Acocella-Studie Mehr Geld in die Stadtteilzentren investieren

Von Torsten Ströbele 

In den Haushaltsberatungen haben die Stadträte deutlich gemacht, dass sie die Einkaufszentren in den äußeren Stadtbezirken im Blick haben. Eine Mehrheit im Gemeinderat fordert, für sechs Bezirke je 600 000 Euro zur Verfügung zu stellen.

Rund um den Weilimdorfer Löwen-Markt soll sich in den nächsten Jahren einiges ändern. Das Büro Dr. Donato Acocella hat Vorschläge gemacht. Foto: Archiv Leonie Schüler
Rund um den Weilimdorfer Löwen-Markt soll sich in den nächsten Jahren einiges ändern. Das Büro Dr. Donato Acocella hat Vorschläge gemacht. Foto: Archiv Leonie Schüler

Stuttgarter Norden - In den aktuellen Haushaltsberatungen haben die Stadträte keinen Zweifel daran gelassen, dass sie die Außenstadtbezirke definitiv auf dem Schirm haben. Viele Maßnahmen und Projekte, die sich die Bezirksbeiräte für die Jahre 2018 und 2019 gewünscht haben, werden wohl auch vom Gemeinderat finanziert werden (wir berichteten). Und ein weiteres Anliegen der Bezirksbeiräte ist bei den Stadträten auf Wohlwollen gestoßen: Es zeichnet sich ab, dass es für die Umsetzung der Konzeption „Stadtteilzentren konkret – Handlungskonzepte für lebendige Stadtteilzentren“ wesentlich mehr Geld geben wird, als die Stadtverwaltung vorgeschlagen hat.

Einkaufsmeilen sollen attraktiver gestaltet werden

Insgesamt – so die Verwaltung – sollte der Gemeinderat nur 150 000 Euro in den Doppelhaushalt einstellen, um in sechs Stadtbezirken erste kleinere Maßnahmen umsetzen zu können – darunter auch Feuerbach, Zuffenhausen und Weilimdorf. Konzeptstudien für die Parkgarage im Burgenlandzentrum in Feuerbach, für das sogenannte Z-Carré an der Burgunder Straße in Zuffenhausen und für den Löwen-Markt in Weilimdorf sollten in den kommenden beiden Jahren erstellt werden. Umfangreichere Maßnahmen, wie sie die extra von der Stadt in Auftrag gegebene Studie des Büros Dr. Donato Acocella vorsieht, um die Einkaufsmeilen attraktiver zu gestalten, sind 2018/2019 vonseiten der Verwaltung noch nicht vorgesehen gewesen.

In Feuerbach schlägt Acocella beispielsweise vor, die Plätze an der Kreuzung der Stuttgarter Straße auf Höhe der Grazer und der Klagenfurter Straße sowie den Platz im oberen Bereich der Einkaufsmeile umzugestalten. Dabei seien auch verkehrsberuhigte Abschnitte kein Tabuthema mehr.

In Weilimdorf steht der Bereich rund um den Löwen-Markt im Vordergrund

In Weilimdorf steht für die Stadtverwaltung die Fläche rund um den Löwen-Markt im Vordergrund. Dort soll das Einkaufszentrum samt Tiefgarage „revitalisiert werden“. Auch eine größere Aufenthaltsqualität auf Plätzen rund um das Ortszentrum ist Thema. Das Büro Dr. Donato Acocella schlägt vor, sich der Köstlin­straße anzunehmen: „Die Plätze am Löwen-Markt sollen dann auch verbunden und an die Pforzheimer Straße angebunden werden.“ Zum Maßnahmen-Paket zählt auch die Umgestaltung der Glemsgau­straße.

In Zuffenhausen soll bald der östliche Teil der Unterländer Straße – zwischen Kirchtal- und Ludwigsburger Straße – in Angriff genommen werden. Acocella rät unter anderem, Parkplätze zu entfernen und den Gehweg zu verbreitern. Zudem soll priorisierend das Bahnhofsumfeld an Attraktivität gewinnen.

Stadträte fordern mehr Finanzmittel

„Es gibt viel zu tun. Deshalb ist es ein Treppenwitz, in den nächsten zwei Jahren nur 150 000 Euro zur Verfügung stellen zu wollen“, betont der Vorsitzende der CDU-Gemeinderatsfraktion Alexander Kotz. „Wir müssen endlich weg davon, Untersuchungen, Planungen und Bürgerbeteiligungen durchzuführen und dann die Ergebnisse nur tröpfchenweise oder gar nicht umzusetzen.“ Die CDU hat deshalb beantragt, „Finanzmittel in Höhe von 3,6 Millionen Euro im Doppelhaushalt einzustellen“ – für einen Investitionsfonds mit jeweils 600 000 Euro für die sechs untersuchten Stadtbezirke. Unter anderem haben auch die Grünen so einen Antrag formuliert. Und die Freien Wähler, die als erste die 600 000 Euro pro Stadtbezirk gefordert haben. „Es braucht nicht nur mehr Geld, sondern es muss auch möglichst schnell und flexibel eingesetzt werden können“, heißt es im Antrag. Wenn es nach den Freien Wählern geht, dürften die Bezirksbeiräte „über den Einsatz der finanziellen Mittel entscheiden“. Davon ist die CDU aber noch nicht überzeugt. „Wo die Entscheidungsbefugnis liegt, werden wir noch diskutieren“, sagt Kotz.

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