Esslingen Kommentar: Das Problem heißt jetzt Eininger

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Kommentar - Es ist keine Überraschung. Es hat sich seit längerem abgezeichnet, dass der Aufsichtsrat der Kreiskliniken die Trennung von dem Geschäftsführer Franz Winkler beschließen würde. Winkler war nach zahlreichen Fehlern und Pannen – zuletzt dem Bau der defizitären Privatklinik am Eichenbrunnen in Ostfildern-Ruit – und angesichts des wachsenden Schuldenbergs der Kreiskliniken insgesamt immer mehr in die Kritik geraten. Bereits seit April war er krank geschrieben. Die Abfindung, die Winkler den Rauswurf versüßen wird, kostet den Steuerzahler immerhin einen sechsstelligen Betrag. Doch angesichts des millionenschweren Debakels rund um die Kreiskliniken sind das, zynisch formuliert, auch nur Peanuts.

Was man nicht vergessen darf: Versagt hat bei den Kreiskliniken nicht nur der Geschäftsführer, sondern auch der gesamte Aufsichtsrat – allen voran dessen Vorsitzender, der Esslinger Landrat Heinz Eininger. Schließlich ist es die Aufgabe des Gremiums, den Geschäftsführer zu kontrollieren. Nun stellt sich die Frage, ob der Aufsichtsrat und vor allem sein Chef dazu überhaupt in der Lage sind?

Möglicherweise war diese Kontrolle mangelhaft. Oder aber Eininger hat den Geschäftsführer trotz mahnender Stimmen aus dem Kreistag gar ermuntert, offensiv den fatalen Expansionskurs zu fahren – um in der Konkurrenz mit der Stadt Esslingen die Nase vorn zu haben. Das wäre noch schlimmer. In jedem Fall wirft beides kein gutes Licht auf die Krankenhauskompetenz des Landrats. Die Frage muss erlaubt sein, ob Heinz Eininger mit der Herkulesaufgabe, das vom Sinken bedrohte Schiff Kreiskliniken zu retten, nicht schlicht überfordert ist? Die Schließung des Plochinger Krankenhauses mag ein erster Schritt in die richtige Richtung sein. Es ist aber schon jetzt klar, dass diese Maßnahme bei weitem nicht ausreichen wird.