Kinderfest auf dem Flughafen Stuttgart Junge Flughafenbesucher in Bewegung

Von Ina Schäfer 

Springen, radeln, rutschen: Das diesjährige Kinderfest am Flughafen stand ganz im Zeichen der Bewegung – und hat einen Besucherrekord erzielt.

Eine Portion Mut  war bei der Aktion schon nötig:  Mit dem Kran  ging es rund 40 Meter nach oben Foto: Lichtgut/Verena Ecker 11 Bilder
Eine Portion Mut war bei der Aktion schon nötig: Mit dem Kran ging es rund 40 Meter nach oben Foto: Lichtgut/Verena Ecker

Stuttgart - An diesem Tag müssen sich die Reisenden mit ihren Rollkoffern durch Scharen von Kindern schlängeln – beim 23. Kinderfest am Flughafen sind am Sonntag nicht nur die rund dreißig Mitmachstände sondern auch der Flughafen selbst eine Attraktion. Und so tummeln sich in den Terminals, vor allem aber auf der Aussichtsplattform, zahlreiche Kinder mit Eltern und Großeltern, um den Maschinen beim Starten und Landen zuzusehen. Mitglieder der Aviation Community in Stuttgart stehen dabei zur Seite, wenn die Kinder ganz genau wissen möchten, welche Maschine da gerade gelandet ist.

Die Profis unter den Festbesuchern sind frühzeitig auf die Fildern gefahren. „In diesem Jahr standen einige Besucher schon pünktlich vor elf Uhr auf dem Gelände“, sagt Beate Schleicher von der Pressestelle des Flughafens Stuttgart lachend. Nur wenige Zeit später ist auf dem Parkdeck 3 und 5, sowie im Terminal 1 kaum mehr ein Durchkommen. Vor den Attraktionen haben sich Schlangen gebildet – wer sich anstellen möchte, muss sich erst einmal einen Überblick verschaffen, welche Schlange zu welchem Stand gehört.

Kinder dürfen Flughafenluft schnuppern

Sicherlich war auch das optimale Wetter ein Grund für den großen Ansturm, milde Temperaturen und ein verschmerzbarer kurzer Regenschauer. Am Ende verzeichnet das Kinderfest mit mehr als 25 000 Besuchern einen Rekord. Der Termin mitten in den Sommerferien ist bewusst gewählt, nicht alle Kinder sind auf Reisen und können so dennoch Flughafenluft schnuppern. Für viele Familien ist das große Fest am Flughafen ein fester und willkommener Termin in der schulfreien Zeit.

Das diesjährige Kinderfest stand ganz im Zeichen des Mottos „Beweg dich und hab Spaß“. Ein Motto, das sich in fast allen Attraktionen wiedergefunden hat. So wurde gehüpft. gerutscht und geradelt. Mit dem Bungee-Trampolin ging es für die Kleinen hoch in die Luft, Geschicklichkeit war beim Fahrrad-Parcours und gleich nebenan beim Kettcar-Parcours gefragt. Richtig sportlich geht es bei der Kinderturnstiftung Baden-Württemberg zu. Auf einer mobilen Bewegungslandschaft, die mit Matten, Hürden und Kegel ausgestattet ist, dürfen die Kinder besondere Fähigkeiten von Tieren nachahmen: Balancieren wie eine Katze, Springen wie ein Känguru, Drehen wie ein Pinguin.

Mit dem Aussichtskran in vierzig Meter Höhe

Die kleinen roten und gelben Flugzeuge mit Pedalantrieb, die die Kleinen selbst zu radelnden Piloten machen, sind jedes Jahr so beliebt, dass sie nun ganzjährig auf der Besucherterrasse zur Verfügung stehen. Beim Fest müssen die jungen Piloten ihre Flugzeuge über eine akkurat vorgezeichnete Landebahn steuern. Selbstverständlich bekommen sie dafür einen Pilotenschein vom Kinderluftfahrtamt. Wer lieber wie die richtigen Piloten hoch hinaus möchte und im besten Fall schwindelfrei ist, wagt sich in den sogenannten „Air-Emotion-Kran“ der Lufthansa, der aufgrund des großen Erfolgs zum dritten Mal auf dem Parkdeck 5 steht. Mithilfe des Aussichtskrans werden die angeschnallten Kinder freischwebend in bis zu vierzig Meter Höhe gezogen.

Besonders beliebt sind auch in diesem Jahr die Polizeipferde. Zwei sind auf dem Gelände unterwegs, zwei stehen in einem Pferdeanhänger, mampfen Stroh und lassen sich geduldig von den kleinen Besuchern über die Schnauze streicheln, so schnell sind die Tiere von ein paar Kindern nicht aus der Ruhe zu bringen. Genauso wenig die Hunde der Malteser. Bei den mehrmals am Tag stattfindenden Vorführungen zeigen sie ,wie man Menschen aufspürt, balancieren über wackelige Stege, erklimmen Leitern und machen artig Sitz. Auch als einige der Kinder hinter die Absperrung zu den Hunden dürfen, bleiben die ausgebildeten Vierbeiner gelassen. „Die Tiere üben beim Fest immer eine große Faszination auf die Kinder aus“, weiß Schleicher. Deshalb sind sie Dauergäste. Etwa dreißig Prozent des Programms allerdings wird jährlich ausgetauscht, sodass auch bei den zahlreichen Stammgästen keine Langeweile aufkommt.