Krimikolumne

Derek B. Miller: Ein seltsamer Ort zum Sterben Eine Verbeugung vor Mark Twain

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Gleich, was seinen Figuren – die wichtigen von ihnen haben alle eine Kontur, ein Schicksal – widerfährt: Immer wieder stellt Derek B. Miller die Frage nach dem Wert der Werte. Ohne auch nur einmal den Zeigefinger zu heben. Statt dessen hat er das Weinen und das Lachen in einem Säckchen. Hochkomisch zum Beispiel die Szene, in der Sheldon den Verdacht seiner Enkeltochter Rhea pariert, er leide an Demenz.

Es ist ganz bestimmt kein Zufall, dass „Ein seltsamer Ort zum Sterben“ auch eine Verbeugung vor einem anderen Großen der amerikanischen Literatur ist: Mark Twain, dessen Huckleberry Finn die beiden Flüchtigen auf ihrer Reise ins Ungewisse immer wieder geistweise begleitet.

Einfach großartig.

Derek B. Miller: Ein seltsamer Ort zum Sterben. Roman. Aus dem Englischen von Olaf Roth. Rororo, Reinbek. 416 Seiten, 14,99 Euro. Als E-Book 12,99 Euro. Auch als Hörbuch, gelesen von Peter Matic: 5 Audio-CDs, ca. 375 Minuten. Random House Audio, 19,99 Euro.