Klinikum Esslingen Neuer Chef der Strahlentherapie

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Dirk Bottke ist als Nachfolger von Helmut Gnann der neue Chefarzt der Strahlentherapie am Klinikum. Er will die moderne Technik und die Interessen der Patienten in Einklang bringen.

Dirk Bottke setzt  die Strahlentherapie auch bei Schmerzpatienten ein. Foto: Rudel
Dirk Bottke setzt die Strahlentherapie auch bei Schmerzpatienten ein.Foto: Rudel

Esslingen - Es ist für mich reizvoll, in einem kleineren Haus mein eigener Chef zu sein.“ 19 Jahre hat Dirk Bottke an großen Universitätskliniken – zehn Jahre davon in Berlin an der Charité und die letzten neun Jahre in Ulm – gearbeitet. Seit Anfang 2016 ist er nun der neue Chefarzt der Abteilung für Strahlentherapie und Radioonkologie am Klinikum Esslingen.

Schon jetzt weiß der 49-Jährige die Vorteile in Esslingen zu schätzen: „Hier wird interdisziplinär hervorragend zusammengearbeitet“, sagt er. „Es gibt kurze Wege, und das Klima in der Ärzteschaft ist äußerst kooperativ.“Auch habe die technische Ausstattung des Hauses ein hohes Niveau, das sich mit der des Uniklinikums in Ulm vergleichen lasse: „In einigen Bereichen kann ich hier sogar noch mehr machen als an meinem letzten Arbeitsplatz.“

Ein neues Gerät in zwei oder drei Jahren

Es sei ein besonderes Verdienst seines zum Jahresende ausgeschiedenen Vorgängers Helmut Gnann gewesen, dass dieser bereits 2009 für Esslingen einen hochmodernen Strahlenbeschleuniger angeschafft habe. Damals sei Esslingen eines von drei Häusern bundesweit gewesen, die mit Hilfe der Rapid-Arc-Technik Hochpräzisionsbestrahlungen von Lungen- und Lebertumoren durchführen konnte.

Mittlerweile sei die Technik an vielen Häusern Standard. Deshalb sei auch angedacht, in zwei oder drei Jahren ein noch modernes Gerät für Esslingen zu beschaffen. Allerdings, das betont der neue Chefarzt, gehe es dabei nur noch um geringfügige Verbesserungen. Eine Revolution in der Strahlentherapie habe es seit 2009 nicht mehr gegeben. Als seine Hauptaufgabe sieht er es, die Strahlentherapie patientenorientiert weiterzuentwickeln. Es gebe heute gute Möglichkeiten, den Zeitraum der notwendigen Bestrahlungen zu verkürzen. So werde in Großbritannien und Kanada Brustkrebs nur drei statt sechs Wochen strahlentherapeutisch behandelt. Auch bei anderen Krebsformen könne man die Patienten durch kürzere Beghandlungszeiträume schonen.

Auch in der Schmerztherapie einsetzbar

Auch möchte Dirk Bottke bekannter machen, dass die Strahlentherapie nicht nur bei bösartigen Tumoren, sondern auch in der Schmerztherapie von anderen Krankheitsbildern sehr erfolgreich eingesetzt werden kann. So seien auch Arthritis, Tennisärme oder der Fersensporn mit Hilfe der Technik behandelbar. Dirk Bottke: „Wir schaffen natürlich keine neuen Gelenke. Aber es gelingt uns zu 80 Prozent, dass die Patienten keine oder deutlich weniger Schmerzen haben.“ Mit der Ausweitung des Angebotsspektrums will er auch die zuletzt sinkenden Patientenzahlen in der Esslinger Strahlentherapie stabilisieren.

Darüber hinaus ist er offen für Kooperationen: mit seinem Ostfilderner Kollegen im Paracelsus-Krankenhaus habe er schon erste Gespräche geführt. Bottke: „Bei aller Konkurrenz kann es nach meiner Überzeugung sehr sinnvoll sein, zumindest hie und da zu kooperieren.“

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