Bauarbeiten in Stuttgart Die Neue Weinsteige erhält einen Radweg

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Die Stadt Stuttgart will ihre Panoramastraße Neue Weinsteige mit dem Blick über den Kessel aufwerten: Ein geplanter Radweg ist erst der Anfang – die Stadt plant noch einige Verbesserungen.

Wo jetzt noch Autos parken, sollen künftig Radler fahren. Foto: Lichtgut/Achim Zweygarth
Wo jetzt noch Autos parken, sollen künftig Radler fahren. Foto: Lichtgut/Achim Zweygarth

Stuttgart - Die Stadt will ihr Kleinod Neue Weinsteige mit dem Panoramablick über den Kessel aufwerten. Deshalb wird die Strecke hinauf nach Degerloch vom kommenden Mai an in einem ersten Bauabschnitt verändert. Die Planung, die bereits vom Ausschuss für Umwelt und Technik genehmigt wurde, stellten Joachim Andelfinger vom Tiefbauamt und Verkehrsplaner Rainer Wallisch im Bezirksbeirat Süd vor. Die Bauarbeiten werden notwendig, weil die Stützmauer zum Talkessel hin marode ist und ausgebessert werden muss.

Zugeparkter Gehweg

In diesem Zusammenhang wird im ersten, 200 Meter langen Bauabschnitt vom Ernst-Sieglin-Platz bis zur Altenbergstaffel auch ein Radweg bergaufwärts gebaut. Bisher ist Degerloch mit dem Rad auf einem unbefestigten, unbeleuchteten Weg durch den Wald zu erreichen. „Das ist eine Route, die man nicht so gerne benutzt“, beschrieb Wallisch die Situation. Auf dem Gehweg entlang der Neuen Weinsteige haben Radler derzeit keine Chance, denn der 2,50 Meter breite Streifen ist an vielen Stellen zugeparkt. „Die Autobesitzer parken aus Angst vor dem Verkehr auf dem Gehweg und nicht auf dem Parkstreifen“, so Andelfinger.

Abwärts durch den Wald oder auf der Straße

Dies soll sich nun grundlegend ändern, zu Lasten der bisherigen Parkplätze. Nach Beobachtung der Verwaltung werden in dem Abschnitt nur vier davon regelmäßig genutzt. Auf den anderen Flächen stehen häufig Fahrzeuge mit Werbebannern. Deshalb wird es nach dem Umbau nur noch vier Stellplätze geben. Eine Befragung der Anwohner hat es bislang nicht gegeben. Dies wurde von den CDU-Bezirksbeiräten kritisiert. Der Wegfall von Parkplätzen hat vor allem finanzielle Gründe. Dies hängt mit der Konstruktion der Stützmauer zusammen. Die Sanierung würde wesentlich teuer werden, wenn die jetzige Zahl der Stellplätze erhalten werden sollte, weil diese auf einer Auskragung über dem Tal gebaut werden müssen, erklärten die Vertreter der Stadt. Diese Auskragung ist jetzt baufällig und macht die Sanierung notwendig. „Wichtig ist es, dass wir den Radweg freigeben können“, betonte Wallisch. Abwärts allerdings wird es keine Lösung für die Radler geben: Sie müssen entweder auf der Straße fahren oder zum Weg im Wald ausweichen.

Wanderweg am Fuß der Stützmauer

An der Aussichtsplattform soll, wenn möglich, eine Busbucht geschaffen werden, damit Besucher den Blick auf die Stadt genießen können. Für Fußgänger und Wanderer sollte dies nach Wunsch von Bezirksvorsteher Raiko Grieb von einem Weg am Fuß der Stützmauer aus möglich sein.. Aus den Reihen des Bezirksbeirats wurde mehrfach der Wunsch geäußert, dass dieser Fußweg vom Süden aus über Treppen und Wege erreichbar gemacht werden soll. An der Altenbergstaffel können Fußgänger künftig an einer neuen Ampel die Straße überqueren und weiter bis zum Fernsehturm gehen.

Eine der schönsten Panoramastraßen

Andelfinger rechnet mit 18 Wochen Bauzeit. „Wir müssen dafür die verkehrsarmen Wochen in den Ferien nutzen“, kündigte er an. Deshalb wird vor den Pfingstferien begonnen, damit die Arbeiten bis Ende der Sommerferien beendet sind. Für die Autofahrer kommt es zwischendurch zu Behinderungen, denn zeitweise muss die zweite Spur aufwärts für die Baufahrzeuge genutzt werden. Dieser erste Bauabschnitt kostet 1,9 Millionen Euro. Die Planung stieß bei allen Fraktionen im Bezirksbeirat auf große Zustimmung und Wolf-Dieter Wieland (FDP) lobte die damit erzielte große Aufwertung einer der „schönsten Panoramastraßen Deutschlands.“

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