Kindergartengebühren in Schorndorf Höchstsätze von mehr als 500 Euro pro Monat

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Zum 1. April steigen die Kindergartengebühren in der Daimlerstadt erneut an. Trotz vehementer Elternproteste orientiert sich die Stadt weiterhin strikt am Landesrichtsatz – die Stadträte haben das nun erneut bestätigt.

Zum 1. April steigen die Kindergartengebühren in der Daimlerstadt erneut an. Trotz Elternprotesten orientiert sich die Stadt weiterhin strikt am Landesrichtsatz. Foto: Pascal Thiel
Zum 1. April steigen die Kindergartengebühren in der Daimlerstadt erneut an. Trotz Elternprotesten orientiert sich die Stadt weiterhin strikt am Landesrichtsatz.Foto: Pascal Thiel

Schorndorf - Merklich teurer wird der Besuch einer Kindertagesstätte in Schorndorf von April an. Auf die Betreuungsstunde gesehen sind es zwar nur Aufschläge von 20 bis 30 Cent, die der Gemeinderat jetzt beschlossen hat. Diese summieren sich aber erheblich, je länger ein Kind täglich in einer Einrichtung ist.

Die Regelbetreuung für über Dreijährige steige bei Familien mit ein oder zwei Kindern zwischen 36 und 60 Euro pro Jahr, rechnet der Schorndorfer Gesamtelternbeirat in einem Schreiben an die Stadt vor. Bei der Ganztagsbetreuung und bei unter Dreijährigen mache die Erhöhung pro Jahr sogar zwischen 84 und 192 Euro aus – bei Kindern unter drei Jahren könnten auf diese Weise monatliche Betreuungssätze von mehr als 500 Euro monatlich zustande kommen.„Bei zwei Kindern ist diese Mehrbelastung vor dem Schuleintritt sogar doppelt zu stemmen“, schreibt eine Vertreterin des Gesamtelternbeirats. „Dies müssen Eltern im Bruttogehalt erst einmal mehr verdienen“. Im Gebührenvergleich liege die Stadt deutlich über den im Vergleich ermittelten Spitzenreitern wie Heilbronn, Ulm und Karlsruhe, moniert der Elternbeirat des Kinderhauses am Schloss. Ein weiterer Aufschlag „würde Schorndorf dann endgültig an die Spitze katapultieren“. „Unsere Stadt ist nicht die einzige, in der das Geld knapp ist“, argumentieren die Eltern. „Für uns ist das eher eine Frage des poltischen Willens und der Priorisierung.“

Der zuständige Fachbereich hatte den Stadträten in der Vorlage eine Art Argumentationstabelle vorbereitet. Schorndorf liege bei den Kinder unter drei Jahren sogar noch unter den Landesrichtsätzen. Die von den Eltern angeführten Vergleichswerte stammten von Großstädten, die mit der Struktur von Schorndorf nicht vergleichbar seien. Im Übrigen orientiere man sich an den Landesrichtsätzen, daher seien auch Gebührenerhöhungen von mehr als vier Prozent möglich. Auch, die von Eltern geforderte Begrenzung auf einen Maximalbetrag von 499 Euro sei nicht denkbar, „da die Kosten für die Kinderbetreuung leider nicht stagnieren“.

In den Reihen des Gemeinderats gab es für die Forderungen aus der Elternschaft keine Anhänger. Die Grünen und die SPD hatten lediglich Verschiebungen beantragt – die Grünen auf 1. September, die SPD auf den 1. April, knapp nach der Landtagswahl – was schließlich auch eine Mehrheit fand. Der Erste Bürgermeister Edgar Hemmerich hatte dafür plädiert, die Gebühren weiterhin an den Landesrichtsätzen zu orientieren, im Gesamtelternbeirat habe es „keine große Stimmung“ dagegen gegeben.

Als „gut und richtig“ bezeichnete es der CDU-Stadtrat Matthias Härer, an 20 Prozent Kostendeckung im Bezug auf den Landesrichtsatz festzuhalten. „Wenn wir wollen, dass unsere Erzieherinnen mehr verdienen, muss das Geld irgendwo herkommen“, argumentierte der FDP/Freie Wähler-Stadtrat Gerhard Nickel. Mit dem besseren Angebot zeige die Stadt seiner Meinung nach, dass ihr „für das Wohl der Kinder nichts zu teuer ist“.

Der SPD-Oberbürgermeister Matthias Klopfer fand indes noch ganz andere Vergleiche, um die Forderungen der Eltern zu relativieren. Selbst bei einer 50-Stunden-Betreuung seien es kaum mehr als 2,30 Euro je Stunde, rechnete Klopfer den Stadträten vor. Einem Babysitter bezahle man ja schließlich auch zehn Euro pro Stunde.

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7 Kommentare Kommentar schreiben

@ Theissen - typisch!: Vo Ihne hätte ich auch keine a deren Komme gar erwartet. Komisch, dass aus Ihnen doch noch was geworden ist? Wer ganztags abgibt meine Liebem der arbeitet quasi ab 14:00 Uhr für die Katz, oder besser gesagt für die Kindergarten Gebühren. Sie sind doch mit meiner Rechnerei bestimmt einverstanden, oder? Da kann man doch locker einen Halbtagsjob annehmen und selbst erziehen! Gehen Sie mit meiner Aussage d'accord meine Liebe? Alles total kinderfreundlich? Soll deshalb die Kindergärtnerin Knäckebrot knappern und Brotsuppe löffeln? Ganz schön egoistische Grundeinstelkung, aber wir sind das von Ihnen langsam nicht anders gewohnt! Happy eastern und Gruß vom Motzkigele

haben nicht die eltern: letztes jahr beim streik der erzieherinnen gejammert es aber trotzdem für gut befunden, dass erzieherinnen mehr verdienen? die armen. müssen für so wenig geld.... jetzt verdienen die erzieherinnen mehr, jetzt wird geheult weil die plätze mehr kosten. wir können es ja so machen wie zu der zeit als ich in kindergarten ging. da wurde gespielt und gebastelt und ab und zu ging man spazieren. und zwei mädls für 40 kinder. keine sprachförderung, kein vorschulunterricht, keine top-pädagogen, öffnungszeiten von 8 bis 12:30 uhr. da kann man die kosten um bestimmt um 75% drücken. die bürger wollen immer. immer mehr, immer besser und maximal sieben kinder pro erzieherin. aber bezahlen? natürlich ist das viel geld. aber es geht hier auch um eine ganztagesbetreuung. wer sein kind unter drei jahren den ganzen tag in die betreuung gibt geht arbeiten und verdient geld.

Na ja,: ich glaube, auch bei uns kostet der Ganztags-Kiga für unter dreijährige auch um die 500 Euro (inkl. Essen), wobei wir hier einen sehr guten Schnitt bei den Erzieherinnen haben (2-3 auf 10 Kinder, öffentliche Einrichtung). Für die Größeren ist das mit der Sprachförderung etc. allerdings so eine Sache: passiert ist da nicht viel. Ausflüge etc. nahezu Fehlanzeige. Mein Schulhort kostet für die gleiche Betreuungszeit mehr wie vorher (obwohl ja quasi weniger Betreuungszeit anfällt), aber die Organisation drumherum ist es allemal wert! Das Problem liegt tatsächlich in der Betreuung selbst: und wenn schon propagiert wird, was es alles gibt, dann sollte es halt auch gemacht werden und nicht nur auf dem Papier stehen.

Kindergarten: Zu den Kindergartengebühren kann ich von meiner Warte aus jetzt nur noch wünschen, daß sie so hoch werden daß jedes Kind welches zumindest aus aus einer normalen Familie stammt, von dem Besuch des SOS-Waldkindergarten abgeschreckt werden. Wenn es schon nicht zu vermeiden ist, daß die Kinder aus dem SOS-Kinderdorf und dem SOS-Kindergarten, zwischen denen dieser unmögliche Funkmast steht, vor der Bestrahlung dieses Mastes geschützt werden können, dann sollten wenigstens die Kinder der "Normalos" vor der Bestrahlung sicher sein und in weiter entfernten Kindergärten betreut werden. Der Langzeit-Feldversuch mit denen Kinder beharkt werden sollen bleibt so wenigstens auf die Kinder beschränkt die sich nicht wehren können und für deren Gesundheit sich offensichtlich niemand interessiert. Liebe Grüße Josef.fine Nowak

Eine Schande: Da sieht man mal wieder was unseren Politikern eigene Kinder wert sind. Man hört doch immer Deutschland wäre so eine reiches Land, aber für Kinder hat man nix über. Kein Wunder das immer weniger Kinder geboren werden bei den Kosten. Im kleine Dänemark ist die Kinderbetreuung zum Beispiel kostenlos nur hier geht in Bezug auf das Thema gar nix. Deutschland hat nur Geld für alles andere, 50 Milliarden für neue Flüchtlingsheime da ist genug Geld da und dann sich wundern wenn die Bürger verbittert und sauer sind.

Tja,: irgendwie muss man ja den Länderfinanzausgleich stemmen, damit diese Einrichtungen woanders dann umsonst sind.

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