Doch würde man einen Roboter oder einen Menschen wirklich frei nennen, wenn seine Entscheidungen vom Zufall abhängen? Zum freien Willen gehört die Vorstellung, dass man selbst die Entscheidung in der Hand hat. Doch dieser Einwand wird Briegels Modell nicht gerecht. Denn darin steuert der Zufall nicht die Entscheidung, sondern das Ausarbeiten der Optionen. Der Zufall leitet eine Art Brainstorming, bei dem möglichst ungewöhnliche Ideen gesammelt werden sollen, aus denen Maschine oder Mensch dann auswählen können.

 

Trotzdem setzt an diesem Punkt die Kritik ein. „Was wäre denn für die Willensfreiheit gewonnen?“, fragt der Philosoph Michael Pauen von der Humboldt-Universität in Berlin. Wenn man viele kreative Optionen auslote, sei noch keine Entscheidung getroffen – und erst recht keine freie. Die Fragen der Willensfreiheit entzünden sich seiner Ansicht nach nicht daran, welche Optionen zur Verfügung stehen, sondern daran, wie zwischen den Optionen abgewogen wird. Wird ein Mensch unter Druck gesetzt oder kann er sich nicht richtig konzentrieren? Das wären Fälle, in denen er nicht frei entscheiden kann. Doch Briegel genügt es, wenn ein paar Optionen im Spiel sind, an die der Mensch nicht von vornherein gedacht hat.

Die Entscheidung ist festgelegt und doch frei?

Um zu erklären, wie man genügend Spielraum in seinen Entscheidungen haben kann, ohne die Naturgesetze zu verletzen oder sich vom Zufall abhängig zu machen, haben einige Philosophen einen ganz anderen Ansatz gewählt: Sie definieren die Willensfreiheit so, dass es nicht auf die Naturgesetze ankommt. Pauen übersetzt Willensfreiheit zum Beispiel mit Selbstbestimmung. Eine Entscheidung kann demnach festgelegt sein und doch frei. Vorausgesetzt, sie wird durch die richtigen Faktoren festgelegt, nämlich die Wünsche und Argumente des Menschen – und nicht durch die Wünsche und Argumente anderer.

Für eine freie Entscheidung muss man nach dieser Definition auch nicht immer gründlich nachdenken. Der Roboter hätte zum Beispiel ohne aufwendige Analyse einfach das Kind aus dem Wasser ziehen können, schimpft der Mann, der gerettet wurde. „Ein Mensch hätte das gewusst.“

Das zufällige Kombinieren von Erinnerungen könnte „die Saat des Neuen“ sein, wie Briegel es nennt. Ob Menschen tatsächlich so vorgehen und tatsächlich über einen freien Willen verfügen, will er damit nicht geklärt haben. Diese Frage überweist er an die Neurowissenschaftler, die schon seit einigen Jahren untersuchen, ob dem Menschen die Entscheidungen seines Gehirns nicht oft erst einige Millisekunden, nachdem sie getroffen wurden, bewusst werden. Briegel geht es nur um die Frage, ob nicht der Zufall in einer durch Naturgesetze festgelegten Welt ein unvorhersagbares Element ins Spiel kommen könnte.

Kritik am Modell des freien Willens

Doch würde man einen Roboter oder einen Menschen wirklich frei nennen, wenn seine Entscheidungen vom Zufall abhängen? Zum freien Willen gehört die Vorstellung, dass man selbst die Entscheidung in der Hand hat. Doch dieser Einwand wird Briegels Modell nicht gerecht. Denn darin steuert der Zufall nicht die Entscheidung, sondern das Ausarbeiten der Optionen. Der Zufall leitet eine Art Brainstorming, bei dem möglichst ungewöhnliche Ideen gesammelt werden sollen, aus denen Maschine oder Mensch dann auswählen können.

Trotzdem setzt an diesem Punkt die Kritik ein. „Was wäre denn für die Willensfreiheit gewonnen?“, fragt der Philosoph Michael Pauen von der Humboldt-Universität in Berlin. Wenn man viele kreative Optionen auslote, sei noch keine Entscheidung getroffen – und erst recht keine freie. Die Fragen der Willensfreiheit entzünden sich seiner Ansicht nach nicht daran, welche Optionen zur Verfügung stehen, sondern daran, wie zwischen den Optionen abgewogen wird. Wird ein Mensch unter Druck gesetzt oder kann er sich nicht richtig konzentrieren? Das wären Fälle, in denen er nicht frei entscheiden kann. Doch Briegel genügt es, wenn ein paar Optionen im Spiel sind, an die der Mensch nicht von vornherein gedacht hat.

Die Entscheidung ist festgelegt und doch frei?

Um zu erklären, wie man genügend Spielraum in seinen Entscheidungen haben kann, ohne die Naturgesetze zu verletzen oder sich vom Zufall abhängig zu machen, haben einige Philosophen einen ganz anderen Ansatz gewählt: Sie definieren die Willensfreiheit so, dass es nicht auf die Naturgesetze ankommt. Pauen übersetzt Willensfreiheit zum Beispiel mit Selbstbestimmung. Eine Entscheidung kann demnach festgelegt sein und doch frei. Vorausgesetzt, sie wird durch die richtigen Faktoren festgelegt, nämlich die Wünsche und Argumente des Menschen – und nicht durch die Wünsche und Argumente anderer.

Für eine freie Entscheidung muss man nach dieser Definition auch nicht immer gründlich nachdenken. Der Roboter hätte zum Beispiel ohne aufwendige Analyse einfach das Kind aus dem Wasser ziehen können, schimpft der Mann, der gerettet wurde. „Ein Mensch hätte das gewusst.“

Briegel kennt diese philosophischen Ansätze, aber er hält nicht viel von ihnen. „Ich habe noch kein explizites Modell gesehen“, sagt er. Aber in diesem Punkt mag man fragen, warum er den Neurowissenschaftlern ihre Aufgaben überlässt – aber den Philosophen nicht?