Kommentar zum Nationalpark Auf verlorenem Posten

Andrea Koch-Widmann, 05.12.2012 19:15 Uhr

Stuttgart - Die Gegner des geplanten Nationalparks in Baden-Württemberg machen stets lautstark auf sich aufmerksam. Der Verein erhebt den Anspruch, das Sprachrohr der Region zu sein im Widerstand gegen den Park. Daran darf inzwischen gezweifelt werden. Nur ein versprengtes Häuflein folgte jetzt dem Aufruf zu einer Demonstration. Mit ihrer Fundamentalopposition stehen die Gegner inzwischen im Abseits. Viele in der Region erkennen, dass ein Nationalpark einen wichtigen Impuls setzen könnte für einen touristischen Aufschwung im Nordschwarzwald.

Wer gehört werden will, muss sich einbringen und die Chance zur Einflussnahme nutzen. Das haben Naturschützer, Forstleute, Vertreter aus der Wirtschaft und dem Tourismus sowie Kommunalpolitiker getan. Sie haben die Chancen und Risiken analysiert und Forderungen aufgestellt. Diese werden nun von einem Gutachter bewertet. Die Meinung dieser Menschen wird gehört werden.

Die Gegner aber verweigern sich einer konstruktiven Debatte. Nicht einmal via Internet haben sie sich an den Arbeitskreisen beteiligt. Die so vehement geforderte Möglichkeit des Gehörtwerdens wurde nicht genutzt. Allein über Stimmungsmache und Emotionen aber wird ein Nationalpark nicht verhindert werden können.

 
 
Kommentare (22)
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DEZ
19
Karin, 14:12 Uhr

@Strecker

Richtig, die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen. Was ihre Vorgehensweise ' Verantwortungliste' etc. angeht, gebe ich Ihnen Recht, mit dem konnte ich mich auch nicht identifizieren.Ein Einzelfall war es nicht, hier könnte ich Ihnen noch einiges aufzählen, in diesen Fällen immer ausgehend von Befürwortern, aber es ist ja klar,dass man immer mit der Gegenseite konfrontiert wird. Ich bin aus Überzeugung nicht in Facebook, jedoch besteht ja die Möglichkeit trotzdem eine Vielzahl von Kommentaren zu lesen. Was mich da verwundert ist, dass ich keinen einzigen Befürworter der Region zuordnen kann, jedoch viele Gegner. Hinsichtlich der Bürgerbeteiligung kann ich Ihnen sagen, dass ich mich trotz der kurzen Zeit bei der Postkartenaktion (3 Tage für Rücklauf) im Rahmen des Internet informiert habe und meine Fragen ans Ministerium gerichtet habe und ich auch die 92 Seiten Fragenkatalog gelesen habe, um zu prüfen, ob diese aufgenommen wurden. Während der Tätigkeit der Arbeitskreise habe ich auch 2 Anfragen an Arbeitskreise geschickt.Hier bemängele ich, dass es zum einen eine längere Zeit nicht möglich über die Homepage des Ministerium auf die Onlineplattform zu gelangen und zum 2., dass Berichte oftmals kurz vor der nächsten Arbeitkreissitzung eingestellt wurden und es manchmal auch nicht möglich war per email anzufragen, da diese Möglichkeit zu einzelnen Themen nicht immer freigeschaltet war. Nicht jeder Berufstätige hatte die Möglichkeit während der Arbeitszeit die Hotline anzurufen. Aber wir belassen es nun dabei und ich wünsche Ihnen ein frohes Weihnachtsfest.

DEZ
18
Karina Strecker, 09:17 Uhr

@ Frau Karin

Hallo Frau Karin, ich finde den Austausch mit Ihnen sehr spannend, auch wenn man irgendwann feststellt, dass man sich wahrscheinlich nur im Kreise dreht. Das ist aber völlig normal, da wir eben aus unterschiedlichen, subjektiven Perspektiven argumentieren. Sie haben von einer Negativerfahrung mit einem Befürworter berichtet, die natürlich so nicht passieren sollte und hoffentlich ein Einzelfall ist/bleibt. Jedoch empfinde ich generell die Stimmung und die Vorgehensweise der Kritiker als wesentlich aggressiver und fundamentaler, als die der Unterstützer. Man könnte nur einmal die Diskussionskultur in einem sozialen Netzwerk untersuchen, wie diese auf beiden Seiten gehandhabt wird. Ich kann Ihnen sagen, diffamierende Videoclips (5 an der Zahl), 'Verantwortungslisten', Sperrungen und Aufrufe zum Boykott finden Sie nur auf EINER der beiden Seiten... Doch auch in der realen Welt erlebt man diese verhärterte Einstellung und die damit einhergehende aggressive Widerstandspolitik. Ob das nun die auffälligen Beschilderungen sind, die zum Teil suggerieren, dass ganze Ortschaften geschlossen gegen einen NP sind, obwohl dies ja bei Weitem nicht der Fall ist oder - ich muss leider schon wieder darauf eingehen - die 'Verantwortungslisten', welche in Umlauf gebracht und von Unterstützern unterschrieben werden sollen (für mich immer noch eine der unglaublichsten und juristisch äuserst bedenklichen Aktionen überhaupt, mit der sich einige(!) Gegner jeglichen Respekt und Gehörtwerden verspielt haben!). Sie sehen, jeder nimmt das Agieren des Pro- und Contra-Umfelds auf seine subjektive Weise wahr. Ein schönes Sprichwort dazu besagt: The truth lies somewhere in between :-) Ich wünsche Ihnen, dass sich dieses negative Erlebnis innerhalb Ihrer Hobby-Gruppe nicht wiederholt und dass sich die Gemüter gerade jetzt zur Weihnachtszeit etwas entspannen. Vielleicht kann diese besinnliche Zeit auch von beiden Interessensgruppen zum Anlass genommen werden, wieder einen Schritt aufeinander zuzugehen.

DEZ
17
Karin, 13:32 Uhr

@Frau Strecker

Ja,es ist Ihre Traumwelt und es war meine.Nein,man kann unterschiedlicher Meinung sein,das ist Demokratie,aber der Umgang miteinander und die vorherigen politischen Ankündigung spielen hierbei eine große Rolle.Warum geht man davon aus,dass es sich nur um Arbeitsplätze in der Holzindustrie und Tourismus handelt,die Auswirkungen reichen weiter.Ich will Ihnen nun doch eine eigene Erfahrung schildern. Wir treffen uns regelmässig um ein gemeinsames Hobby zu pflegen (kein Verein),auch hier gibt es unterschiedliche Meinungen zum NLP,wobei die Mehrheit gegen ist.Nachdem die gemeinsame Zeit mehr dem NLP gewidmet wurde,anstatt unserer sonstigen Aktivität,haben wir unsere Treffen mehrheitlich zur NLP-freien Zone (beide Seiten) erklärt. Daraufhin hat sich eine Befürworterin so erbost,dass sie uns auf das Übelste beschimpft hat,hinterwälderisch, engstirnig,rückständig etc..waren noch die humanen Ausdrücke und dann beschlossen hat mit solchen Menschen nichts mehr zu tun haben zu wollen. Unsererseits steht ihr die Tür aber weiterhin offen (nur ohne NLP-Diskussion).Kürzlich habe ich sie beim Einkaufen getroffen,gegrüßt und dann ging es los, sehr lautstark, mitten im Laden und ähnlich wie oben und zum Schluß kam, sogar die Presse in Stuttgart schreibt darüber,dass ihr so zurückgeblieben seid. Die haben beste Kontakte zu Regierung und Verbänden. Den letzten Satz hatte ich ihr bestätigt,denn ein altes Sprichwort besagt,dessen Wein ich trink,dessen Lied ich sing.Habe sie aber darum gebeten, zu akzeptieren,dass es auch andere Meinungen gibt.Einer Bekannte ging es fast zeitgleich genauso. Als ich letzte Woche beim Einkaufen gesehen habe, dass besagte Befürworterin ein Geschäft betrat, in das ich auch wollte, habe ich entschlossen,dass ich diese Diskussion nicht schon wieder brauche und habe anderweitig eingekauft. Es ist richtig und wichtig, dass man Prozesse kritisch begleitet und diese Aufgabe sehe ich auch bei der Presse,aber wichtig wäre dies neutral zu tun und zwar bei beiden Seiten. Diese Vorgehensweise vermisse ich bei diesem Blatt. Im Internet liest man sehr oft Kommentare beider Seiten,die echt unter der Gürtellinie sind und ich habe mir die Frage gestellt,denken diese Menschen bevor sie schreiben. Erzürnt wird oft dadurch, dass sich Menschen legitimiert sehen ihre Meinung der 'dummen' Bevölkerung kundzutun, indem sie aus Lehrbüchern zitieren und es für die Einheimischen erkennbar ist,dass ihnen die örtlichen Gegebenheiten unbekannt sind und sie sicher noch keine 5km im Suchraum unterwegs waren.Sicher steht es jedem zu seine Meinung zu veröffentlichen,aber im gegenseitigen Respekt sollte man einfach auch einmal zugeben,dass einem das eine oder andere Schutzgebiet nicht bekannt ist, und auch einmal zuhören,wenn die Gründe der Bevölkerung genannt werden.So wollen z.B. einige die Grinden zuwachsen lassen,obwohl dies auch bei den Veranwortlichen 1. Priorität zum Schutz der einmaligen Kulturlandschaft darstellt.Im Moment sieht es in einigen Teilen der Wälder auch nicht schön aus, da schwere Maschinen zur Beseitigung der Strumschäden zum Einsatz kommen mussten.Aber hier gilt für mich, zuerst die Sicherheit und der verunglückte junge Familienvater ist für mich schon 1 Todesopfer zuviel, so dass ich in Kauf nehme,dass Waldwege mit großen Spurrillen durchzogen sind. Dies ist jedoch nicht der Normal- sondern im Moment der Ausnahmezustand. Ich würde mir wünschen, dass es möglich wäre in akzeptablem Ton miteinander zu kommunzieren und wenn beide Seiten die Argumente nicht einfach nur abtun würden, sondern einfach einmal darüber nachdenken.Wunschgedanke wäre ebenfalls,wenn die Region, wie politisch angekündigt, Gehör finden würde und man sich mit den anstehenden Bürgerbefragungen politisch auseinander setzt.Denn wie sich die Diskussion nun entwickelt hat, ging es nie um das 'ob' oder 'nicht', sondern nur um das 'Wie' und hier habe ich große Zweifel,dass die Ideen und Möglichkeiten entsprechend eingebracht werden können,da die Einrichtung massgeblich durch andere Faktoren beeinflußt wird. Hierzu zähle ich die Gesetzesgrundlagen, aber auch EU-Richtlinien (IUCN) sowie den finanziellen Spielraum.

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