E-Mobilität am Stuttgarter Flughafen Finanzieller Auftrieb fürs emissionsarme Fliegen

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Der Stuttgarter Flughafen unterstützt den Bau eines Wasserstofflugzeugs mit 180 000 Euro. Nutznießer ist das Deutsche Luft- und Raumfahrtzentrum. Doch auch am Boden will der Manfred-Rommel-Airport für mehr E-Mobilität sorgen.

180 000 Euro stellen Flughafen-Geschäftsführer Georg Fundel (2. v. l.) und sein Aufsichtsratschef Winfried Hermann (2. v. r) den beiden DLR-Vertretern Anke Kovar und Josef Kallo zur Verfügung. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski
180 000 Euro stellen Flughafen-Geschäftsführer Georg Fundel (2. v. l.) und sein Aufsichtsratschef Winfried Hermann (2. v. r) den beiden DLR-Vertretern Anke Kovar und Josef Kallo zur Verfügung. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Stuttgart - Der Flugverkehr, so stellt es Verkehrsminister Winfried Hermann zurecht fest, habe stets Auswirkungen auf Klima und Umwelt. Umso erfreuter zeigte sich der Grünenpolitiker, in Personalunion auch Aufsichtsratsvorsitzender der Stuttgarter Flughafens, dass die Airportgesellschaft 180 000 Euro für ein Projekt zur Verfügung stellt, das die Auswirkungen zumindest ein wenig reduzieren soll. Der Betrag ist als Starthilfe für ein Vorhaben des Deutschen Luft- und Raumfahrtzentrums (DLR) gedacht. Die Fachleute wollen bis Mitte 2016 eine viersitzige Maschine in die Luft bekommen, die ihre Energie ausschließlich aus Batterien und einer Brennstoffzelle bezieht.

Bis zu 1500 Kilometer Reichweite angepeilt

Beim Start sollen das Minikraftwerk und die Stromspeicher parallel die Versorgung des Propellermotors sicherstellen. „Beim Geradeausflug arbeitet dann nur die Brennstoffzelle“, erklärt Josef Kallo, beim DLR Koordinator für elektrisches Fliegen. Auf diese Weise soll der E-Flieger eine Reichweite zwischen 750 und 1500 Kilometer erreichen und dabei eine Nutzlast inklusive Passagiere von 430 Kilogramm transportieren. Zahlen, die Flughafen­Geschäftsführer Georg Fundel überzeugt sein lassen, dass die „größte Einzelförderung des Stuttgarter Flughafens“ gut angelegtes Geld ist.

Trotz der sechsstelligen Starthilfe will das DLR aber Partner um sich scharen, mit denen gemeinsam der saubere Flieger in der eigens gegründeten Gesellschaft H2fly entwickelt und gebaut werden soll. Mitte Oktober sollen die Kooperationspartner bei der „World of Energy Solutions“, einer Fachveranstaltung auf der Messe Stuttgart, bekannt gegeben werden. Die werden wohl über den ganzen Kontinent verteilt sein. „Innovation durch Integration“ lautet nach Kallo die Marschroute bei dem ambitionierten Projekt. Doch trotz des internationalen Hintergrundes werde die Maschine mit dem Namen Hy4 die Innovationskraft des Standorts Baden-Württemberg hinaus in die Welt tragen, ist sich Kallo sicher. Die DLR-Standortleiterin Anke Kovar erinnerte bei der Scheckübergabe an den ebenfalls von einer Brennstoffzelle betriebenen Motorsegler Antares. Die DLR-Entwicklung war 2008 am Flughafen in Stuttgart vorgestellt worden. „Das elektrische Fliegen bewegt uns schon lange“.

Flughafen plant den Einsatz von E-Bussen

Nicht nur im Luftraum über dem Manfred-Rommel-Airport soll es zunehmend elektrisch zugehen. Georg Fundel verwies auf Gerätschaften, die der Flughafen im Einsatz habe und schon vor geraumer Zeit auf elektrischen Betrieb umgestellt habe. Dazu zählten etwa einige Vorfeldfahrzeuge. In Kürze will der Flughafen auch einen ersten rein elektrisch betriebenen Fluggastbus vorstellen, der die Passagiere vom Terminal zur Maschine bringen soll. Ein Termin, der wieder nach dem Geschmack des grünen Landesverkehrsministers Winfried Hermann sein dürfte.