Gehälter beim VfB Stuttgart Großzügigkeit ist Geschichte
Thomas Haid, 04.02.2010 18:12 Uhr
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Bekommt die neue Lohnpolitik des VfB zu spüren: Stürmer Cacau. Foto: dpa
Bekommt die neue Lohnpolitik des VfB zu spüren: Stürmer Cacau. Foto: dpa
""Der Club wird sich schon wieder melden. Ich warte ab.""
Cacau über den Vertragspoker

Stuttgart - Heribert Bruchhagen wollte kürzlich nichts unversucht lassen und alle Möglichkeiten ausschöpfen. Dass seine Chance aber eher gering sein würde, das wusste er schon, bevor er zum Telefon griff. Er wollte sich beim VfB Stuttgart erkundigen, ob die Verpflichtung von Cacau möglich wäre. Doch dann war der Vorstoß noch schneller beendet als erwartet. Bereits die erste Rückmeldung über die gewaltigen Gehaltsvorstellungen des VfB- Stürmers sprengte den Finanzrahmen des Vorstandschefs von Eintracht Frankfurt, der folglich passen musste. Heribert Bruchhagen legte den Hörer wieder auf.

So einfach kann es sich der VfB nicht machen - aber auch da sind die Fronten mit Cacau verhärtet. Zu hören ist, es handle sich um eine unerfüllbare Forderung. Der 28-jährige Angreifer will eine deutliche Aufstockung seiner bisherigen Bezüge und auf dem Wasen in die Klasse der absoluten Spitzenverdiener aufsteigen, gleich hinter Alexander Hleb (sieben Millionen) und auf Augenhöhe mit Matthieu Delpierre, Serdar Tasci und Jens Lehmann. Zu dieser Kategorie zählten auch die jüngst abgewanderten Mittelfeldspieler Thomas Hitzlsperger und Yildiray Bastürk.

Gesteigerter Marktwert


Im Juni läuft der Vertrag von Cacau aus. Horst Heldt bestätigt, dass die Verhandlungen aufgenommen wurden. Ins Detail geht der VfB-Manager nicht. Der Club habe dem Spieler einen Vorschlag gemacht - "und der Spieler unterbreitete uns einen Gegenvorschlag", sagt Heldt. Zwischen den beiden Vorschlägen liegen allerdings Welten. Das ist der Stand. Heldt teilte Cacau mit, dass eine Einigung zu den von ihm gewünschten Bedingungen ausgeschlossen sei. Lieber ließe man den Spieler nach dem Ende dieser Saison ablösefrei ziehen.

So weit ist es noch nicht. Allerdings müsste Cacau einige Abstriche machen. Er sagt, dass der VfB das Interesse an einer Fortsetzung der Zusammenarbeit gezeigt habe. Es seien Gespräche geführt worden, "aber dann wurde der Trainer Markus Babbel entlassen". Seitdem herrsche Funkstille. "Der Club wird sich jedoch schon wieder melden", sagt Cacau, "ich warte ab."

Lange muss er sich wohl nicht mehr gedulden. "Wir werden bald ein Ergebnis haben", sagt Heldt. Der VfB kennt zwar die Qualitäten und Verdienste von Cacau, der im Jahr 2007 einen nicht geringen Anteil am Gewinn der deutschen Meisterschaft hatte und in der Vergangenheit auch noch nicht als gieriger Raffzahn aufgetreten ist. Außerdem ist sein Marktwert zuletzt weiter gestiegen, weil er zum Kreis der deutschen Nationalmannschaft gehört. Dennoch ist der VfB nicht bereit, den von Cacau verlangten Preis zu zahlen - auch weil im Verein in diesem Punkt ein grundsätzliches Umdenken stattgefunden hat.

Keine finanziellen Abenteuer


Es ist ein allgemeiner Trend in der Liga, dass den Forderungen der Spieler nicht mehr bedingungslos nachgegeben wird. Lange Zeit lag die Macht bei den Profis. Nun wollen die Vereine nicht mehr alles mitmachen und sich nur noch in Einzelfällen auf finanzielle Abenteuer einlassen. Jüngst etwa musste sich der Hamburger SV nach der Decke strecken, um den Weltklassestürmer Ruud van Nistelrooy von Real Madrid verpflichten zu können.

Auch beim VfB wird es weiter Ausnahmen geben. Um etwa Sami Khedira zur Vertragsverlängerung zu bewegen, wird Horst Heldt wohl über seine Schmerzgrenze hinausgehen müssen. Ansonsten aber wurde im Verein zuletzt noch einmal bekräftigt, dass man im Umgang mit den Profis künftig eine andere und härtere Linie fahren werde. Vor allem wenn es um die Lohnpolitik geht. In der Vergangenheit galt der VfB in dieser Beziehung als eher großzügig. Im Zweifel, so hieß es, würden die Forderungen lieber erfüllt, als dass man einen Bruch riskierte. Das führte dazu, dass der VfB einen der teuersten Kader in der Bundesliga unterhält und sich zur Refinanzierung der Gehälter eigentlich immer für die Champions League qualifizieren müsste.

Dass der VfB nicht gerade knausrig ist, hat sich herumgesprochen. Dadurch wurden Begehrlichkeiten geweckt, wie jetzt bei Cacau. Doch darauf will sich der Verein nun nicht mehr einlassen. Anders ausgedrückt: am Beispiel des gebürtigen Brasilianers soll der Sinneswandel demonstriert werden. Der VfB ist im Begriff, sein Gehaltsniveau zu senken und neu auszurichten.

Cacau hat schlechte Karten bei Gross


Der Fall Cacau ist allerdings ziemlich vielschichtig. Er ist einer der Verlierer des Trainerwechsels, denn Christian Gross setzt im Angriff auf Ciprian Marica und Pawel Pogrebnjak. Deshalb ist Heribert Bruchhagen überhaupt erst auf die Transferidee gekommen. Er habe sich jedoch nicht eine Minute lang damit beschäftigt, sagt Cacau, der seine Lage so einschätzt: "Ich war verletzt - und wenn das Team gewinnt, gibt es keinen Grund, etwas zu verändern. Das ist völlig normal."

Dass seine Aussichten auf die WM-Teilnahme dadurch nicht besser werden, weiß Cacau auch. In einer ähnlichen Situation hat Thomas Hitzlsperger den VfB jetzt in Richtung Lazio Rom verlassen, wo er sich mehr Spielpraxis und damit günstigere Perspektiven für die WM erhofft. Das eine sei nicht mit dem anderen zu vergleichen, sagt Cacau: "Thomas hat mehr als 50 Länderspiele bestritten - und ich erst vier."

Kommentare (8)
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FEB
05
Frank, 18:16 Uhr

Richtig so VfB und Trainer Groß,...

...dass ihr endlich in diesem Kader aufräumt. Und eure Leistung kann sich sehen lassen. Die überbezahlten Bankdrücker wurden zum größten Teil ausgemustert und wenn Cacau mehr verdienen will, dann soll er sein Glück doch einfach woanders versuchen. Lieber in Khedira investieren und ihm einen ordentlichen Vertrag verpassen, damit er dem Verein eine hohe Ablöse verschaffen kann, denn wenn er weiter so spielt, wird er nach England oder Spanien ziehen. Dann haben wenigstens beide - Verein und Spieler - etwas davon. Also, weiter so und lieber einen kleineren Top Kader aufstellen, der in der kommenden Saison wieder um Meisterschaft und Champions League spielt.

FEB
05
Berliiiin, 14:11 Uhr

cacau

Ich muss allerdings anmerken, dass Cacau zu den verdienten Spielern des Vfb gehört und auch stetig Leistung gebracht hat. Wie in dem Artikel beschrieben, hat er keinen geringen Anteil an der Meisterschaft 07 und auch an dem Werdegang eines Mario Gomez gehabt, der sicherlich einfach das nötige Talent, aber auch den richtigen Sturmpartner hatte. Wenns mal schlecht lief für den Vfb, war Cacau immer einer der Spieler, der noch das Zeug hatte durch Einzelleistungen was zu bewegen. Da der Vfb eh den Anspruch haben muss, sich jährlich für den internationalen Wettbewerb zu qualifizieren, sollte man danach auch seine Kader- und Finanzplanung richten. Cacau gehört nunmal einfach zu einem Stamm von Spielern, den man halte sollte, wenn man Erfolg haben will, zwar nicht zu utopischen Konditionen, aber ein wenig Entgegenkommen kann schon verlangt werden. Er ist einfach ein Spieler, der dem Vfb immer weiterhelfen kann, vor allem, wenn die Euphorie um Marica verflogen ist und er wieder in seinen alten Trott zurückfällt. Ich will an dieser Stelle auch noch hinweisen, dass ein Julian Schieber total überbewertet und seine Nichtbeachtung von Neu-Trainer Gross absolut berechtigt ist.

FEB
05
VFBler, 11:30 Uhr

By By Cacau

Die Spieler beim VFB sollten sich mal bewußt machen das Sie zu den Spitzenverdinnern in der Bundesliga gehören. Einen Stürmer der in den letzten 1 1/2 Jahren keine 10Tore geschoßen hatt braucht man nicht um jeden Preis halten wenn er das Angebot vom VFB nicht annehmen will soll er gehen. Bin mal gespannt bei welchem Verein er dan landet und wieviel weniger Geld er dan dort erhalten wird. Wenn ich schon höre das der Verein den Spielern Perspektiven bieten muss kommt mir die Galle hoch. Wo ist den Cacau der Durchbruch gelungen, wo ist er Nationalspieler geworden, wo konnte er die letzten 6Jahren CL oder Uefacup spielen bei VFB!!! Was ist den aus den Spielern geworden die vom VFB gegangen sind Hildebrandt spielt jetzt in Hoffenheim für weitaus weniger Geld als er frührer beim VFB!

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