Ausstellung in Stuttgart-Zuffenhausen Gemeinsamkeit trotz stetem Wechsel

Von Susanne Müller-Baji 

Der Kunstkreis Zuffenhausen präsentiert in der Zehntscheuer die German & American Art Show.

Die Liebe zur Kunst verbindet Deutsche und Amerikaner. Foto: Susanne Müller-Baji
Die Liebe zur Kunst verbindet Deutsche und Amerikaner. Foto: Susanne Müller-Baji

Zuffenhausen - Inszenierte Fotos, mit leichter Hand gemalte Landschaften, Blumenstillleben: Ab diesem Freitag wird es voll, bunt und international in der Zehntscheuer: Dann eröffnet beim Kunstkreis Zuffenhausen die German & American Art Show. Die ist zwar nur drei Tage lang zu sehen, aber ein gutes Zeichen, dass die Völkerverständigung nach wie vor gut funktioniert.

Jim Martin hat quasi Tier-Ikonen geschaffen: Von einem tiefen Standpunkt aus hat er fotografiert – Truthahn, Hirsch, Schwein und andere – und sie dann mit einem überhöhten Superhimmel versehen. Wie Märtyrer wirken sie nun, die sich der Lebensmittelindustrie opfern. Ob er wohl Vegetarier ist? „Nee! Wir essen alles“, sagt lachend der Herr, der gerade die Bilder für die German & American Art Show aufhängt – doch von ihm stammen die Fotos gar nicht: „Die Spinne und die Fliege da drüben sind meine!“, weist Cabell Fearn auf Macro-Aufnahmen von Insekten, für die wegen der geringen Tiefenschärfe zahlreiche Aufnahmen digital übereinander geschichtet wurden.

Die Hälfte der Künstler sind Amerikaner

Wer bis Sonntag in der Zuffenhäuser Zehntscheuer vorbeischaut, kann mit den Fotografen über die Trends fachsimpeln oder mit den Malern über die besten Farben oder Pinsel. Wahrscheinlicher ist aber, dass man über die Herkunft der beteiligten Künstler spricht: Ungefähr die Hälfte von ihnen sind Amerikaner, sagt Erika Alber, die die Gruppe 2001 begründet hat. „Damals war Regionaltag und das Kulturamt Kornwestheim kam auf mich wegen einer Ausstellung zu, bei der auch Amerikaner teilnehmen sollten.“ Da sie zuvor Angehörigen der Streitkräfte Deutsch unterrichtet hatte, war es ihr ein Leichtes, die richtigen Leute anzusprechen.

Die Ausstellung war ein Erfolg und da man sich schon mal kannte, machte man einfach weiter. Inzwischen stellt die Gruppe nicht nur mindestens einmal jährlich zusammen aus: „Wir machen auch Ausflüge, und essen tun wir auch alle gerne“, erzählt Cabell Fearn. „Bei den Amerikanern ist es aber so, dass sie oft nach zwei bis drei Jahren wieder zurückgehen. Aber dann kommen wieder andere“, erklärt Erika Alber und ist überzeugt, dass die Konstanz im Wechsel ein Zeichen dafür ist, wie sehr die Gemeinsamkeit allen Beteiligten am Herzen liegt.

Bunter Reigen künstlerischer Ansätze

Die Ausstellung selbst ist nun ein bunter Reigen künstlerischer Ansätze: Manfred Dreyer zeigt von der Natur inspirierte Skulpturen, Christel Ziegler hat das Motiv ihres Stillebens auf einem Flohmarkt gefunden, Brian Cann zeigt eine fotografierte Hommage an den mysteriösen Street Art Künstler Banksy. Und bei Ron Joslin, gibt es ein deutsch-amerikanisches Motiv: Drei Volksfest-Besucher mit Krachlederner und Dirndl und Sonnenbrillen werden mit einem Augenzwinkern zu den „Blues Brothers“.

An diesem Freitagabend gibt es dazu Grußworte unter anderem von Jürgen Krüger für den den Kunstkreis, vom Bezirksvorsteher und „District Mayor Zuffenhausen“ Gerhard Hanus und – auf amerikanischer Seite – von Brigadier General John P. Healy. Und natürlich wird gemeinsam gegessen, das Konzept hat sich schließlich jahrelang und transatlantisch bewährt.

Info Die German & American Art Show eröffnet an diesem Freitag, 20. Oktober, um 19 Uhr in der Zuffenhäuser Zehntscheuer, Zehnthof 1. Sie ist danach noch am Samstag und am Sonntag von jeweils 11 bis 17 Uhr zu sehen.

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