Flugzeug in Stuttgart ohne Funkkontakt Luftwaffe muss im Sommer häufiger Flugzeuge abfangen

Von Barbara Czimmer 

Während der Urlaubszeit häufen sich die Eingriffe der Luftwaffe in den zivilen Flugverkehr. Jüngste Beispiele sind zwei erzwungene Landungen am Wochenende. Eine davon fand in Stuttgart statt.

Etwas zweimal im Monat müssen Eurofighter der Luftwaffe Passagiermaschinen zum Landen zwingen. Foto: dpa 11 Bilder
Etwas zweimal im Monat müssen Eurofighter der Luftwaffe Passagiermaschinen zum Landen zwingen. Foto: dpa

Stuttgart - Eine Passagiermaschine der Korean Air ist am Samstagabend über Stuttgart von zwei Eurofightern der Luftwaffe zum Landen gezwungen worden. Grund dafür war der abgebrochene Funkkontakt. Nach Angaben der Luftwaffe habe man den Piloten aus Sicherheitsgründen nicht zu seinem Zielort Zürich weiterfliegen lassen können.

 

 

„Solche Vorfälle ereignen sich 20 bis 30 Mal pro Jahr und durchschnittlich ein bis zwei Mal im Monat. In den Sommermonaten häufen sie sich allerdings, weil mehr Flugzeuge unterwegs sind“, sagte ein Sprecher der Luftwaffe unserer Zeitung.

Fehler bei Technik und Bedienung

In Münster (Westfalen) hatte es am Freitagabend ebenfalls einen Eingriff der Luftwaffe gegeben. Auch dort war kein Funkverkehr zu einer Passagiermaschine möglich, die aus Hurghada (Ägypten) kam. Einen Zusammenhang zwischen den beiden Vorfällen gibt es nach Angaben der Luftwaffe nicht.

In dem Easyjet über Münster könnte ein Bedienfehler ursächlich gewesen sein, in Stuttgart hingegen sei die komplette Kommunikation wegen eines technischen Defekts zum Erliegen gekommen. Derzeit wird die Maschine auf dem Stuttgarter Flughafen von Angehörigen der Airline untersucht.

Mit Bus nach Zürich

Die Passagiermaschine war, geleitet und begleitet von zwei Kampfjets der Luftwaffe, am Samstagabend um 22.20 Uhr sicher in Stuttgart gelandet. Da die Militärflugzeuge nach Angaben der Luftwaffe jedoch „fast mit Überschallgeschwindigkeit“ unterwegs waren, hatte es zwei Mal einen lauten Knall über Stuttgart gegeben. Dies führte am Flughafen und bei der Polizei zu mehreren hundert Beschwerdeanrufen.

Die 211 koreanischen Passagiere mussten die Nacht auf Feldbetten im Flughafen verbringen, weil weder genügend Hotelbetten noch Busse verfügbar waren. Sie fuhren am Sonntagmorgen per Bus nach Zürich weiter.