Ein Plädoyer
Hundehalter - eine verfolgte Minderheit
Frank Buchmeier,
10.03.2010 11:04 Uhr
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Siesta im Schlossgarten: fünf Hunde sind unangeleint. Das macht 250 Euro Bußgeld plus Bearbeitungsgebühr. Foto: Steffen Burger
""Muss man sich in die Hose machen, wenn mal ein Hund an einem hochspringt?""
Rhetorische Frage in der „Süddeutschen“
"Hunde sind sinnlos", sagen sie, so als würden sie über Kakerlaken reden. Ich begegne solchen Technokraten mit den von ihnen geliebten Zahlen. Erstens: der Hund ist ein Wirtschaftsfaktor, 1000 Euro werden pro Tier jährlich umgesetzt. Zweitens: Hundehalter sind physisch gesünder und psychisch stabiler. In Stuttgart haben knapp vier Prozent der Haushalte einen Hund. Wären es wie in Frankreich 38 Prozent, wären der Einzelhandel gestärkt und die Krankenkassen entlastet.
Anderswo funktioniert's doch auch
Natürlich kann eine Stadt alles unter Strafe stellen - auch die artgerechte Hundehaltung. Schöner ist aber, wenn die Bürger solche Dinge selbst regeln. Früher gab es den schwäbischen Liberalismus. Heute spuken die Kleingeister sogar in unseren heimischen Wäldern herum. Neulich habe ich bei meiner samstäglichen Wanderung zum Bärenschlössle einen Förster getroffen. Sein Hund, eine nette Bracke mit Schlappohren, und meine Promenadenmischung spielten ausgelassen miteinander. Förster: "Hier ist Leinenzwang." Ich: "Aber Ihre Bracke ist doch auch nicht an der Leine." Förster: "Wollen Sie eine Anzeige?"
Andere Kommunen arrangieren sich mit Mensch und Tier. In Hamburg gibt es seit 2006 die "Befreiung nach § 9 HundeG": Frauchen und Herrchen, die mit ihrem Vierbeiner eine "Gehorsamsprüfung" abgelegt haben, können ohne Leine Gassi gehen. Um zur Prüfung zugelassen zu werden, muss das Tier im Zentralen Hunderegister erfasst sein, wodurch automatisch die steuerliche Anmeldung erfolgt. Das nenn ich mal eine clever gemachte Verordnung.
Liebe Stuttgarter Stadtverwalter, schauen Sie bitte über Ihren Gaisburger-Marsch-Tellerrand zu den lebensfrohen Bayern oder den kühl kalkulierenden Hanseaten. Dann können Sie sich die Leinensheriffs und Steuerspitzel sparen. Damit mich keiner falsch versteht: Wer skrupellos Kacke auf dem Trottoir liegen lässt, soll zur Strafe meinetwegen einen Monat lang Putzdienst im Hauptklärwerk Mühlhausen leisten müssen. Aber bitte: Lasst mich und meinen Fellkumpel in Frieden. Wir sind sauber.
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Hund und...
Heute bin ich durch Zufall auf diesen herrlichen Artikel gestoßen. Die Schreibe trifft den Punkt. Letztes Jahr war ich nach langer Abwesenheit auf Familienbesuch in Stuttgart. Der Hund war natürlich dabei - kein Frage. Ich weiß nun wieder weshalb ich vor Jahren "dem Ländle" den Rücken gekehrt habe... böses Blut scheint in den Genen der meisten dort fest verankert zu sein.
Aktion für mehr Hunde-Rechte
@Dagmar: Es gibt schon eine Bürger-Initiative, die sich um Hundeauslaufflächen in Stuttgart bemüht: www.stuttgart-fuer-hunde.de . Dort gibt es auch Infos über schon vorhandene Hundeauslaufbereiche. Diese von mir ins Leben gerufene Aktion hat schon einige Unterstützer, aber angesichts von ca. 11.000 in Stuttgart lebenden Hunden sind das noch entschieden zu wenige. Daher sind wir für jede Unterstützung dankbar. In ein paar Wochen werden wir mit einer Unterschriften-Aktion starten und dann mit den verantwortlichen Politikern in Kontakt treten. Ganz besonders würden wir uns freuen, wenn sich der Autor des Plädoyers bei uns melden würde, denn wir scheinen auf der gleichen Wellenlänge zu sein.
Führerschein für Hundehalter
Ich habe selbst einen Hund und ich finde in dem Artikel steckt viel Wahrheit. Hundesteuer und Ordnungsgelder für Hundehaufen stehen in keinem gesunden Verhältnis zu vergleichbaren abgaben. Ich finde den Artikel aber auch polemisch. Es ist zwar richtig, es gibt sehr viel wichtigere Probleme im Straßenverkehr zu lösen als Hundehaufen zu beseitigen aber Kriminalität und Hundehaufen lassen sich auch nicht vergleichen. Und das Problem von Glasscherben im Park ist insbesondere für meinen Hund ein größeres als ein Hundehaufen das jemals für einen Menschen sein kann. Wie auch immer, eine Pistole ist auch ungefählich außer in den falschen Händen. ein hund ist potentiell gefählich weil man nie den Halter dahinter kennt und man muß die Angst der Mitbürger vor Hunden respektieren und ernst nehmen. Daher finde ich einen Hundeführerschein für sehr viel praktikabler. Ein Wesenstest bei Hunden.. was soll der schon aussagen. Ein Wesenstest bei hundehalter gibt auskunft darüber, was er für einen Hund haben wird..