Kliniken in Stuttgart Schutz vor Verwechslungen
Nicole Höfle, 22.02.2012 11:41 Uhr
Immer mehr Kliniken setzen auf Armbänder, um Verwechslungen zu vermeiden. Foto: dpa, Steinert
Immer mehr Kliniken setzen auf Armbänder, um Verwechslungen zu vermeiden. Foto: dpa, Steinert
"Wir haben zusehends demente Patienten, die sich schon mal in ein falsches Bett legen."
Stephan Schmidt, Qualitätsmanager im Diakonie-Klinikum

Stuttgart - Wer kennt sie nicht, die Geschichten vom falschen Bein, das operiert wurde, weil der Patient auf dem OP-Tisch verwechselt worden ist. Ein solcher Fall ist der Albtraum jedes Kranken, jedes Arztes und jedes Krankenhauschefs. Alle Kliniken suchen deshalb nach Wegen, solch fatale Fehler auszuschließen. Mit dem Diakonie-Klinikum und dem Bethesda-Krankenhaus haben sich jetzt zwei Häuser in Stuttgart dazu entschlossen, den Patienten schon bei der Aufnahme Armbänder umzulegen, um die Sicherheit zu erhöhen, andere wie das städtische Klinikum und das Marienhospital denken darüber nach. „Ein Patient hat im Krankenhaus mit vielen Berufsgruppen zu tun, da ist die Verwechslungsgefahr immer gegeben“, sagt Stephan Schmidt, der Qualitätsmanager im Diakonie-Klinikum.

„Wir zwingen niemanden“

Dort bekommt seit der vergangenen Woche jeder Patient ein Armband umgelegt, vorausgesetzt, er ist einverstanden. Darauf vermerkt sind Name und Geburtsdatum sowie eine Nummer. „Wir zwingen niemanden“, erklärt Schmidt, der von der Neuerung überzeugt ist. Es gebe in jedem Krankenhaus Situationen, wo eine klare Identifikation schwierig sei. „Wir haben zusehends demente Patienten, die sich schon mal in ein falsches Bett legen.“ Kritisch seien auch die Minuten vor jeder Operation, wenn der Patient bereits ein Beruhigungsmittel genommen habe und nur noch bedingt ansprechbar sei. „Das ist aber die Situation, in der der Anästhesist noch einmal prüfen muss, ob er den richtigen Patienten vor sich hat“, so Schmidt.

Hohe Akzeptanz bei den Patienten

Auch das Bethesda-Krankenhaus mit seinem Zentrum für Altersmedizin, auf dessen beiden Stationen der Altersdurchschnitt bei 88 Jahren liegt, wird im Herbst die Patientenbänder einführen. „Wir haben einen hohen Anteil an dementen und verwirrten Menschen, da ist eine solche Absicherung wichtig“, sagt der dortige Qualitätsmanager Michael Scheufele. In anderen Häusern des Agaplesion-Verbundes habe sich zudem gezeigt, dass die Akzeptanz bei den Patienten hoch sei. „Gerade zwei bis drei Prozent lehnen ein Band ab“, berichtet Scheufele. Positive Erfahrungen mit dem Armband haben auch die Sana-Herzchirurgie und das Karl-Olga-Krankenhaus, wo bereits seit 2009 alle chirurgischen Patienten ihren Namen angehängt bekommen. Ähnlich verfährt das Robert-Bosch-Krankenhaus, das im operativen Bereich und damit bei etwa 50 Prozent der Patienten ein Armband einsetzt.

Kommentare (4)
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FEB
22
bekien, 15:03 Uhr

Nomen est omen?

Ich las schon von Ärzten die nie welche waren und Ärzte die gar nicht mehr dürften (z.B. bei Dr. Prof. Dr. Dr.Mang der sich schöner anhört und auch für diese arbeiten lässt, bis wir Dummen dafür aufkommen sollten!) Glaube auch, wem auch immer! Ich habe weder Respekt noch Hochachtung vor denen, die sich an mir nur noch bereichern wollen und ihre Angestellten peinigen! Hatte erst vor kurzem von einem Fall erfahren, da hatte sich im Stuttgarter Klinikum ein Patient erhängt! 3 Schwestern wurden pervers entsorgt und die Schuldigen sind noch am Ruder! Noch Fragen?

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FEB
22
MR, 13:26 Uhr

Ärzte

Die Ärtze haben in aller Regel eh ein Namensschild an ihrem Kittel.

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FEB
22
bekien, 13:12 Uhr

wie kann ich 100 Punkte für Holger klicken?er

Genial! Vor allem im OP gleicht das Spiel einem Überraschungsei! Erst aufreissen (die Augen), dann spielen (mit dem Skalpell) und zum Schluss geniesen (die Abrechnung!) Ich hatte es damals bei der DKV auch als Mitglied erlebt, dass ich den Chefarzt nur zum Schluss gesehen hatte, der aber bei der OP wohl "Hitzefrei" hatte! Auf der Rechnung hingegen sah das saftig aus! Als ich das meiner DKV damals meldete, das dieser besagte Chefarzt die OP gar nicht gemacht hatte, sondern ein anderer Kollege, meinte die DKV : "Das ist durchaus ok, denn er ist weisungsbefugt und kann somit seine Kollegen die Arbeit machen lassen und dann für sich abrechnen!" Ja, ich staunte 1996 nicht schlecht und trat dann damals mit 150 DM/Monat aus dem Verein der Verarsche aus! Noch Fragen?

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