Baustart für S21-Tunnel Proteste begleiten den feierlichen Anstich

Von SIR/dpa 

In einem feierlichen Akt ist der erste Tunnel für das Bahnprojekt Stuttgart 21 angestochen worden. Neben zahlreichen Vertretern des Projekts und der Stadt hatten sich auch S21-Gegner in Stuttgart-Wangen versammelt. Der Protest verlief ohne Zwischenfälle. Der Stadtbahnverkehr in Wangen war allerdings zeitweise unterbrochen.

Der feierliche Anstich für den ersten S21-Tunnel in Stuttgart-Wangen ist am Mittwoch von friedlichen Protesten der Projektgegner begleitet worden. Klicken Sie sich durch die Bilder der Demonstration und des Festakts. Foto: Benjamin Beytekin 92 Bilder
Der feierliche Anstich für den ersten S21-Tunnel in Stuttgart-Wangen ist am Mittwoch von friedlichen Protesten der Projektgegner begleitet worden. Klicken Sie sich durch die Bilder der Demonstration und des Festakts.Foto: Benjamin Beytekin

In einem feierlichen Akt ist der erste Tunnel für das Bahnprojekt Stuttgart 21 angestochen worden. Neben zahlreichen Vertretern des Projekts und der Stadt hatten sich auch S21-Gegner in Stuttgart-Wangen versammelt. Der Protest verlief ohne Zwischenfälle. Der Stadtbahnverkehr in Wangen war zeitweise unterbrochen.

Stuttgart - Der erste Tunnel des umstrittenen Bahnprojekts Stuttgart 21 ist angestochen. „Dieses Projekt ist die größte Chance für die Stadt Stuttgart, die ich je gesehen habe“, sagte Projektsprecher Wolfgang Dietrich am Mittwoch.

Es sei eine große Ehre und ein bewegender Moment bei der ersten Tunneltaufe auf Stuttgarter Boden dabei zu sein, so  Projektsprecher Dietrich weiter. "Sie steht heute auch stellvertretend für die inzwischen 14 Baustellen von Stuttgart 21 in der Stadt. Spätestens jetzt sollten wir auch der Freude auf diese unglaubliche Chance für Stadt und Land Platz machen."

Laut dem Pressesprecher der Parkschützer, Matthias von Herrmann, hatten sich zwischen 150 und 200 Projektgegner beim Tunnelanstich versammelt und friedlich gegen das Bahnprojekt protestiert. Ein Sprecher der Polizei sprach von gut 300 Demonstranten. Laut dem Polizeisprecher habe es sich um zwei Gruppen gehandelt, eine Demonstration sei angemeldet gewesen, die zweite hätte sich "spontan" formiert.

Während des Festaktes sei es zu Verkehrsbehinderungen gekommen, so der Sprecher weiter. Auch die Stadtbahnlinien U4 und U9 konnten aus Sicherheitsgründen zwischen 10.30 Uhr und 11.30 Uhr nicht fahren, erklärte eine Sprecherin der SSB. Die Proteste hatten sich zu nah an den Gleisen abgespielt. Die Polizei war mit rund 200 Kräften im Einsatz.

Die Feierlichkeiten für die Arbeiten an der Tunnelzuführung nach Ober- und Untertürkheim fiel auf den für die Mineure und Tunnelbauer wichtigen Barbara-Feiertag. Nach einer ökumenischen Segnung nahm die Bezirksvorsteherin aus Wangen, Beate Dietrich, als Tunnelpatin den symbolischen Tunnelanschlag gemeinsam mit den Mineuren vor.

Der aus zwei Röhren bestehende, sechs Kilometer lange Tunnel soll künftig den neuen Hauptbahnhof an die Neckartalgleise in Stuttgart-Obertürkheim anschließen. Ein Ast soll die Unterführung zusätzlich mit dem Abstellbahnhof in Stuttgart-Untertürkheim verbinden. Die Kosten belaufen sich auf 350 Millionen Euro. In der Landeshauptstadt gibt es im Zusammenhang mit dem Milliardenprojekt 14 Baustellen.

30 Kommentare Kommentar schreiben

Konrad Keinert: Ach lieber Herr Keinert, weshalb sollte die Staatsanwaltschaft einer solch nichtigen Frage nachgehen? Umfragen sind Momentaufnahmen und sie müssen auch nicht stimmen – selbst diejenigen Meinungsinstitute, die ihre Wertungen beispielsweise vor der Bundestagswahl abgeben, haben nicht immer Recht. Wen interessiert das? Entscheidend ist eine Wahl: deren Ergebnisse müssen stimmen. __________________________ Dass die von Ihnen zitierte Umfrage mit falschen Zahlen operierte und nicht repräsentativ war, wurde bewiesen und lässt Rückschlüsse auf die Auftraggeber zu. Das genügt vollkommen.

St. Barbara: Randbemerkung: ich habe über 1 Jahr auf der Zeche Zollverein in Essen unter Tage gearbeitet und nie ist mir dabei so ein Brimborium mit der Hl. Barbare begegnet oder die Schutzheilige der Bergleute wurde auch nur irgendwie genannt. Ich glaube nicht, dass diese Zeremonien für die Bauarbeiter wichtig sind, sondern sie müssen vor allem als Propaganda für das unselige Stuttgart 21 herhalten. Mehr bei metropolis21.de mit täglichen Infos zu S21.

@Paul Peter: Anscheinend haben Sie über die angeblichen Umfrage-Fälschungen beweisbare Fakten und Kenntnisse, welche die Staatsanwaltschaft noch nicht kennt. Sie sollten solche Dinge mit den Beweisen beim Stöckach abliefern. Oder habe ich doch recht?

Konrad Keinert: Abgesehen davon, dass Sie sich auf eine zehn Monate alte Umfrage beziehen: Sie wissen doch genau, dass die von Ihnen zitierte Umfrage auf falschen Zahlen beruht und nicht repräsentativ ist, mit anderen Worten: sie ist gefälscht.

@ Frank Polen, 23:17 Uhr : Ihre Gegenrechnung ist insofern hinfällig, dass der Protest unnötig wie ein Kropf ist und bei den Einschränkungen wegen Baustellen tatsächlich ein neuer Bahnhof entsteht. Ein Gegenbeispiel: Sie bauen ein Haus und ich schmeiße jeden Tag das Fenster vom Gästklo ein. Im Vergleich zu den Gesamtkosten des Hauses ist der Schaden ziemlich gering. Dennoch ist er da und kostet unnötig Geld. Mit dem Protest ist es genau so. Wir wissen wirklich alle dass S21 teurer wird als geplant, wirklich. Und wir wissen auch alle, dass das Projekt nicht optimal angelaufen ist. Aber muss ich als Steuerzahler tolerieren, dass ein Paar "Experten" ständig die Aufmerksamkeit der Polizei erfordern und durch Blockade des Verkehrs etc. unglaublich viel Geld verschleudern für wirklich nichts und wieder nichts? Ich meine nein! Ob der Vergleich mit den Gesamtkosten groß oder klein ausfällt ist da völlig irrelevant, weil die "Dagegnerkosten" einfach absolut unnötig sind.

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