Gäubahn in Stuttgart Direktanschluss für Panoramastrecke im Visier

Von Josef Schunder 

Die künftige Anbindung der Gäubahngleise in Stuttgart an den Hauptbahnhof wird plötzlich wieder rege diskutiert. Die Katastrophe beim Tunnelbau der Bahn bei Rastatt befördert die Debatte noch.

Aussichtsreiche Streckenführung: Die Panoramabahn, hier im Stuttgarter Norden, soll nach dem Bau von Stuttgart 21 für den Nahverkehr genutzt werden, aber möglichst den Anschluss an den Hauptbahnhof behalten. Foto: dpa
Aussichtsreiche Streckenführung: Die Panoramabahn, hier im Stuttgarter Norden, soll nach dem Bau von Stuttgart 21 für den Nahverkehr genutzt werden, aber möglichst den Anschluss an den Hauptbahnhof behalten. Foto: dpa

Stuttgart - Das Ziel, dass auch von der Panoramabahnstrecke der Gäubahn in Stuttgart künftig einmal Züge direkt in den unterirdischen Durchgangsbahnhof von Stuttgart 21 einfahren können, nicht nur auf Umwegen im Norden von Stuttgart, ist wieder aktuell. Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) und der eben verstorbene S-21-Schlichter Heiner Geißler haben es schon vor Jahren thematisiert.

Vor Medienvertretern wies Hermann nun am Dienstag darauf hin, dass die Landesregierung und der Verband Region Stuttgart eine Studie über die Anbindung der Panoramastrecke, die von der Gäubahn künftig nicht mehr befahren wird, an den Hauptbahnhof erstellen lassen. Der Südwestrundfunk vermeldete danach eine „überraschende Wende beim Projekt Stuttgart 21“. Darüber freute sich der Landesverband des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) am Mittwoch in einer Pressemitteilung: „Das Land bewegt sich doch.“ Die Regierung und die Region zögen nach langem Zaudern die richtigen Konsequenzen aus „zahlreichen Mängeln der Stuttgart-21-Planung“. Der BUND will aber auch geprüft haben, ob Teile des oberirdischen Bahnhofs zu erhalten und für den Nahverkehr zu nutzen wären.

Schon seit mehr als einem Jahr geht es um ein Gutachten

Fakt ist, dass eine Machbarkeitsstudie über die Anbindung der Panoramastrecke schon vor rund einem Jahr vergeben werden sollte. Damit wollten Land und Region diverse Möglichkeiten zur Ergänzung von S 21 grundsätzlich prüfen lassen – einschließlich indirekten Anbindungen der Panoramastrecke an Gleise zwischen Hauptbahnhof und Feuerbach sowie Hauptbahnhof und Bad Cannstatt, was für die Fahrt zum Hauptbahnhof eventuell ein Wendegleis in Feuerbach nötig machen würde. Ausdrücklich auch enthalten sein sollte die Direktanbindung. Allerdings machten einige Regionalräte im September 2016 bereits klar, dass sie die Direktanbindung nicht für wünschenswert oder aber für zu teuer halten. Ein Sprecher des Ministeriums konnte am Mittwoch nicht sagen, ob ein weiteres Gutachten eingeholt wird: „Wahrscheinlich geht es um das damals diskutierte.“ Wann Ergebnisse vorliegen, wisse er nicht. Jedenfalls arbeite man mit vielen Beteiligten konstruktiv an einer guten Anbindung.

Minister Hermann macht vor Sitzung des Lenkungskreises Druck

Die Diskussion flammt auch wegen des Unglücks beim Tunnelbau für die Bahn bei Rastatt wieder auf, wo oberirdische Gleise wegbrachen.

Wie der Unfall bei Rastatt zustande kam und was der Bahn dort vorgeworfen wurde, sehen Sie im Video:

Vor diesem Hintergrund, erklärte der BUND unserer Zeitung, halte man es mehr denn je für erforderlich, dass der Stuttgarter Hauptbahnhof für Gäubahnzüge, die künftig einmal durch den Fildertunnel kommen sollen, mit der Panoramastrecke und oberirdischen Gleisen im Hauptbahnhof garantiert erreichbar bleibe. Hermann hatte zuvor mit Bezug auf Rastatt geäußert, die Bahn müsse die Risiken beim Tunnelbau im quellfähigen Anhydrit beim Projekt Stuttgart 21 minimieren. Bei der nächsten Lenkungskreissitzung für S 21 am 27. Oktober erwarte er eine Stellungnahme. „Die Front bezüglich oberirdischer Gleise im Hauptbahnhof machen wir aber nicht auf“, sagte Hermanns Sprecher.

8 Kommentare Kommentar schreiben

Tja liebe Proler, nix wars mal wieder:: „Die Front bezüglich oberirdischer Gleise im Hauptbahnhof machen wir aber nicht auf“, sagte Hermanns Sprecher... noch nicht. Abgesehen davon: Interessant, dass sich die Restproler neuerdings an Aussagen ihrer Hassfigur Nummer 1 klammern.

Tja liebe Proler, nix wars mal wieder : euer Problem ist: euch läuft die Zeit davon, uns Gegnern nicht..

Tja liebe Gegner, nix wars mal wieder: >>>„Die Front bezüglich oberirdischer Gleise im Hauptbahnhof machen wir aber nicht auf“, sagte Hermanns Sprecher.<<<

ob Stuttgart 21 mal funktioniert ist Ihnen egal: das zeigen Sie mal wieder mit Ihrem Kommentar Frieder M. Überall wird versucht die mangelhafte S21-Planung wenigstens etwas nachzubessern wie hier mit der Gäubahn, und Ihnen fällt dazu nur ein Kommentar gegen die Gegner ein. Ob das mit den oberdischen Gleisen endgültig ist wird sich erst in vielen Jahren zeigen wenn der S21-Probebetrieb beginnen kann. Langt dann die Kapazität im neuen Bahnhof nicht wird bestimmt niemand alle Gleise oben abbauen.

sehr sinnvoll: ist die direkte Anbindung der Gäubahn an S21. Dafür lieber die Rohrer Kurve mit der unsinnigen Umleitung über S-Bahngleise zum Flughafen weglassen. Heute hat RE/IC ab Stuttgart Rohr ein eigenes freies Gleis bis fast zum HBF, nach der aktuellen Planung soll sich künftig alles (S-Bahn, RE, IC) auf der neuen Streckenführung auf den gleichen Gleisen stauen. Für die die zum Flughafen wollen ein RE-Halt in Stuttgart Vaihingen, von dort Umstieg in die S-Bahn zum Flughafen und gut ist.

Zukunftsprojekt: Sauteuer und immer noch teurer, weniger Kapazität zu den Hauptverkehrszeiten als der heutige Bahnhof, kein integraler Taktfahrplan möglich bei dem Regionaverkehr auf den Fernverkehr abgestimmt ist, auf 6 mal schrägeres Gleisgefälle als erlaubt, noch klein Brandschutz, zukunftfähiger und verlässlicher Ausbau des S-Bahnverkehrs wurde vergessen, 60 km Tunnel davon 15 im quelklfähigen Anhydrit, Gefährdung des Stuttgarter Mineralwassers, dutzende nötige Umplanungen und damit zusammnehängende Bauverzögerungen, manche Abschnitte noch gar nicht genhemigt, Wendlinger Kurve völlig fehlgeplant - und muß scheinbar auch noch auch noch die stümperhafte "Gäubahnplanung" korrigiert werden. Es ist schön, das sich Herr Hermann so für eine Verbesserung diese peinlichen Projektes nach Provinzpolitikerwünschen bemüht - aber so ein grundsätzlicher Mist hätte er konsequent von Beginn seiner Amtszeit mit allen Mitteln verhindern sollen. Was ist übrigbleibt ist hektische und teuere Flickschusterei die seltsamerweise planerisch und finanziell von Stuttgart 21getrennt wird. Logischerweise müssten die diese Planung und berechneten Kosten eigentlich dem privatwirtschaflichen Verursacherzukunftsprojekt Stuttgart 21 der Deutschen Bahn AG zugerechnet werden - ebenso die völlig fehlgeplante Wendlinger Kurve. Aber auch hier spielt der gute Herr Hermann brav das Hinterzimmer-Spiel von offensichtlich unfähigen und letzendlich völlig verantwortungsfreien Politikern und Entscheidern mit.

Flick-schuster-ei : haben wir das nicht einem OB gleichen Namens zu verdanken? Alle wollten eine Radrennstrecke in die Stadt . . . . .

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