Osnabrück macht Hoffnung auf mehr.