Keine Südwestumfahrung für Ludwigsburg-Eglosheim Die Umgehungspläne sind vom Tisch

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OB Spec erklärt, die Plane für eine Südwestumfahrung H4B4 nicht weiter zu verfolgen, und lädt die Eglosheimer ein, in einer Planungsgruppe Ideen zur Verbesserung der Verkehrssituation zu entwickeln.

Mit Lampions protestieren viele Eglosheimer schon vor  der Mehrzweckhalle gegen die Südwestumfahrung H4B4. Foto: factum/Granville
Mit Lampions protestieren viele Eglosheimer schon vor der Mehrzweckhalle gegen die Südwestumfahrung H4B4. Foto: factum/Granville

Ludwigsburg - So wie die Protest-Luftballons der Gegner der Südwestumfahrung H4B4 während der Informationsveranstaltung der Stadt am Mittwochabend geplatzt sind, haben sich auch die Pläne der Stadtverwaltung, dieses Projekt weiterzuverfolgen, in Luft aufgelöst. Die etwa 500 Gäste der Infoveranstaltung konnten gar nicht glauben, was der Oberbürgermeister Werner Spec gleich mehrfach wiederholte. „Ich werde keine Lösung weiterverfolgen, die nicht auf eine breite Akzeptanz in Eglosheim stößt“, erklärte Spec.

Und er sprach auch die von den Anwesenden ersehnten Worte aus. „Für mich macht es keinen Sinn, die H4B4 weiterzuverfolgen.“ Es wird also keine Verlegung der B27 parallel zu Autobahn und Bahn um Eglosheim herum geben. Spec versuchte bei dem als Auftaktveranstaltung zur Mobilitätskonferenz etikettierten Abend in der Eglosheimer Mehrzweckhalle die Wogen zu glätten, indem er sagte, dass die Planer nicht damit gerechnet hätten, „dass ein solcher Protest gegen einen gut gemeinten Vorschlag entsteht“. Ursprünglich war für den Abend eine von Spec selbst moderierte Podiumsdiskussion geplant gewesen. Die Bürgerinitiativen hatten ihre Teilnahme jedoch verweigert. Dennoch wurde die Diskussion am Mittwoch wesentlich sachlicher geführt als noch im Juni, wo die Eglosheimer an gleicher Stelle den Verkehrsgutachter Gunter Kölz kaum zu Wort kommen ließen.

Bürgerbeteiligung zur Eglosheimer Verkehrssituation

Aber Spec wäre nicht Spec, hätte er nicht auch einen Vorschlag parat gehabt, der auf das Instrument der in Ludwigsburg so viel beschworenen Bürgerbeteiligung setzt. Er lud die Eglosheimer gleich zu Beginn des Abends ein, sich in einer Planungsgruppe zusammenzufinden, die dann in einem Workshop in den nächsten ein bis anderthalb Jahren erarbeiten solle, wie sich die Verkehrssituation in Eglosheim verbessern lässt. Angehören sollen der Gruppe Vertreter der Initiativen und des Bürgervereins, des Stadtteilausschusses und interessierte Bürger. Die Gruppe solle jedoch nicht größer als um die 15 Personen sein.

„Wir brauchen dringend eine Entlastung für die Gesamtstadt“, die auch noch von den Nachbargemeinden Tamm und Asperg akzeptiert werde, forderte Spec. Wenn der große Wurf nicht möglich sei, müsse man schauen, welche kleinen Lösungen machbar sind. Als Maßnahmen nannte er lärmmindernden Asphalt, Geschwindigkeitsbegrenzungen auf 40 oder 30 Stundenkilometer, grüne Wände entlang der B 27 oder den von ihm favorisierten Deckel über die Autobahn, dessen Finanzierung aber Sache des Bundes sei. Eine Verlegung der Frankfurter Straße, also der B 27, in einen Tunnel, wie sie von vielen Eglosheimern gefordert wird, schaffe eine Zunahme des Verkehrs an anderer Stelle in der Stadt, sagt Spec mit Verweis auf Verkehrberechnungen. Viele der Anwesenden wollten aber von dieser Idee nicht lassen. Etliche Redner forderten jene Unterführung an diesem nach zwei Stunden früh zu Ende gegangenen Abend.