Bürgerempfang in Stuttgart-Weilimdorf Ehrung für Urgesteine und ein Küken

Von Martin Braun 

Beim Bürgerempfang im Bezirksrathaus wurden sechs Ehrenamtliche für ihr Engagement von Bezirksvorsteherin Ulrike Zich ausgezeichnet und gewürdigt.

Jürgen Diercks, Edith Hartmann, Werner Bossert, Klaus Dettmer, Ilse Potschka und Ulrich Himmler (v.l.) wurden von  der Bezirksvorsteherin Ulrike Zich für ihr ehrenamtliches Engagement geehrt. Foto: Martin Braun 11 Bilder
Jürgen Diercks, Edith Hartmann, Werner Bossert, Klaus Dettmer, Ilse Potschka und Ulrich Himmler (v.l.) wurden von der Bezirksvorsteherin Ulrike Zich für ihr ehrenamtliches Engagement geehrt. Foto: Martin Braun

Weilimdorf - Sie wolle nun etwas tun, was eher untypisch für die Schwaben sei, sagte die Bezirksvorsteherin Ulrike Zich zum Auftakt des Weilimdorfer Bürgerempfangs am Freitagabend im Bezirksrathaus: sich bedanken. Der Abend sei ein guter Anlass, all jenen zu danken, die im Bezirk die Arbeit machten, die sonst nicht geleistet würde, sagte Zich in ihrer Rede: „Sie sind diejenigen, mit denen wir hier in Weilimdorf Staat machen, und die mit ihrem Engagement dazu beitragen, dass Weilimdorf ein so gesunder Bezirk ist.“

Stellvertretend für die Stadt Stuttgart und für das Land Baden-Württemberg wolle sie Weilimdorfer Bürger auszeichnen, die Besonderes leisten, sagte Zich weiter. Es sei eine wichtige und dabei unbezahlbare Arbeit, die die Ehrenamtlichen vollbrächten: „Manche machen das schon so lange, dass man fast gar nicht mehr weiß, wie lange sie das schon tun.“

Weilimdorfer Urgesteine

Eines dieser Weilimdorfer Urgesteine sei beispielsweise Ulrich Himmler, der mit der Ehrenmünze der Stadt Stuttgart ausgezeichnet wurde. Himmler ist seit 2001 Vorsitzender und Geschäftsstellenleiter der Chorvereinigung Weilimdorf, dem ältesten Chor des Bezirks. Himmler sei eine „„Rampensau in vorderster Chorlinie auf den Bühnen“, sagte Zich lachend. Er übernehme die Dinge, die andere sich nicht trauen würden, und trage auf diese Weise maßgeblich zu den Aktivitäten im Bezirk bei.

Ein Ur-Urgestein nannte Zich Jürgen Diercks, den Vorsitzenden der SG Weilimdorf. Er hat dieses Amt vor sechs Jahren übernommen, als der Verein seit Jahren ohne Vorstand und in wirtschaftlicher Schieflage war. Dafür erhielt Diercks die Ehrenmünze der Stadt. „Hätten wir ihn nicht gehabt, hätten wir keinen gehabt“, sagte Ulrike Zich. Eigentlich müsse man sich eine solche Aufgabe in seinem Alter nicht mehr antun. Aber Diercks sei ein Ausbund an Gründlichkeit und Hartnäckigkeit und zudem voller Energie. „Und diese Energie musste man kanalisieren.“

Andere Menschen zum Mitmachen zu motivieren

Ebenfalls mit einer Ehrenmünze der Stadt wurde Edith Hartmann, die Leiterin des Wolfbuschkinderchors, ausgezeichnet. Sie sei gewissermaßen das Küken des Abends, meinte Ulrike Zich, und habe das Thema Kinderchöre im Bezirk aufgegriffen und vorangetrieben. Deren zahlreiche öffentlichen Auftritte würden nicht nur immer für eine besondere Atmosphäre sorgen, sondern auch für volle Zuschauerränge, sagte Zich. „Schon allein wegen der Eltern und Großeltern der Sängerinnen und Sänger“, schob sie schmunzelnd hinterher.

Klaus Dettmer erhielt die Ehrennadel des Landes Baden-Württemberg. Er ist beim TSV Weilimdorf seit 1982 in leitenden Funktionen tätig und seit 15 Jahren dessen Vorsitzender. Darüber hinaus ist er aktiv in der Sozialen Stadt Giebel, Gründungsmitglied des Bürgervereins Bergheim und Giebel und Mitorganisator des Giebeler Weihnachtsmarkts. „Er ist eigentlich bei allem, was in Giebel stattfindet, der richtige Ansprechpartner“, sagte Ulrike Zich. Dettmer gelinge es immer, auch andere zum Mitmachen zu motivieren.

Ilse Potschka hat vor 30 Jahren die Begegnungsstätte der Altenwohnanlage am Lindenbachsee ins Leben gerufen und diese bis 1993 geleitet. Das von ihr entwickelte Konzept wird seither erfolgreich umgesetzt. „Sie ist auch heute immer noch dabei, wenn es darum geht, sich um ältere Menschen und deren Anliegen zu kümmern oder ihnen Angebote zu machen“, sagte Ulrike Zich. Für dieses langjährige Engagement wurde Ilse Potschka nun die Ehrennadel des Landes verliehen.

Werner Bossert dürfte vielen Weilimdorfern als Initiator der Schirm-Aktion bekannt sein, meinte Ulrike Zich: Er hat im Jahr 2000 den Förderverein Junges Weilimdorf „JuWe“ gegründet und dafür unter anderem den Weilimdorfer Regenschirm entworfen. Bossert ist außerdem seit mehr als 20 Jahren in verschiedenen Gremien der Oswald-Wolfbusch-Kirchengemeinde aktiv und seit kurzem Sprecher des Weilimdorfer Flüchtlingskreises. Auch er wurde am Freitagabend mit der Ehrennadel des Landes ausgezeichnet.

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