Buchhandel Osiander expandiert an vier Standorten

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Die Tübinger Buchhandelskette Osiander wird Ende 2014 mit drei Standorten in Stuttgart vertreten sein. Auch die Mitarbeiter profitieren vom Unternehmenserfolg.

Der Buchhandel hat 2012 sinkende Umsätze verzeichnet – Osiander trotzt dem Trend. Foto: dpa
Der Buchhandel hat 2012 sinkende Umsätze verzeichnet – Osiander trotzt dem Trend.Foto: dpa

Stuttgart - Für die rund 300 Osiander-Mitarbeiter in den fast 30 Buchhandlungen und der Zentrale der Tübinger Traditionsbuchhandlung kommt die gute Nachricht schon das zweite Jahr in Folge: Weil die Osianderschen Buchhandlungen auch 2012 wieder eine Umsatzrendite von mehr als drei Prozent erwirtschaftet haben, bekommt jeder Mitarbeiter eine Bonuszahlung von 1000 Euro. Auch im vergangenen Jahr haben die Beschäftigten diese Gratifikation erhalten, für die sie im Gegenzug Kürzungen beim Urlaubs- und Weihnachtsgeld akzeptieren würden, wenn Osiander Verluste einführe. Rote Zahlen habe es zwar vor ein paar Jahren einmal gegeben, berichtet der Osiander-Geschäftsführer Christian Riethmüller, auf Kürzungen habe die Geschäftsleitung aber damals verzichtet.

Noch im Jahr 2002 bestand Osiander aus acht Buchhandlungen in sechs Städten Baden-Württembergs. Derzeit sind es 29 Läden im Südwesten und Bayern. Gestern sagte Riethmüller der Stuttgarter Zeitung, dass weitere Standorte folgen werden: So haben die Tübinger einen Vertrag über 500 Quadratmeter Ladenfläche im geplanten ECE-Shoppingcenter an der Heilbronner Straße, Milaneo, unterzeichnet. Von Ende 2014 an sollen dort im obersten Stockwerk sechs bis acht Buchhändler arbeiten.

Dreifache Rückkehr in die Landeshauptstadt

Osiander hatte von 1998 bis 2003 die erste Etage des Tritschler-Hauses am Stuttgarter Marktplatz gemietet und sich dort schließlich zurückgezogen, weil die wirtschaftlichen Erwartungen nicht erfüllt worden waren. Heute führt Riethmüller dies vor allem auf die Lage des Ladens im ersten Stock ohne eigenen Eingang zurück. Erst im Spätherbst vergangenen Jahres hatte Osiander mitgeteilt, nach der fast zehnjährigen Abwesenheit 2014 in Stuttgart ein Geschäft im Einkaufszentrum Gerber an der Paulinenstraße eröffnen zu wollen. Zudem hat Osiander zum 1. Januar die Buchhandlung Lindemanns an der Nadler-/Hirschstraße mit sechs Mitarbeitern übernommen. Dort haben die Tübinger allerdings vorerst nur einen Mietvertrag bis Ende 2014. Ob dieser Vertrag verlängert wird, hängt nicht zuletzt auch von den Plänen des Hauseigentümers, der Stadt, ab, die das Haus eigentlich sanieren will. Auch ein Anschlussvertrag nach der Sanierung komme in Frage, sagte Riethmüller gestern.

Pläne hat Osiander überdies in Böblingen, Balingen und Frankfurt. In Böblingen soll die bereits seit 1974 bestehende Buchhandlung Ende 2014 aus dem City-Center in das auf dem früheren Busbahnhof geplante Einkaufszentrum Mercaden umziehen und damit seine Fläche verdreifachen. In Balingen wird Osiander von Ende 2013 an „in bester Einkaufslage“ vertreten sein. In Balingen habe man schon länger nach einem Standort gesucht, so Riethmüller, bisher gebe es in der Stadt am Fuße der Schwäbischen Alb noch keine „richtige Sortimentsbuchhandlung“.

Auch in Frankfurt zieht Osiander bei ECE ein

Mit der Buchhandlung in Frankfurt wird Osiander vom 29. August an außerdem erstmals in Hessen vertreten sein. Auch dort ziehen die Tübinger in ein Gebäude des Shoppingcenterbetreibers ECE, das Skyline Plaza. „ECE-Center funktionieren in fast allen Fällen in Großstädten sehr gut“, gab sich Riethmüller überzeugt. ECE gehört der Versandhandelsfamilie Otto und bezeichnet sich selbst als „europäischen Marktführer“ für innerstädtische Shopping-Center. Osiander konzentriert sich eigentlich auf kleinere Städte – die nun verkündeten Pläne in gleich zwei Großstädten will Riethmüller nicht als Abkehr von dieser Präferenz verstanden wissen. Das Zusammentreffen sei ein Zufall. In Frankfurt befinde sich die Buchhändlerschule und der Branchenverband Börsenverein. Insofern bestehe eine enge Bindung zur Mainmetropole – und an Stuttgart ohnehin.

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