Diskussion um Großprojekt Fragen und Antworten zu Stuttgart 21

Thomas Faltin, 18.10.2010 13:29 Uhr
Stuttgart - Rund um Stuttgart 21 hat sich eine überaus profunde Sachdebatte in der Bürgerschaft entwickelt - viele Befürworter wie Gegner haben sich tief in die Materie eingearbeitet. Dennoch bleiben viele Fragen offen. Die StZ hat deshalb eine Auswahl an Fragen, die Leser immer wieder gestellt haben, an die Befürworter und Gegner weitergereicht. Für die Projektpartner beantwortet deren Sprecher Udo Andriof diese Fragen. Für das Aktionsbündnis gegen Stuttgart 21 spricht Gerhard Pfeifer vom Bund für Umwelt und Naturschutz. Die Antworten geben wir in einer ungekürzten Fassung wieder.

Reichen acht Gleise für den neuen Tiefbahnhof wirklich aus?


Die Projektpartner:
Alle Untersuchungen belegen, dass der neue Durchgangsbahnhof mit acht Gleisen eine deutlich höhere Leistungsfähigkeit hat als der alte Kopfbahnhof mit seinen 16 Gleisen. Mit hoher Qualität können bei Stuttgart 21 zwischen 42 und 51 Züge pro Stunde gefahren werden. Im Vergleich dazu schafft K 21 mit einem ertüchtigten Kopfbahnhof nur zwischen 28 und 38 Zügen pro Stunde. Entscheidend für die Leistungsfähigkeit sind nicht die Anzahl der Bahnsteige, sondern die Möglichkeiten, diese schnell und flexibel anzufahren. Sollte in ferner Zukunft jemals der Bedarf für ein neuntes und zehntes Gleis bestehen, sind diese jeweils außen im Tiefbahnhof nachrüstbar.

Das Aktionsbündnis:
Schon Mitte der 90er-Jahre wurde im Raumordnungsbeschluss ein neuntes und zehntes Gleis als wichtige Option genannt. Auch der verstorbene Regionaldirektor Bernd Steinacher (CDU) hat sich vergeblich dafür stark gemacht. Vor allem für die Umsetzung eines integralen Taktfahrplanes (siehe unten) sind mehr Bahnsteige unerlässlich.

 
 
Kommentare (103)
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NOV
06
Stuttgarter , 12:58 Uhr

Was kostet der neue Bahnhof, der nichts taugt?

Na, sagen wir mal ganz freundlich, zu den Kosten gibt es 'Kommunikationsprobleme': http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,796112,00.html

APR
09
Bahnfahrer, 10:39 Uhr

@Normaler Bürger

Ihr Vergleich mit dem Hamburger Durchgangsbahnhof hinkt. Der Hamburger Hauptbahnhof wickelt mit seinen 8 Gleisen ca. 4 mal so viel Passagiere ab, wie der Stuttgarter Hauptbahnhof, das führt natürlich zu etwas engeren Verhältnissen aber ich finde Hamburg in dieser Hinsicht ok. Das Argument der längeren Wartezeiten der Züge kann ich aber nicht nachvollziehen, sicher mag es angenehmer sein, in einen bereits bereitgestellten Zug gemütlich einzusteigen, ICEs werden aber in Stuttgart nun mal äußerst selten bereitgestellt, in der Regel kommen sie von München und fahren nach Mannheim weiter. Der Planhalt ist mit 4 Minuten ähnlich lang wie in Hamburg HBf. Der Kopfbahnhof bietet hier also keinerlei Vorteil, ellerdings einen großen Nachteil. Alle ankommenden Fahrgäste müssen vom ICE zum Bahnhofskopf, während alle abreisenden vom Bahnhofskopf in den ICE müssen. Das führt zu einem geradezu fürchterlichen Gewusle und Engpässen, das in Durchgangsbahnhöfen nicht entsteht, da sie den Bahnsteig an mehreren Stellen (nach oben oder unten) verlassen. Als abschreckendstes Beispiel erwähne ich hier mal den oft gelobten Frankfurter Hauptbahnhof. Was sich da nach Einfahrt eines ICEs abspielt ist schon fast unmenschlich. Wenn man sich jetzt noch vorstellt, dass der Durchgangsbahnhof am Frankfurter Flughafen nicht gebaut worden wäre und damit nicht ein Teil der ICEs das Zentrum Frankfurts umfahren, ich glaube, schon heute wäre das System Frankfurt Hauptbahnhof kollabiert oder die Zahl der Züge müsste unter der eigentlichen Nachfrage bleiben.

JAN
18
Andreas, 10:26 Uhr

ich freue mich so...

... auf den Bahnhof aus Leuchtbeton!! Ich warte noch darauf, dass endlich jemand den Bücherknast einschaltet, damit er aussieht wie auf den Bild. Und trotz weniger Bahnsteige endlich nicht so ein Gedränge wie in der Realität: http://www.ad-hoc-news.de/bilder/-abgeordnetenhausmitglied-spd-abgeordneter-merkel-muss-s-bahn-chaos-in-ordnung-354324_400_300.jpg

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