Fünfsternehotel rüstet auf Wellness in Burgruine aus der Stauferzeit

Von Sabine Riker 

Im Hotel Staufeneck neben der gleichnamigen Burg entsteht eine Wellnessanlage samt ganzjährig beheizbarem Pool mit grandiosem Blick auf das Filstal.

Die Mauern der Burg sind schadhaft und müssen saniert werden. Gleichzeitig entstehen auf Staufeneck ein Swimmingpool und ein Fitnessstudio. Foto: Horst Rudel
Die Mauern der Burg sind schadhaft und müssen saniert werden. Gleichzeitig entstehen auf Staufeneck ein Swimmingpool und ein Fitnessstudio. Foto: Horst Rudel

Salach - Grau hängt der Himmel über der Burg Staufeneck bei Salach. In den Westhang haben Baugeräte ein riesiges Loch gefressen, und obwohl ein eisiger Wind bläst, wird auf dieser Baustelle mit Blick weit ins Filstal hinein gearbeitet. Im Mai, wenn die Wiesen ringsum wieder grün sind und die Bäume Blätter treiben, soll an dieser Stelle ein ganzjährig beheizbarer Swimmingpool und ein Fitnessstudio mit 100 Quadratmeter Fläche entstanden sein. Parallel dazu wird im ersten Stock des Gebäudes der Wellnessbereich saniert und erweitert. Dazu musste ein Teil der Außenwand herausgebrochen werden. Die Kosten für dieses Projekt beziffert Klaus Schurr auf rund 800 000 Euro. Schurr ist neben seinem Schwager, dem Sternekoch Rolf Straubinger, der Eigentümer der Burganlage nebst Gourmetrestaurant und Fünf-Sterne-Hotel.

Die schadhafte Burgruine wird saniert

Doch nicht nur die Neubaupläne treiben die Eigentümer um. Die Zeit hat den Sandsteinmauern der um das Jahr 1240 errichteten Burg stark zugesetzt. Besonders groß sind die Schäden an der südlichen Palaswand. Schurr rechnet allein für die Sicherung der historischen Burgruine mit Kosten in Höhe von 600 000 Euro. „Mit diesen zusätzlichen Ausgaben haben wir natürlich nicht gerechnet, das ist schon ein Brocken“, sagt er. Er ist deshalb froh, dass das Landesdenkmalamt und die Denkmalstiftung Baden-Württemberg die bevorstehende Sanierung mit insgesamt rund 260 000 Euro fördern. „Wir sind schließlich Privatleute und brauchen Unterstützung.“

Enge Abstimmung mit dem Landesdenkmalamt

Das Landesdenkmalamt war es auch, das die Schäden an dem geschützten Mauerwerk monierte, als es vor zwei Jahren prüfte, wie sich der geplante Swimmingpool und Fitnesspark in die umgebende historische Bebauung einfügen. Denn die Burg gilt als Musterbeispiel einer staufischen Ministerialienburg, die sich aus Sicht der Denkmalpflege durch ein sogenanntes stauferzeitliches Buckelquadermauerwerk, einen außen runden und innen achteckigen Bergfried und beachtliche Reste des Palas auszeichnet. Nachdem das Gemäuer in den vergangenen zwei Jahrhunderten zusehends verfallen sei, sei nun eine aufwendige Sanierung überfällig, befand die Behörde.

Die Sanierung eines denkmalgeschützten Bauwerks hat ihre Tücken. „Da muss jedes Steinchen wieder an seinen Platz zurück“, erklärt Schurr. Deshalb habe man Fachingenieure zurate gezogen, und mit der Ausführung der Arbeiten würden ausschließlich Fachfirmen betraut, die Erfahrung mit der Sanierung solcher Bauwerke hätten. Der erste Bauabschnitt – die Sicherung der südlichen Palaswand und des Eingangs – soll Ende März, spätestens aber im April in Angriff genommen werden. Im Frühjahr 2016 sollen die Fugen und Risse der restlichen Mauern repariert werden.

Seit dem Jahr 2000 sind Schurr und Straubinger Burgherren

Als die Familie Straubinger im Jahr 1928 ein Restaurant auf Staufeneck eröffnete, hätten ihre Mitglieder wohl nicht gedacht, je einmal zu Burgherren zu avancieren. Doch als man den Plan fasste, ein Hotel zu errichten, entschlossen sich der Sternekoch Rolf Straubinger und sein Schwager Klaus Schurr nicht nur den Grund und Boden für den Neubau zu erwerben, sondern gleich die ganze Burg. Das war im Jahr 2000. „Uns war natürlich klar, dass wir uns damit auch verpflichteten“, sagt Schurr. Und obwohl die Erhaltung eines denkmalgeschützten Gemäuers ihre Tücken habe, hätten er und sein Schwager diesen Schritt nie bereut.

Seit dem Kauf der Burg hat sich viel getan. Ein Fünf-Sterne-Hotel ist entstanden, das den Gastronomenfamilien im Jahr 2011 den begehrten Titel „Hotelier des Jahres“ eintrug. Der Familienbetrieb im schwäbischen Salach hatte damals renommierte Adressen in Berlin, Hamburg und München ausgestochen. „Damit hatten wir nicht gerechnet“, sagt Schurr, der Chris de Burgh, Iris Berben und den ehemaligen Bundespräsidenten Horst Köhler zu seinen Gästen zählen kann.