Edelpilze im Land Die Trüffel wachsen auch nebenan

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Freiburger Forstbotaniker haben untersucht, wo welche Sorten der Trüffel in Deutschland wachsen. Die genauen Standorte halten sie aber geheim – aus gutem Grund.

Diese Burgundertrüffel sind in der Nähe von Freiburg gefunden worden. Foto: dpa
Diese Burgundertrüffel sind in der Nähe von Freiburg gefunden worden.Foto: dpa

Freiburg - Wer von Trüffeln spricht, denkt an Piemont in Italien oder Périgord in Frankreich. Dabei gibt es auch in Deutschland Gegenden, in denen die unterirdischen Leckerbissen der gehobenen Küche wachsen. Forstbotaniker der Universität Freiburg haben in einer Studie jetzt zum ersten Mal nachgewiesen, welche Trüffelarten in Deutschland zu finden sind und wie häufig sie vorkommen.

Das Trüffelsucher-Team von Ulrich Stobbe und Ludger Sproll mit ihren versierten Trüffelhunden hat an 121 Standorten in Deutschland Trüffelsorten entdeckt und ihre Verbreitungsgebiete beschrieben. Allerdings nicht so genau, dass jetzt jedermann weiß, unter welchen Bäumen es sich lohnte zu graben. Ohne trainierten Trüffelhund findet sowieso niemand eine Trüffelstelle. Nur so viel wird verraten: Trüffel kommen ausschließlich in Gebieten mit kalkhaltigem Boden vor. Die Edelpilze bevorzugen Standorte mit Laubbäumen wie Eiche, Buche und Haselnuss. Mit diesen Pflanzen gehen Trüffel eine Symbiose ein, die sie brauchen, um ihren Lebenszyklus zu vollenden.

Der Burgundertrüffel ist kulinarisch hochwertig

Die hierzulande häufigste Art ist die Burgundertrüffel (Tuber aestivum). Sie ist eine kulinarisch hochwertige schwarze Trüffel, die auf internationalen Märkten mit bis zu 600 Euro pro Kilo gehandelt wird. Preiswert im Vergleich zum italienischen weißen Alba, der es auf 9000 Euro pro Kilo bringt. Die von der Roten Liste als vom Aussterben bedroht eingestufte Burgundertrüffel wurde an 116 Plätzen gefunden. Die Forscher haben außerdem zwei weitere Trüffelarten entdeckt, die auf der Roten Liste als ausgestorben eingestuft sind.

Die Teertrüffel (Tuber mesentericum) und die Großsporige Trüffel (Tuber macrosporum) sind zwar kulinarisch eher zweitklassig, werden von Pilzkennern jedoch aufgrund ihrer Seltenheit geschätzt. Dass sie in Deutschland wieder häufiger vorkommen, werten die Freiburger Wissenschaftler als Indiz für den Einfluss des Klimawandels. Mit den steigenden Temperaturen verschieben sich die Lebensräume nach Norden und Osten.

Die Trüffelplantagen werfen mittlerweile ordentliche Erträge ab

Damit steigt auch die Hoffnung der Pilzexperten, Trüffel anzubauen. Seit den 70er Jahren wird das Impfen von Baumwurzeln mit Trüffelsporen in Frankreich praktiziert. Die Plantagen werfen inzwischen ordentliche Erträge ab. Die Forscher der Freiburger Universität haben vor einem Jahr selbst eine kleine Plantage angesetzt. Die mehr als 400 mit   Burgundertrüffelsporen geimpften Eichenbäume befinden sich an einem geheimen Ort im Stadtwald. Sie werden erst in knapp zehn Jahren Erträge abwerfen.

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