Asteroid kommt der Erde nahe Heute wird es noch mal gutgehen

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Am Freitagabend kommt der Asteroid 2012 DA14 der Erde ziemlich nahe – zumindest in galaktischen Dimensionen. Ein Einschlag ist nicht zu erwarten. Aber was tun, wenn tatsächlich einmal die Kollision drohen sollte?

Asteroiden kreisen wie die Erde um die Sonne, aber ohne Schweif wie Kometen. Treffen sie auf die Erde, heißen sie Meteoriten. Foto: Nasa
Asteroiden kreisen wie die Erde um die Sonne, aber ohne Schweif wie Kometen. Treffen sie auf die Erde, heißen sie Meteoriten.Foto: Nasa

Stuttgart - Er umkreist die Sonne einmal in 366,24 Tagen. Er braucht also fast genau einen Tag länger als die Erde. Seine Umlaufbahn ist nicht so stark exzentrisch wie diejenige mancher Kometen. Aber sie ist weniger kreisförmig als die der Erde. Es ist ein Paarlauf mit der Erde auf Bahnen, die leicht zueinander geneigt sind, sich aber überkreuzen. „Es sind genau diese Überkreuzungssituationen, zu denen die beiden einander am nächsten kommen und zu denen sie vielleicht in der fernen Zukunft zusammenstoßen können“, schreiben die Astronomen des Observatorio Astronómico de La Sagra in Spanien, die den Asteroiden mit dem Namen 2012 DA14 in der Nacht des 22. Februar 2012 entdeckt haben.

Inzwischen versichern Experten der Raumfahrtorganisationen in Europa und den USA, dass keine Gefahr bestehe. „Seine Umlaufbahn kann ziemlich genau berechnet werden“, zitiert die Esa Detlef Koschny, ihren Experten für erdnahe Objekte (Near Earth Objects, kurz: Neos). „Diese Berechnungen zeigen, dass eine Kollision mit der Erde mit großer Sicherheit mindestens für dieses Jahrhundert ausgeschlossen werden kann.“ Und auch bei der Nasa heißt es: „Keine Chance für einen Kollisionskurs.“

Um 20.25 Uhr kommt uns der Asteroid am nächsten

Der Asteroid 2012 DA14 wird nach Angaben der Nasa die Erde heute um 20.25 Uhr in einer Entfernung von weniger als 28 000 Kilometern passieren. Wir werden demnach noch einmal Glück haben. Doch das muss nicht immer so bleiben, und das war auch nicht immer so. Im Jahre 1908 hat ein bis heute nicht endgültig aufgeklärtes Ereignis in Sibirien, im Gebiet der Steinigen Tunguska, auf einer Fläche von 2000 Quadratkilometern rund 60 Millionen Bäume wie Streichhölzer abgeknickt. Das „Tunguska-Ereignis“ wird auf einen Asteroiden oder Kometen etwa von der Größe unseres heutigen Besuchers zurückgeführt. Die Esa schätzt den Durchmesser von 2012 DA14 auf 50 bis 80 Meter, seine Masse auf 130 000 Tonnen und seine Geschwindigkeit auf 7,8 Kilometer pro Sekunde, das sind etwa 28 000 Kilometer in der Stunde.

Solche Geschosse können, wenn sie nicht in nahezu unbewohnten Gebieten Sibiriens niedergehen, beträchtlichen Schaden anrichten. Und es gibt eine Menge davon. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) schätzt die Zahl der Asteroiden im Sonnensystem mit einem Durchmesser von 30 Metern und mehr auf bis zu eine Million. Davon hat die Esa mit Stand vom 7. Februar 9601 auf der Liste der Neos; 362 davon sind als riskant für die Erde eingestuft. Christian Gritzner vom DLR schreibt in einem Artikel auf www.dlr.de: „30-Meter-Neos treffen die Erde etwa alle 1000 Jahre, Ein-Kilometer-Neos etwa alle 300 000 Jahre.“ Ein Einschlag eines solchen Kilometerbrockens hat dann mehr als nur regionale Folgen. Der Asteroid, der vor 66 Millionen Jahren im Golf von Mexiko niedergegangen ist und das Aussterben der Dinosaurier ausgelöst haben soll, war vermutlich zehn Kilometer groß.

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4 KommentareKommentar schreiben

der Asteroid 2000 EM26 wäre das!: heute soll laut NASA der Asteroid 2000 EM26 vorbeiziehen, der 2012 DA14 war vor einem Jahr dran...die sind 2 verschiedene Asteroiden; hier, auf dem folgenden Link kann man von NASA heute ab 18.00 GMT (~+1h Winterzeit bei uns) die Bilder live verfolgen: http://www.space.com/19195-night-sky-planets-asteroids-webcasts.html

@Ihr Name, 10:42 Uhr: Peinlich, wenn man deutsche Sätze nicht richtig versteht und die Mehrdeutigkeiten nicht erkennen und passend auflösen kann oder will... Nur - warum muss man deswegen die Esa schlecht machen? --- Zur Erklärung: Wenn man in dem Satz 'Davon hat die Esa [mit Stand vom 7. Februar 9601] auf der Liste der Neos;' das Wort '9601' zur Zeitangabe (7. Februar) gruppiert, wie es mit den Klammern markiert ist, ergibt dies zwar wieder eine Zeitangabe, allerdings fehlt dann dem Satz das Objekt. '9601' muss folglich das Objekt des Satzes 'Davon hat die Esa [mit Stand vom 7. Februar] 9601 auf der Liste der Neos;' sein, davor steht die Zeitangabe, für die der Satz gültig sein soll. Leider lässt sich die Gruppierung hier mit reinem Text nicht anschaulich grafisch darstellen. - Der Artikelschreiber hätte zwar noch die aktuelle Jahreszahl anhängen können, weil wir es gewohnt sind, Zahlen nach Tag- und Monatsangabe als Jahreszahl zu interpretieren, insbesondere wenn sie zwei- oder vierstellig sind, aber grammatikalisch und inhaltlich ist obiger Satz korrekt. Wenn die Jahresangabe zu einem Tag oder Monat fehlt, wird im allgemeinen Sprachgebrauch das aktuelle Jahr (in dem der Text geschrieben oder der Satz gesagt wurde) für den fehlenden Wert angenommen, sofern aus dem Kontext nichts anderes hervorgeht.

Asteroiden: Nein danke!: Bitte jetzt unbedingt die Partei wählen, die in ihrem Programm einen Asteroiden-Einschlag für D kategorisch ablehnt. Schließlich wählen Hunderttausende eine Partei, die die Auswirkungen eines Tsunamis auf das Ländle berücksichtigt

Betreff: ...davon hat die Esa mit Stand vom 7. Februar 9601 auf der Liste der Neos.. Eine Liste aus der Zukunft. wow.. :-)

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