Böblingen: Neue Fußgängerzone eingeweiht Tausende feiern die neue Flaniermeile

Der OB Wolfgang Lützner ist zuversichtlich, dass der Stadtumbau mit der Eröffnung der Flaniermeile weiter geht. Es gebe potenzielle, private Investoren.

Wasserspiele am Elbenplatz: am Eingang zur Fußgängerzone sprudelt es aus 25 Düsen. Den Auftakt am Samstag hielt mancher  Festbesucher mit der Kamera  fest. Foto: factum/Granville 12 Bilder
Wasserspiele am Elbenplatz: am Eingang zur Fußgängerzone sprudelt es aus 25 Düsen. Den Auftakt am Samstag hielt mancher Festbesucher mit der Kamera fest. Foto: factum/Granville

Böblingen - Unter den Orchesterklängen des Werkes New Age, das der Niederländer Jan de Haan komponierte, drücken der Böblinger Oberbürgermeister Wolfgang Lützner und Gertrud Bühler, die Abteilungschefin Wirtschaft und Infrastruktur im Stuttgarter Regierungspräsidium, gemeinsam auf den roten Knopf: Um 11.26 Uhr schießt die Wasserfontäne am Elbenplatz zum ersten Mal in die Luft. Sie ist gleichsam das Sinnbild für die Aufbruchstimmung, die mit der feierlichen Eröffnung der Fußgängerzone in der Bahnhofstraße einhergeht. „Sie ist in der Stadt spürbar“, sagt der OB, „sie zieht Kreise.“ Zu Beginn des neuen Zeitalters mit Flaniermeile gelte es nun „einen Moment inne zu halten und zu feiern“, so Lützner am Samstag. Gleichwohl sei der Stadtumbau noch längst nicht beendet.

Vorhaben kostet 6,7 Millionen Euro

Tausende Bürger folgten der Aufforderung der Verwaltungsspitze und flanierten am vergangenen Wochenende über die neue Fußgängerzone. Mit ihnen feierten auch die Händler, Gastronomen und Banken entlang der 400 Meter langen, autofreien Zone mit zahlreichen Aktionen und kulinarischen Angeboten. „Ende gut – alles gut“, resümierte Peter Gerber vom Brillengeschäft Chilioptik, „wir haben nun eine der attraktivsten Fußgängerzonen weit und breit.“ Er habe die Bauzeit, in der wie bei ihm auch bei anderen Gewerbetreibendenden die Umsätze teilweise deutlich zurückgingen, dazu genutzt, sein Fachgeschäft aufzuhübschen.

Noch vor wenigen Jahren waren nicht alle Händler glücklich darüber, die Autos aus der Bahnhofstraße zu verbannen. Nach langen Diskussionen, die auch an Runden Tischen stattfanden, und nicht zuletzt auf Grund der vom Münchener Architekturbüro eingereichten Pläne, die bei einer Mehrheit im Gemeinderat auf Wohlwollen stieß, erfolgte dann im März vorigen Jahres doch der Baustart. 6,7 Millionen Euro lässt die Stadt sich die Fußgängerzone kosten, dazu kommen weitere rund drei Millionen Euro für die Sanierung der angrenzenden Bereiche der Wilhelm- und Olgastraße sowie des Uhlandhofes hinter dem im Oktober neu eröffneten Einkaufszentrums Mercaden. Lange debattiert wurde auch wegen des Belages der Flaniermeile. Schließlich wurden dann doch fair gehandelter, iberischer Granit gekauft. Billigere Hersteller aus Ländern mit Kinderarbeit und Lohndumping kamen nicht zum Zug.

Viel „Gebruddel“ wegen der Baustelle

„Wegen der Baustelle und den Umleitungen gab es viel Gebruddel“, räumte der Oberbürgermeister ein. Doch gebe es in der Unterstadt noch mehr zu tun. Seit dem Abriss des einstigen Krauß-Kaufhauses vor drei Jahren steht eine Neubaulösung aus. Noch ist nichts an die Öffentlichkeit gedrungen, wann das an der Bahnhofstraße gelegene Klettgebäude abgerissen und ein neues Wohn- und Geschäftshaus errichtet wird. Lützner sprach lediglich von privaten Investoren, die er an der Angel habe. „Sie glauben nun erst Recht an den Standort Böblingen“, versicherte der OB.