Fachschule für Sozialpädagogik in Weinstadt Auch große Kinder sind begeistert

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Die Fachschule für Sozialpädagogik der Großheppacher Schwestern feiert fünf Jahre Forschen und Experimentieren und lässt beim Festakt die Offiziellen tüfteln.

Der achtjährige Paul beobachtet eine selbst gebaute Lavalampe. Foto: Gottfried Stoppel 2 Bilder
Der achtjährige Paul beobachtet eine selbst gebaute Lavalampe. Foto: Gottfried Stoppel

Weinstadt - Die Zielgruppe ist eigentlich eine etwas jüngere, doch auch der achtjährige Paul staunt mit großen Augen, wie die Blasen in der improvisierten Lavalampe nach oben steigen. Elena Burkhardt hat sie aus Wasser, Pflanzenöl und Lebensmittelfarbe in einem großen Glas zusammengemixt und für die Effekte Salz hinzu gegeben, das aufgrund seiner größeren Dichte zunächst nach unten sinkt, dabei Öltröpfchen mitnimmt und diese nach der Auflösung in Wasser wieder nach oben entlässt. Die 18-Jährige aus Althütte absolviert in der Fachschule für Sozialpädagogik in Weinstadt eine Ausbildung zur Erzieherin. Forschen und Experimentieren ist dort, in der von der Großheppacher Schwesternschaft getragenen Einrichtung, seit fünf Jahren ein Wahlpflichtfach. Dieses kleine Jubiläum ist jetzt unter Anwesenheit des Kultusstaatssekretärs Volker Schebesta (CDU) mit einem Festakt gefeiert worden – exemplarisch für eine aus Sicht der Partner höchst gelungene Kooperation.

Sechs Pilotschulen starteten drei Jahre früher

Die Technik-Erieherinnen-Akademie (TEA) ist bereits im Jahr 2009 durch eine erste Vereinbarung des Arbeitgeberverbands Südwestmetall und dem baden-württembergischen Kultusministerium landesweit eingeführt worden. Nach einer dreijährigen Erprobung an sechs Modellschulen, eine davon war die Backnanger Anna-Haag-Schule, ist hieraus das neue Wahlpflichtfach „Forschen und Experimentieren“ entstanden. Seit der Einführung des Lehrplans vor fünf Jahren bieten 39 Fachschulen in Baden-Württemberg die Zusatzqualifikation für angehende pädagogische Fachkräfte an, das ist etwas mehr als die Hälfte aller Einrichtungen. Unterstützt werden die Schulen durch zwei TEA-Servicestellen unter anderem mit Vor-Ort-Beratungen und kostenfreien Schulungen der Lehrer.

An der Fachschule für Sozialpädagogik der Großheppacher Schwestern haben bereits 90 Schüler aus dem zweiten (Unterkurs) und dritten Ausbildungsjahr (Oberkurs) sowie Schüler aus der Praxisintegrierten Ausbildung (PiA) an den Unterrichtseinheiten teilgenommen. Das Ziel sei, Kinder gemäß ihrem Entwicklungsstand in ihrer Neugierde und ihrem Entdeckerdrang zu unterstützen und durch Forschen und Experimentieren ihre Kompetenzen zu erweitern, heißt es in einer Beschreibung des Wahlpflichtfaches. Die Vorsteherin der Stiftung und Oberin der Großheppacher Schwesternschaft, Magdalene Simpfendörfer-Autenrieth, drückt das so aus: „Die angehenden Erzieherinnen und Erzieher sollen befähigt werden, den Kindern verlorene Erfahrungsräume zurückzuholen, denn der Spielplatz von heute sei nicht mehr Wald und Bach, sondern genormt und mehrfach sicherheitsüberprüft.“

Auch Erwachsene haben ihren Spaß

Dass das Konzept durchaus auch in größeren Kindern Begeisterung entfachen kann, hat sich beim Festakt nach den offiziellen Reden an den Mitmachstationen gezeigt, die der Leiter des Profilbereiches Forschen und Experimentieren, Roland Grühn, mit seinen Schülern eigens aufgebaut hatte. Nicht nur Paul, der Sohn einer Mitarbeiterin der Fachschule, hatte seinen Spaß. Auch der Kultusstaatssekretär Schebesta, der Südwestmetall-Geschäftsführer Stefan Küpper und der IHK-Bezirkskammerpräsident Claus Paal entwickelten Ehrgeiz beim Test ihres Lungenvolumens oder bei einer teamorientierten Bau-Challenge – bei der sie gegen zwei angehende Erzieherinnen allerdings das Nachsehen hatten.