Fälschungssicherer Die neuen Fünf-Euro-Scheine kommen

Barbara Schäder, 02.05.2013 07:37 Uhr

Frankfurt - Der Euro soll sicherer werden – zumindest vor Fälschungen. Am Montag werden die ersten Geldautomaten eine neue Version des Fünf-Euro-Scheins ausspucken. Prominenteste Änderung ist das Wasserzeichen, das künftig das Antlitz der Namensgeberin unseres Kontinents zeigen wird – der griechischen Sagengestalt Europa. Hinzu kommen weitere neue Sicherheitsmerkmale und eine Schmutz abweisende Spezialbeschichtung, die den Scheinen größere Haltbarkeit verleihen soll. Die alten Fünfer bleiben aber auf absehbare Zeit gültig und werden zunächst auch den Zahlungsverkehr weiter dominieren, sie werden erst nach und nach ersetzt.

Mehr Sicherheit, Beständigkeit und die Erinnerung an Griechenland als Wiege der europäischen Kultur – die wichtigsten Merkmale des neuen Fünfers lassen eine PR-Kampagne in Zeiten der Eurokrise vermuten. Tatsächlich begannen die Vorbereitungen für die Produktion der neuen Banknoten, „Europa-Serie“ genannt, aber schon vor neun Jahren. Das Design wurde ebenfalls vor Ausbruch des Schuldendramas entworfen, nämlich 2007 von einem Deutschen: dem Berliner Grafiker Reinhold Gerstetter, der in den 90er Jahren auch die letzte D-Mark-Serie gestaltet hatte. Als Vorlage für das Porträt der mythologischen Gestalt Europa nutzte Gerstetter eine Abbildung auf einer über 2000 Jahre alten Vase, die in Süditalien gefunden wurde und heute im Louvre in Paris ausgestellt ist. Bislang war das Wasserzeichen des Fünf-Euro-Scheins mit dem zentralen Motiv der Banknote, einem klassischen Torbogen, identisch. „Ein humanes Wesen macht den Schein viel freundlicher“, sagte Gerstetter in einem Interview. Das filigrane Porträt sei schwieriger nachzuahmen als die Säulen des Torbogens.

Seine Lebenszeit soll um ein Fünftel verlängert werden

Außer im Wasserzeichen taucht das Antlitz der Sagengestalt auch als Hologramm in dem silbernen Streifen am Rand des Geldscheins auf. Eine weitere markante Änderung ist die sogenannte Smaragdzahl: Die große Ziffer 5 ist auf den neuen Banknoten nicht mehr grau, sondern leuchtend grün. Kippt man den Schein gegen das Licht, wechselt die Farbe ins Bläuliche. Durch ein spezielles Druckverfahren lässt sich die Zahl außerdem mit den Fingern ertasten. Auch die Ränder des neuen Fünfers fühlen sich anders an als bisher: Sie sind mit einem Strichmuster bedruckt und fühlen sich leicht geriffelt an.

Die Beschriftung der Scheine wurde ebenfalls geändert: Neben dem deutschen Kürzel „EZB“ für Europäische Zentralbank finden sich künftig Abkürzungen in acht weiteren Sprachen. Die Vervielfältigung trägt der Erweiterung der Währungsunion von zwölf auf 17 Staaten Rechnung. Welche nationale Notenbank die Produktion des jeweiligen Geldscheins verantwortet, war bisher an der Seriennummer abzulesen. So deutet ein „Y“ darauf hin, dass die Banknote von der griechischen Notenbank in Auftrag gegeben wurde. Der Buchstabe zu Beginn der Zahlenfolge steht ab sofort für die Druckerei. Da viele Notenbanken – darunter auch die Bundesbank – ihre Druckaufträge europaweit ausschreiben, ist eine nationale Zuordnung nicht mehr möglich. Unsinnig war sie ohnehin immer, denn die Gültigkeit der Banknoten richtet sich nicht nach dem Entstehungsort. Welche Notenbank welche Scheine drucken lässt, wird vom Eurosystem Jahr für Jahr neu festgelegt. Für die ersten neuen Fünfer sind vorerst die Zentralbanken Frankreichs, Italiens, Spaniens, Österreichs und Griechenlands zuständig. Höherwertige Scheine mit den neuen Sicherheitsmerkmalen sollen in den kommenden Jahren auf den Markt kommen. Dabei werden 20- und 50-Euro-Scheine weitaus häufiger gefälscht als der Fünfer: Von den 280 000 Euroblüten, die im zweiten Halbjahr 2012 entdeckt wurden, entfielen mehr als 80 Prozent auf Zwanziger und Fünfziger. Dass die Europa-Serie dennoch mit dem Fünfer startet, hat einen simplen Grund: Dieser Schein wird besonders häufig benutzt, nach einem Jahr sind die alten Fünfer abgegriffen. Die neue Beschichtung soll ihre Lebensdauer um mindestens ein Fünftel verlängern. Die Herstellung einer Eurobanknote kostet bislang durchschnittlich acht Cent, wobei die Fünfer etwas billiger sind.