Fernverkehr der Deutschen Bahn Schwarzwald bald ohne IC-Züge?

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Exklusiv Umsteigefrei von Hamburg bis Konstanz – damit soll es laut Bahn 2015 vorbei sein. Verkehrsminister Hermann protestiert gegen den Wegfall der vor allem von Touristen genutzten Züge.

Ein typischer  IC wie dieser wird im Schwarzwald wohl bald nicht mehr zu sehen sein. Foto: DB
Ein typischer IC wie dieser wird im Schwarzwald wohl bald nicht mehr zu sehen sein. Foto: DB

Stuttgart - Jeden Tag können Reisende mit dem einem Intercity „Schwarzwald“ ohne umzusteigen von Hamburg bis Karlsruhe und dann durch den Schwarzwald bis nach Konstanz fahren. Das gilt zumindest bis dieses Jahres. Denn zum Fahrplanwechsel für 2015 möchte die Bahn diese auf den Tourismus ausgerichtete Verbindung ersatzlos streichen. Und ebenso den IC „Bodensee“, der an Freitagen und Samstagen aus dem Rheintal durch den Schwarzwald bis Konstanz fährt. Landesverkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) ist darüber gar nicht glücklich: „Damit zieht sich die Deutsche Bahn im Fernverkehr weiter aus der Fläche zurück“, erklärte er.

Die Pläne der Bahn sind seinem Ministerium fast zeitgleich zur Präsentationen der modernen Gäubahn bekannt geworden, die Stuttgart ab 2017 mit Singen und Zürich verbinden wird. Durch diese Kooperation sichert das Land nicht zuletzt mit Landesmitteln den Fernverkehr auf der Gäubahn. Dieser war gefährdet, „bis Land und Bahn in einem neuartigen, sogenannten Integrationskonzept die IC-Züge für den Nahverkehr geöffnet haben“, sagt Hermann.

Den IC Schwarzwald nutzen auch Pendler

Da passt es gar nicht ins Bild der Partnerschaft, dass die „DB Fernverkehr“ die Intercity-Verbindungen auf der Schwarzwaldbahn bis Konstanz ersatzlos streichen möchte. Diese Züge mit Zustiegsmöglichkeiten in Offenburg, Hornberg, Triberg, St. Georgen und Radolfzell haben nicht nur eine wichtige touristische Bedeutung. Sie schließen zusätzlich Angebotslücken im Nahverkehr, die bei der Ausschreibung der Schwarzwaldbahn bewusst gelassen wurden, um den Fernverkehr zu stärken. Sollten die Streichungspläne realisiert werden, „müsste dann das Land mit gesondert finanzierten Nahverkehrszügen einspringen, um die Angebotslücke zu schließen“, beschreibt Hermann die Situation.