Aufzugs-Desaster in Esslingen Oberbürgermeister kritisiert Bahn heftig

Von uls 

Am Esslinger Bahnhof steht der Aufzug still: Nun reagiert der Oberbürgermeister der Stadt, Jürgen Zieger, mit einem Beschwerdebrief an die Bahn.

Erst im neuen Jahr wird der Aufzug in der Esslinger Bahnhofsunterführung wieder laufen. Foto: Horst Rudel
Erst im neuen Jahr wird der Aufzug in der Esslinger Bahnhofsunterführung wieder laufen. Foto: Horst Rudel

Esslingen - Der Esslinger Oberbürgermeister Jürgen Zieger hat einen Beschwerde-Brief an die Deutsche Bahn gerichtet. Der Grund ist der Ausfall des Aufzugs an der Esslinger Bahnunterführung über die Zeit des Weihnachtsmarktes. Der Aufzug, der von der Unterführung nach oben führt, hätte Ende November fertig sein sollen. Tatsächlich wird er wohl erst im neuen Jahr wieder funktionieren. Die Bahn begründet die Verzögerung mit Schäden an den Fundamenten der Bahnunterführung, die den Zeitplan zunichte gemacht hätten.

Im Hinblick auf die etwa eine Million Besucher, die im Dezember den Esslinger Weihnachtsmarkt besuchen werden, schreibt Jürgen Zieger: „Die Projektbetreuung und Abwicklung des Verantwortlichen bei der Bahn AG ist völlig inakzeptabel und einer Öffentlichkeit und auch den Gremien der Stadt Esslingen nicht mehr vermittelbar.“ Zieger erwartet, seitens der Bahn „alles zu unternehmen, um diese Beeinträchtigung und das weitere Vorgehen der Bahn AG bei den Reparaturarbeiten mit einer aktiven und wirkungsvollen Kommunikation zu begleiten.“

Die Stadt habe viel für Öffentlichen Nahverkehr getan

Zieger verweist auf die großen Investitionen der Stadt in den Bahnhofsvorplatz und auf dem Bahngrundstück selbst. Er schreibt „Die Stadt Esslingen trägt auch an den derzeit unterbrochenen Renovierungs- und Sanierungsarbeiten ihren städtischen Finanzierungsanteil, der vielen Vertretern des Gemeinderates schwer fiel.“ Weiter heißt es: die Stadt Esslingen habe in den letzten Jahren mit dem Bau eines neuen Zentralen Omnibusbahnhofes und mit den zur S-Bahn vertakteten Buslinien, einem ambitionierten Klimaschutzkonzept sowie mit Elektro-Hybridbussen Investitionen in zweistelliger Millionenhöhe getätigt, um den Öffentlichen Nahverkehr in der Stadt attraktiv zu machen.

Außerdem argumentiert die Stadt, dass dies auch im Hinblick auf Teilhabe und Inklusion von Menschen mit Behinderungen nicht hinnehmbar sei. Sie fürchtet auch, die Menschen würden die Misere nicht der Bahn, sondern der Stadtverwaltung anrechnen. Die Deutsche Bahn hat den Brief zur Kenntnis genommen und hofft, bis zum Ende der Woche eine Lösung für Esslingen präsentieren zu können.