Filderbahnhof SPD-Rat denkt an Extratopf

Von Thomas Braun 

Der SPD-Fraktionschef im Landtag, Claus Schmiedel, war der erste, der einen Extratopf für die Finanzierung der Mehrkosten des Fernbahnhofs am Flughafen ins Gespräch brachte. SPD-Stadtrat Hans H. Pfeifer zieht jetzt nach.

Sollte die im Filderdialogs geänderte Planung nicht abgedeckt sei, kann sich die SPD vorstellen, dass sich  die Stadt an einer Finanzierung der Mehrkosten aus beteiligt. Foto: dpa
Sollte die im Filderdialogs geänderte Planung nicht abgedeckt sei, kann sich die SPD vorstellen, dass sich die Stadt an einer Finanzierung der Mehrkosten aus beteiligt.Foto: dpa

Stuttgart - Die SPD im Gemeinderat schwenkt offenbar auf die Linie des Fraktionschefs der SPD im Landtag, Claus Schmiedel, ein. Demnach könnten Mehrkosten für die geänderte Planung des Fernbahnhofs am Flughafen gegebenenfalls außerhalb der geltenden Finanzierungsvereinbarung finanziert werden, in der die Gesamtkosten von maximal 4,52 Milliarden Euro für das Projekt Stuttgart 21 vertraglich fixiert sind. Der SPD-Fraktionsvize im Rathaus, Hans H. Pfeifer, sagte auf Anfrage, zunächst seien das Land und die Bahn am Zug, die exakten Kosten zu ermitteln. „Die Frage ist, ob der Filderbahnhof Bestandteil des Finanzierungsvertrags ist oder nicht“, so Pfeifer. Falls sich herausstellen sollte, dass eine im Rahmen des Filderdialogs geänderte Planung durch die zwischen den Projektpartnern abgeschlossene Vereinbarung nicht abgedeckt sei, könne er sich vorstellen, dass sich die Stadt an einer Finanzierung der Mehrkosten aus einem Extratopf beteilige. Er setzte hinzu, die SPD-Fraktion stehe aber weiter zu dem von ihr initiierten Bürgerentscheid für den Fall einer Überschreitung des vertraglich vereinbarten Kostenrahmens: „Ich will den Kostendeckel nicht lupfen“, so Pfeifer.

Die Grünen im Rat kritisierten Pfeifers Aussagen scharf. Die SPD habe 2009 selbst jenen Ratsbeschluss herbeigeführt, wonach im Fall von Mehrkosten für die Stadt ein Bürgerentscheid oder eine Bürgerbefragung durchzuführen seien. „Wir hoffen, dass das eine Einzelmeinung ist“, so Fraktionssprecherin Sylvia Fischer. Ihr Kollege Peter Pätzold erinnerte an die Prämissen des Filderdialogs, in denen es heißt: „Die Finanzierungsvereinbarung darf in den Grundzügen (Kostendeckel) nicht tangiert sein.“ Pätzold: „Wir haben einen Haushalt für S 21 und keinen Schattenhaushalt.“

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Vielen Dank Herzilein-EB (17:47) für die nette Satireneinlage: Dazu paßt die Fortsetzung (17:52) bestens dazu, wo Sie Hohenstadt auf der Schwäbischen Alb plötzlich irgendwohin zwischen Flughafen und Wendlingen (oder war es an den Fernsehturm?) hinverlegt haben. Amüsant auch, daß Sie K21 mit S21 verwechselt haben, oder war es doch umgekehrt? .......... Schön wie Sie in Ihrem netten Aufsatz über Streckenanschlüsse feststellen, daß da gar keine Züge fahren. Ok, dann stimmen wir das Lied an: „Es fährt ein Zug nach nirgendwo“. .......... Und was habe ich gelacht, daß es keinen Anschluß mehr von Cannstatt zum Flughafen mehr geben soll, dafür aber eine Direktverbindung Nürtingen – Cannstatt. .......... Und noch so einen Lacher bekam ich, daß Sie einen Höhenverlauf eines nicht mehr existierenden Bauteils des Kopfbahnhofs gebeten hatten. Ach tut mir noch der Bauch weh, vor lauter Lachen. - Dennoch allen Ernstes Oben bleiben!

S21Gegner stellen fest: S21 ist doch harmlos, weil der Kombibahnhof akzeptabel ist: Werter Herr Schwab! 'Sie wissen ganz genau aus Hunderten Kommentaren von mir, daß ich ein Verfechter von K 20, allenfalls K 21 bin' Wenn Sie 'allenfalls' für K21 eintreten, dann treten Sie also auch für die Neubaustrecke Wendlingen-Ulm mit dem Scheitelpunkt bei Hohenstadt ein? Dann haben sich also Ihre energetischen Überlegungen gegen S21 in Luft aufgelöst? ________________________________________________________________________ 'Den Kombibahnhof würde ich nur als Kompromiß schlucken, ich sehe Vorteile gegenüber S 21 und teilweise auch K 21, aber auch die selben massiven Probleme, wie bei S 21, nur in abgeschwächter Form. ' Sehen Sie nun massive Probleme, die das Projekt Ihrer Meinung nach unmöglich machen, oder nicht? Was sind denn 'massive Probleme in abgeschwächter Form'? Muss für den Kombibahnhof das Grundwasser abgesenkt, der Schlossgarten umgebraben, der Nesenbach in einen Düker verlegt, die Seitenflügel abgerissen, die Ebenerdigkeit des Sackbahnhofs aufgegeben, die Tunnels durchs Anhydrit getrieben, die Bahnsteige geneigt werden? Und akzeptieren Sie das, Ja oder Nein? ___________________________________________________________________ 'Ich bin nur ein guter Demokrat und würde einen Kompromiß akzeptieren, das ist alles.' Wenn Sie ein Demokrat wären, hätten Sie nach der Volksabstimmung das letztgültige demokratische Votum der Bevölkerung Baden-Württembergs akzeptiert. ___________________________________________________________________ 'für einen viergleisigen Tiefbahnhof müßten maximal 12 Weichen verlegt werden, für einen 8-gleisigen viermal so viel, trotzdem können beim viergleisigen alle Gleise von jedem Zulaufgleis her erreicht werden, bei einem 8-gleisigen trotz vier mal so vieler Weichen nur 5' Was soll das für ein Argument sein? Der 4gleisige Bahnhof wäre an 3 wichtige Streckenäste (Cannstatt, Plochingen, Böblingen) gar nicht angeschlossen, es könnte also GAR KEIN ZUG aus diesen Richtungen ihn und damit Flughafen oder NBS erreichen. Warum soll das toll sein? Und warum soll es besser sein, dass ein Zug 4 Bahnsteiggleise erreicht und im Zweifelsfall den gesamten Betrieb blockiert (Kreuzung der Gegenrichtung im 4gleisigen Bahnhof), als wenn jeder Zug 5 Bahnsteiggleise erreicht und dabei 3 der Gegenrichtung immer noch komplett freie Fahrt ermöglichen? Das ist wohl unlogisch, oder? ____________________________________________________________________ 'Werner Stohler, der den umstrittenen Streßtest präsentiert hat, stellt fest, daß die Seitenflügel bei einem nur viergleisigen Tiefbahnhof hätten stehen bleiben können.' Wie soll das möglich sein? Bitte um ein Zitat und um Angabe der Höhenverläufe. Davon ab, dass die Diskussion müßig ist, denn die Bahnhofsflügel sind WEG! ___________________________________________________________________ 'Der Bahnhofstrog hätte weitaus weniger Gewicht gehabt, die Verankerung wäre viel einfacher und schonender gewesen.' Wenn der Bahnhofstrog weniger Gewicht hätte, dann müsste ja die angebliche von Ihnen postulierte Gefahr des 'Aufschwimmens', des 'Blockierens des Grundwasserstromes', viel extremer sein, oder? Wenn also der S21-Bahnhof das Grundwasser blockiert oder aufschwimmgefährdet ist, dann müsste der 4gleisige leichtere Durchgangsbahnhof ja noch viel gefährlicher sein, oder? Oder ist der auf einmal harmlos? Dann wäre S21 Ihrer Meinung nach auch harmlos. ______________________________________________________________________ 'Wer den Kompromiß Kombibahnhof gewollt hätte, hätte dies sofort nach dem Streßtest tun müssen mit voller Kraft. Jetzt ist der Zug abgefahren. ' Wir sind uns in diesem Punkt einig, mit Ausnahme des Zeitpunktes. Wer den Kombibahnhof gewollt hätte, hätte sich schon im ROV 1996 oder im PFV 1.1 dafür stark machen müssen. Seit 2005, dem Zeitpunkt der Baugenehmigung, ist der Zug abgefahren. ___________________________________________________________________ 'Im übrigen: ein Kombibahnhof in Tallängsrichtung wäre eh besser und schonender, aber, wie gesagt, das ist Schnee von gestern. ' Ein Kombibahnhof in Längsrichtung wäre wegen der kritischen Unterfahrung der Innenstadt nicht baubar oder wegen der resultierenden Tunneltiefe nicht genehmigungsfähig gewesen. Wenn Sie anderer Meinung sind, bitte einen genauen Höhenverlauf mit Lageplan und Überdeckung vorlegen. Es geht einfach nicht.

Was glauben Sie denn, wer Sie sind?: Ich bin ein Eisenbahner seit Generationen, ich weiß noch den Dampfzug. Und der Verkehr war schon immer gleich und nun zu den Fakten. 1. Der Filderbahnhof wird unter den Fildern gebaut und obendrauf auch, so daß man zugleich noch ein paar Krautsköpfe nach Hannover in einen Kühlwagen verladen kann. 2. Der unterirdische Teil dient dem Tunnel. Im Tunnel wird angekommen und abgereist, die Flieger starten gleich daneben. 3. Ein Parkplatz braucht es nicht. Man stellt das Auto einfach am Bahnhof ab. 4. Eine Eisenbahn fährt immer vorwärts, egal wo die Lok ist und bergauf geht auch weit über 30% Steigung, siehe Gletscherbahn in Zermatt. Ein ICE schafft das locker. 5. Der Schaffner paßt zusätzlich auf, das der Lokfahrer die Handbremse anzieht und sauber am Berg anfährt. Aber das können sich die Gegner wieder alles nicht vorstellen, was heutzutage alles möglich ist.

Kombibahnhof barrierefrei? Dann ist auch S21 für Behinderte gut: Werter Remstäler! 'Komisch, die Baugrube soll nur unwesentlich schmäler sein beim Kombibahnhof? Wie das, sind die Bahnsteige etwa breiter als die absoluten Mindestmaße bei Schrott21?' Falls Sie es nicht wussten - die Bahnsteige von Stuttgart 21 sind DEUTLICH BREITER als die heutigen im Sackbahnhof! Und beim Kombibahnhof müssten diese je nach Ausführung tatsächlich noch einmal breiter werden, da ja eine vielfache direkte Anordnung zwischen Sackbahnhofteil und unterirdischen Durchgangsbahnhof notwendig ist. Damit können Sie aber schlecht Fahrstühle, Treppen und Fahrtreppen trennen und müssen beides parallel anordnen - ergo noch breitere Bahnsteige. _________________________________________________________________ Selbst, wenn man die Bahnsteigbreite von 10m beibehalten könnte, so würde der Bahnsteig nur um diese Nettobreite plus Gleisbereiche schmaler gemacht werden können. Alles, was noch darüber hinausgeht, müsste identisch bleiben, und damit halbiert sich die Breite der Baugruben eben nicht. _________________________________________________________________ 'Die abzupumpende Wassermenge wäre wahrscheinlich auch etwas geringer.' Etwas ja. Aber die Absenkung des Grundwasserspiegels wäre z.B. identisch. Also schadet das nun, wie viele S21-Gegner immer behauptet haben, oder ist es völlig unschädlich? ___________________________________________________________________ 'Genauso könnte durch die kürzereren Weichenfelder die Neigung zumindest etwas reduziert werden. 'Wie soll das möglich sein? Die S-Bahn muss überfahren, die U-Bahn Staatsgalerie unterfahren werden. Wieso sollte sich dieser Höhenunterschied ändern, nur weil der Bahnhof kürzere oder längere Weichenfelder bekommt? Das ist unlogisch. Also, bitte zeichnen Sie mal einen Höhenverlauf. Der Kombibahnhof müsste genauso geneigt sein wie S21. Wer ihn akzeptiert, dokumentiert damit, dass die Gleisneigung und Barrierefreiheit von S21 ebenfalls kein Problem darstellt. __________________________________________________________________ Was ist mit den vielen anderen Themenbereichen, die angeblich als fundamentaler Nachteil von S21 ausgegeben werden? Barrierefreiheit, Stromverbrauch (Der wäre dann doppelt, da ja der Sackbahnhof noch betrieben werden müsste!), Tunnel durchs Anhydrit, Tunnelsicherheit (Fildertunnel und Feuerbacher Tunnel wären identisch!), Energieverbrauch (ICE-Fahrt von Mannheim nach Ulm wäre identisch!), Umleitung der Straßen, Baustellenverkehr etc. - wenn all dies beim Kombibahnhof akzeptabel wäre, dann ist es für S21 genauso akzeptabel.

Kombibahnhof: Viel Gleiswüste, viele schlechte Verbindungen, hohe Kosten - wer will das?: Werter Lucidus! 'Fest steht: Der Kombibahnhof ist kleiner und braucht weniger Tunnel. Daraus folgt: Die Probleme sind kleiner.' Nein, diese Schlussfolgerung ist unzulässig. Bäume müssten so oder so gefällt werden, Grundwassermanagement, Absenkung des Grundwasserspiegels, Durchbohren des Anhydrits, Neigung der Bahnsteige - all dies wird beim kleineren unteridrischen Teil des Kombibahnhofs ebenso notwendig wie bei S21. Diese Dinge sind auch nicht skalierbar oder gar proportional zur Anzahl der Tunnels. Entweder man baut so, oder man baut nicht so. Wer den Kombibahnhof fordert, dokumentiert damit zugleich, dass er keine nichtverkehrlichen generellen Bedenken gegen S21 hat. _________________________________________________________________ 'Dass der Kombibahnhof laut Herrn Stohler erheblich leistungsfähiger ist – nicht erwähnen! ist Ihre Devise. ' Es ist völlig logisch und wird von keinem bezweifelt, dass ein Kombibahnhof mit 13 Zulaufgleisen und 20 Bahnsteiggleisen mehr Züge abwickeln kann als der heutige Sack- oder der im Bau befindliche Durchgangsbahnhof. Das allerdings interessiert niemanden, weil die Anzahl der Züge ohnehin in absehbarer Zeit (min. 50 Jahre) nicht den limitierenden Faktor darstellen wird. Die 49 Zugankünfte, die bei S21 in PREMIUM-Qualität nachgewiesen wurden, reichen dank des Linienkonzeptes locker aus selbst für eine Steigerung der Fahrgastzahlen um 50 oder 60&. Viel wichtiger ist nämlich, welche Züge von wo nach wo fahren, wie schnell und flexibel die Linien sind etc. - und bei dieser qualitativen Bewertung ist S21 grundsätzlich deutlich besser als der Kombibahnhof. Letzterer ist nämlich extrem unflexibel, weil die beiden Bahnhofsteile komplett getrennt voneinander funktionieren müssen und keine Verbindung ermöglichen. Damit sind viele sinnvolle Linienführungen ausgeschlossen, ebenso wie eine Bereitstellung im Durchgangsbahnhof oder andere Fahrmanöver im Notfall.

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