Heidelberg Asylbewerber belästigen junge Frauen

Von Johanna Eberhardt 

Die Notunterkunft für Asylbewerber vor den Toren Heidelbergs schafft mehr Probleme als erwartet. Klagen gibt es vor allem über junge Männer aus Ex-Jugoslawien; sie sollen Mädchen teils gravierend belästigt haben. Die Polizei reagiert mit zusätzlichen Streifen.

Die Asylbewerber sind zwei Kilometer vom Heidelberger Stadtteil Kirchheim  entfernt untergebracht. Ihr Weg führt sie deshalb mehrmals wöchentllich durchs Naherholungsgebiet. Foto: Alexander Müller
Die Asylbewerber sind zwei Kilometer vom Heidelberger Stadtteil Kirchheim entfernt untergebracht. Ihr Weg führt sie deshalb mehrmals wöchentllich durchs Naherholungsgebiet.Foto: Alexander Müller

Heidelberg - Die große Notunterkunft für Asylbewerber, die das Regierungspräsidium Karlsruhe Ende vorigen Jahres kurzfristig in der ehemaligen US-Wohnsiedlung Patrick-Henry-Village vor den Toren von Heidelberg eingerichtet hat, schafft mehr Probleme als erwartet. Die Unterkunft bietet Platz für bis zu 2000 Flüchtlinge, momentan sind in ihr 1350 Menschen untergebracht. Klagen gibt es vor allem über junge Männer aus Ex-Jugoslawien; sie stellen derzeit mit 62 Prozent das größte Kontingent der Asylbewerber im Land, entsprechend groß ist auch ihr Anteil an den Bewohnern der Heidelberger Unterkunft. Die liegt isoliert etwa zwei Kilometer vom nächsten Stadtteil Kirchheim entfernt, wo die Asylbewerber einkaufen. Ihr Weg führt sie dabei durch die Felder und das Naherholungsgebiet des Stadtteils, in dem auch ein größerer Reiterhof und eine Reitschule liegen. Junge Mädchen, die mit ihren Pferden unterwegs waren, sind nach Angaben der Polizei in den vergangenen Wochen wiederholt und teils gravierend belästigt worden.

Im Vordergrund standen dabei geschmacklose verbale Anmachversuche, die Männer haben die Mädchen fotografiert, in einigen Fällen haben sie den Reiterinnen auf ihren Pferden oder in einem Auto regelrecht den Weg verstellt; einmal hat eine größere Gruppe eine Kutsche zum Halten gezwungen. Es seien nur einzelne Bewohner, die unangenehm auffielen, versichert man bei der Polizei. „Aber da grenzt manches schon an Nötigung, was uns gemeldet worden ist“, erläutert der Pressesprecher des Präsidiums Mannheim.

Seit Anfang Januar hat es immer wieder Beschwerden gegeben

Am 8. Januar gab es die erste offizielle Beschwerde, seither sind immer wieder – zuletzt am Wochenende – weitere dazugekommen. Die Polizei hat reagiert: Sie hat eine eigene Dienstelle in Patrick-Henry eingerichtet, in der täglich von 7 bis 19 Uhr zwei Beamte vor Ort sind, sie hat Streifenfahrten verstärkt, und seit dem 15. Januar sind zusätzlich zwischen der Unterkunft und Kirchheim zwei- bis dreimal pro Woche Beamte der Reiterstaffel im Einsatz. Man habe den Eindruck, dass die Probleme wieder etwas am Abklingen seien, sagt Jörn Fuchs, der Vorsitzende des Stadtteilvereins. Die Polizei teilt diese Einschätzung offenbar nur bedingt. „Wir haben dort schon noch unsere liebe Not“, gesteht der Sprecher des Mannheimer Präsidiums.

Die Hauptkritik aus dem Stadtteil richtet sich an die Adresse der Landes: „Vor Weihnachten hieß es, es kommen Kriegsflüchtlinge aus Syrien und dem Irak“, erläutert Fuchs. Dann seien über Nacht 1000 Leute einquartiert worden, ohne die entsprechenden Strukturen zu schaffen – überwiegend seien junge Männer in der Siedlung untergebracht worden, „die nicht wissen, wie sie ihre Zeit totschlagen sollen“, schildert der Stadteilsprecher. Kirchheimer Bürger, die Hilfe angeboten hätten, seien weggeschickt worden. „Es gibt keine Kontaktaufnahme zwischen der Betreuung der Unterkunft und dem Ort, auch das ist ein Problem“, sagt er. Etliche Bürger fühlten sich wegen der vielen Männer im Feld nicht mehr sicher. Ärger mache auch der Müll, den sie entlang ihres Weges liegen lassen. „Aber wir gehen relativ gelassen mit dem Thema um“, versichert er.

Bei der Stadt geht man von Anlaufschwierigkeiten aus

Der Betreiber habe inzwischen einzelne Bewohner auf die Einhaltung von Verhaltensregeln angesprochen, andere seien verlegt worden, sagte ein Sprecher des Regierungspräsidiums. „Nach unserem Eindruck hat sich die Lage beruhigt“, sagte er, man werde sie aber im Auge behalten. Das hofft man auch im Rathaus. „Wir gehen davon aus, dass die bisherigen Problemen Anlaufschwierigkeiten waren“, sagte der Pressesprecher. „Auf Dauer wäre die bisherige Belastung für den Stadtteil zu groß.“

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15 KommentareKommentar schreiben

Flüchtlinge Willkommen - Pauschalisierung nicht: War zu erwarten das sich die Hobby-Flüchtlingsgegner auf diesen Artikel stürtzen wie Geier. Überall gibt es Leute die über die Stränge schlagen: Bei den Flüchtlingen, wie im Artikel geschildert und bei den Deutschen, wie an Gruppen wie Pegida zu sehen. Das ändert nichts an der Tatsache das Flüchtlinge hier Willkommen sind. Pauschalisierung nervt und ist unreif und dient Hetzern als Kampfmittel.

Ungehörig: Asylanten, die Mädchen sexuell belästigen mit der Pegida-Bewegung, die für eine freie und lebenswerte Zukunft unseres Landes einsteht, ist an Ekelhaftigkeit kaum noch zu überbieten.

Ex-Jugoslawien?: 62 Prozent der Asylbewerber aus Ex- Jugoslawien? Zuerst dachte ich, hoppla, das ist ja ein Artikel aus den Neunzigern. Als ich dann aber von Irakern und Syriern las, war ich dann doch etwas verwirrt. Ich bin selber Ex-Jugoslawin, nämlich Serbin, und ich frage mich, was denn für Asylbewerber aus Ex-Jugoslawien. Was sind das denn für Vertriebene, und von wem vertrieben, oder warum verfolgt, jetzt und heute, 2015 ? Sieht wohl eher so aus als flüchteten sie vor dem Arm des Gesetzes, denn Frauen belästigen gilt im ehemaligen Jugoslawien ebenso als Fehlverhalten und Straftat, nur bekommt man bei uns dafür kein warmes Bett, ein Lunchpaket, und regelmäßiges Taschengeld. Wenn ich bedenke, wie vielen armen, geschundenen Menschen diese:"Asylbewerber aus Ex-Jugoslawien"(die Bezeichnung ist ja schon absurd ), die Möglichkeit auf die Flucht vor Gewalt und Krieg und Hass verwehren, kommt mir das Kotzen. Liebe Landsleute und ehemalige und nie gewesene, habt ihr denn wirklich schon vergessen wie es euch damals erging? Euren Eltern, euren Kindern, Nachbarn und Freunden?

Komisch. Alles ganz neue Probleme.

Anlaufschwierigkeiten?: So sieht es also aus, wenn angeblich Schutzsuchende (aus Ex-Jugoslawien???) ihrer Dankbarkeit über die erfahrene Unterstützung Ausdruck verleihen. Ich glaube gerne, dass die zuständigen Behörden das Thema "gelassen" sehen. Schlafen Sie ruhig weiter - wundern Sie sich aber nicht, wenn die Bürger, die mit ihrem Geld Personen unterhalten müssen, von denen sie bzw. ihre Kinder attackiert werden, notfalls entsprechend reagieren.

Artikel: Asylbewerber belästigen junge Frauen: Ich verstehe nicht, warum dort junge Männer aus EX-Jugoslawien wohnen. Wenn andere es nötiger hätten, die aktuell aus einem Unruheland kommen. Wovor sind die dort geflüchtet? Da ist nix mehr. Ich bin selbst aus dem ehemaligen Jugoslawien, Serbien, genauergesagt. Alle YU-Länder stehen zwar heute wirtschaftlich schlechter da als damals. Doch das ist kein Grund in Massen diese Leute als Asylanten hier einzuquartieren. Und entschuldigt bitte: "Anlaufschwierigkeiten"? Aus welchen Umständen heraus auch immer ich in ein anderes Land komme, Nötigung bleibt Straftat. Punkt. Wem es hier nicht gefällt, der sollte wieder zurückgebracht werden! Und das sage ich als Ausländer. Langeweile hin oder hier - es entschuldigt nicht Fehlverhalten.

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