Busverkehr in Esslingen Zahl der Schwarzfahrer geht zurück
StZ, 08.06.2011 10:30 Uhr
Oberleitungsbusse sind die Besonderheit des Nahverkehrs in Esslingen. Foto: Horst Rudel
Oberleitungsbusse sind die Besonderheit des Nahverkehrs in Esslingen. Foto: Horst Rudel
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Esslingen - Die erfreuliche Nachricht: seit es auch in Esslinger Bussen vorgeschrieben ist, vorne beim Fahrer einzusteigen, ist die Quote der Schwarzfahrer von fünf auf 1,5 Prozent gesunken. Unerfreulich aus Sicht von Mickaél Pandion, dem Werksleiter des Städtischen Verkehrsbetriebs (SVE), ist es, dass das so eingenommene zusätzliche Geld nicht direkt in die Kasse seines Unternehmens, sondern in den großen Topf des Verkehrsverbunds Stuttgart (VVS) fließt. Von dort aus erhält der SVE einen bestimmten Anteil.

Dieser Betrag ist im vergangenen Jahr sogar um 300.000 Euro zurückgegangen. Auch höhere Dieselkosten haben den Etat des SVE belastet. Durch innerbetriebliche Einsparungen ist es aber gelungen, den Betriebsverlust in Höhe von 3,5 Millionen Euro 2010 auf dem Niveau von 2009 zu halten. Esslingens Finanzbürgermeister Bertram Schiebel erklärte am Dienstag bei der Vorstellung der Bilanz für 2010, dass die SVE mit einem Kostendeckungsgrad von 80,3 Prozent arbeite. Damit liege der Verkehrsbetrieb zwar noch über dem Bundesdurchschnitt der Branche von 77,4 Prozent, doch der Abstand werde kleiner. Schiebel fordert deshalb weitere Anstrengungen zur Kostenreduzierung.

Ab 1. Juli halten Busse nach 21 Uhr auf  Wunsch auch abseits der regulären Haltestelle

Gleichzeitig will der SVE das Angebot ausbauen und noch effektiver auf die Wünsche der Fahrgäste eingehen. So wird es vom 1. Juli an möglich sein, in den Stunden nach 21 Uhr den Fahrer jeder Linie zu bitten, abseits der normalen Haltestelle zu stoppen. Angesichts der Dichte des Esslinger Haltestellennetzes - mehr als 90 Prozent der Haushalte liegen maximal 300 Meter von einen Busstopp entfernt - befürchtet Schiebel dadurch keine größeren Verkehrsbeeinträchtigungen. Um sein Image weiter aufzupolieren, veranstaltet der SVE am Sonntag, 19. Juni, von 11 bis 18 Uhr einen Tag der offenen Tür auf dem Betriebsgelände in der Heilbronner Straße 70.

Kommentare (7)
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JUN
09
Edgar Hoch, 13:31 Uhr

Vorne Einsteigpflicht wieder aufheben!

Ich teile die Beobachtung der anderen Kommentarschreiber hier, dass viele Busfahrer nicht allzugenau die Fahrscheine kontrollieren. Und da es trotz vorne Einsteigen weiterhin Fahrscheinkontrolleure in den Bussen gibt, und sie anscheinend auch nötig sind, dann sollte man die Pflicht zum vorne Einsteigen tagsüber wieder abschaffen. Ich beziehe mich dabei auch auf die Busse der SSB, die diese Vorne-Einsteig-Regel auch eingeführt haben. Speziell wenn man etwas mehr Gepäck hat - beispielsweise wenn man Einkaufen war und mehrere schwere Taschen / Tüten usw. dabei hat, oder Rucksack und Notebooktasche und weitere Tasche, dann empfinde ich es als mühsamer, beim Fahrer mich mit den Taschen usw. durch eine Halbtüre und den Gang entlang zwischen den anderen sitzenden und stehenden anderen Fahrgästen nach hinten im Bus durchzumanövrieren, statt wie früher in eine der breiten hinteren Türen einzusteigen und entweder dort einen Sitzplatz zu finden oder im Stehbereich stehen zu bleiben und das Gepäck abstellen zu können, ohne erst durch den ganzen Bus laufen zu müssen. Da merkt man schnell den Unterschied, ob man mit dem Auto zum Einkaufsmarkt direkt hinfahren kann oder ob man mit öffentlichen Verkehrsmitteln in der Innenstadt einkaufen geht (letzteres ist doch das, was man eigentlich fördern möchte!). Ich würde es für sinnvoller halten, die Zahl der Kontrolleure zu erhöhen - schon bevor man vorne einsteigen musste war die Wahrscheinlichkeit, im Bus kontrolliert zu werden, relativ gering (d.h. es kamen selten Kontrolleure). Vielleicht finanzieren sich die Kontrolleure sogar selbst - wie die Parksünder-Politessen. Speziell wenn der Bus schon relativ voll ist wirkt vorne Einsteigen und nach hinten durchlaufen müssen wie eine Schikane der Fahrgäste. Darum - Einsteigen nach 21 Uhr empfand ich nie als Problem, aber tagsüber bei großem Andrang schon, speziell mit mehr Gepäck als nur ein Handtäschchen.

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JUN
09
Melanie Michalski, 10:38 Uhr

Genau das gleiche im Schulbus

In Schulbussen findet sich oft diese Situation vor: Wenn man morgens einsteigt sitzt dort ein müder Busfahrer/ eine müde Busfahrerin, die demonstrativ wegschaut, wenn man sein Ticket vorzeigt. Stellt sich die Frage, warum man das Ticket überhaupt vorzeigen muss, wenn es sowieso nicht auf Interesse stößt, dass man nachprüft, ob alles stimmt. So viel Zeit haben die Busfahrer auch gar nicht, es sind oft viel zu viele Schüler, die auf einmal einsteigen und da geht das mit den Fahrscheinen dann schon mal im Getummel unter. Oft wird man dann auch einfach weitergewinkt - schließlich muss der Fahrer seinen Fahrplan auch einhalten. Natürlich gibt es auch diejenigen Busfahrer, die genauer sind, ich will nichts Gegenteiliges behaupten. Aber mal im Ernst: Es kostet beide Seiten vor allem viele Nerven - und trotzdem gibt es immer noch Schwarzfahrer. Was läuft da falsch?

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JUN
08
Achim_Stgt., 18:59 Uhr

Prüfen die Fahrer wirklich?

Ich habe meine Jahresticket bisher auf jede erdenkliche Art vorgezeigt. Auf dem Kopf, nur die Rückseite, zugeklappt, aufgeklappt, direkt unter die Nase des Fahrers gehalten oder nur aus der Entfernung damit gewunken, mit gültiger Jahresmarke, ohne Jahresmarke, mit der alten Jahresmarke,... Wollte einfach Testen, ob die Busfahrer wirklich "prüfen" ob man ein gültiges Ticket hat. Und was soll ich sagen, ich wurde noch nie, ich wiederhole, noch NIE darauf angesprochen, das meine Jahreskarte nicht lesbar sei. Was ist die Moral von der Geschicht? Ob Ticket gültig oder nicht, kümmert den Busfahrer scheinbar nicht...

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