Autozulieferer ZF gründet Joint Venture mit Elektroauto-Start-up

Von Imelda Flaig 

ZF Friedrichshafen will den Stadtverkehr der Zukunft revolutionieren und arbeitet dabei mit dem Elektroauto-Start-up e.GO Mobile AG zusammen.

Besiegeln die Partnerschaft: Torsten Gollewksi, Geschäftsführer der ZF-Tochter Zukunft Ventures (links), und  Günther Schuh, Gründer und Chef der e.GO Mobile AG. Rechts im Bild ein Prototyp des autonomen People und Cargo Movers – also ein E-Transport-Fahrzeug. Foto: ZF
Besiegeln die Partnerschaft: Torsten Gollewksi, Geschäftsführer der ZF-Tochter Zukunft Ventures (links), und Günther Schuh, Gründer und Chef der e.GO Mobile AG. Rechts im Bild ein Prototyp des autonomen People und Cargo Movers – also ein E-Transport-Fahrzeug. Foto: ZF

Friedrichshafen - Der Technologiekonzern ZF hat über seine Tochter Zukunft Ventures mit der e.GO Mobile AG, einem Start-up zur Entwicklung und Herstellung von Elektrofahrzeugen, die Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens vereinbart. Ziele des Joint Ventures e.GO Moove sind Entwicklung, Produktion und Vertrieb eines autonomen People und Cargo Movers, also ein Elektro-Transport-Fahrzeug für Menschen und Lasten. Ein erster Prototyp wurde jetzt auf dem Campus der RWTH Aachen vorgestellt. ZF will mit der Kooperation die Durchsetzung der autonomen Elektromobilität in den Ballungsräumen vorantreiben und neue technologische Impulse setzen.

ZF sieht weltweit große Zukunftspotenziale für elektrische und autonome Fahrzeuge sowohl für die Beförderung von Personen als auch für Lastentransporte und rechnet vor allem im innerstädtischen Logistikbereich bis 2030 mit enormen Zuwächsen. Das Joint Venture werde diesen Markt bereichern, sagt ZF-Vorstandsvorsitzender Stefan Sommer.

Hochflexible E-Shuttle-Fahrzeuge

„Autonome, vernetzte und damit hochflexible E-Shuttle-Fahrzeuge werden in den urbanen Ballungszentren der Zukunft eine bedeutsame Rolle als gleichermaßen sichere, komfortabel, effiziente wie umweltschonende Verkehrsträger spielen“, sagt Sommer und sieht darin einen weitereren wichtigen Schritt auf dem Weg zur Vision Zero. Das ist die Vision, Straßen und Verkehrsmittel so sicher zu machen, dass es keine Verkehrtoten und Schwerverletzten mehr gibt. „Mit dem starken Partner ZF können wir nun schon kurzfristig Städten und den Treibern neuer Mobilität zulassungstaugliche Testflotten anbieten, da unsere Start-up-Dynamik mit der Industriealisierungskompetenz und dem Marktzugang von ZF zusammenkommt“, sagt Günther Schuh, Gründer und Chef der e.GO Mobile AG.

Das Joint Venture wird seinen Sitz in Aachen haben, wo bereits Ingenieure, Fertigungs- und Vertriebsexperten ihre Arbeit aufgenommen haben, um einen zügigen Markteintritt zu ermöglichen, wie es in einer Mitteilung von ZF heißt. Die beiden Partner ergänzen sich gut. ZF liefert die elektrische Antriebslösung, Fahrwerks- und Systemkomponenten zum autonomen Fahren. Die e.GO Mobile AG hat auf dem Campus der RWTH Aachen eine weitgehend vernetzte Industrie 4.0-Infrastruktur installiert, mit er sie effizient Fahrzeuge aufbauen und serientauglich entwickeln kann. Auch die ZF Cloud wird bei Datenaustausch und Vernetzung eine wichtige Rolle spielen. Es gehe auch um die kostengünstige Industrialisierung, sagt Schuh über das Projekt.

Günther Schuh hat auch den Streetscooter mit initiiert

Schuh ist kein Unbekannter auf dem Gebiet der E-Fahrzeuge. Im Frühjahr 2015 gründete er das Unternehmen e.GO Mobile AG, nachdem er bereits 2009 die Streetscooter GmbH mit initiierte. Die Streetscooter werden von der Deutschen Post als E-Transporter eingesetzt. Von diesen Erfahrungen profitieren Schuhs bislang 85 Mitarbeiter, die daran arbeiten, Elektrofahrzuge für den Kurzstreckenverkehr kostengünstig und kundenorientiert herzustellen, wie es bei e.GO Mobile heißt. Im Frühjahr 2018 startet zudem die Serienproduktion des e.GO Life, eines neuen Kleinfahrzeugs.