Kommentar zum Südflügel-Abriss Ergebnis einer frischen Kultur
Holger Gayer, 30.01.2012 17:30 Uhr
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Stuttgart - Wie sich die Bilder am Stuttgarter Hauptbahnhof doch ähneln. Ein Bagger ist es gewesen, der am Montag das erste Stück Südflügel abgebissen hat, ein Bagger ist es auch gewesen, dessen Wucht vor anderthalb Jahren den Anfang vom Ende des Nordflügels eingeleitet hatte. Eigentlich, so könnte man denken, sind das zwei vergleichbare Vorgänge. Tatsächlich aber sind die beiden Ereignisse völlig unterschiedlich zu bewerten – zum Glück. Damals hatte sich die aufgestaute Wut Tausender Stuttgart-21-Gegner in der Stürmung der Baustelle entladen; der Protest gegen die Bahn und die Entscheidungsträger aus Stadt, Land und Region hatte sich gebildet, weil die Argumente und Ängste der Gegner jahrelang nicht ernst genommen worden waren. Aus Ärger über diese gefühlte Ignoranz der Herrschenden hatte sich eine Bewegung gebildet, die das Land und seine Hauptstadt entscheidend verändert hat, bis hin zur Abwahl einer amtierenden CDU-FDP-Regierung.

Seither ist viel passiert. In der Schlichtung haben Gegner und Befürworter miteinander gerungen, in einer Volksabstimmung hat der Souverän über die finanzielle Beteiligung des Landes an Stuttgart 21 entschieden. Ein Ergebnis dieser neuen Politikkultur war am Montag zu besichtigen: Ein Bagger hat in den Südflügel gebissen – und fast alle an der Baustelle sind ruhig geblieben.

Kommentare (96)
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FEB
03
Karl Heinz Siber, 10:33 Uhr

@ Interessengeleiteter vom Land

Sie finden das Ergebnis der Volksabstimmung gut, weil es in Ihrem Sinn ausgefallen ist. Alle anderen Ausführungen sind nur sinnfreies Gelaber, das Sie sich ebenso gut sparen könnten.

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FEB
03
Zeitungsleser, 08:58 Uhr

"Klartexts" Rabulistik

@"Klartext": "SIE sind es doch, der die Schlichtung - angeblich - anerkennt, ganz OHNE Bürgerbeteiligung. Aber ein Bürgerforum, bei dem die Bürger mitmachen konnten (wenn auch per Internet), das zählt für Sie nicht. Wie könnte es auch anders sein." Jetzt mal langsam, Herr "Klartext", langsam wird´"a bissle bleed".Dieses Sprüchle von Ihnen hab ich jetzt schon zig mal gelesen - besser wird´s dadurch nicht. Die Schlichtung hat sich über Wochen hin unter größter Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit, der Presse, aller Medien hingezogen. An ihr waren sehr viele Teilnehmer der verschiedensten Lager beteiligt, Parteileute, Bahnleute,BUND-Leute, Parkschützer,Tiefbahnhoffanatiker, Schwarze, Rote, Grüne, Spezialiste, blutige Laien, Dumme, Gscheite, Ehrliche, Verlogene - sogar ein Theologe wurde ertragen (der leider nix Sustanzielles beitragen konnte) - Leute aus allen Schichten, tatsächlich ein Bürgerforum ohne dieses Etikett. Das von Dr. Geißler angemahnte BÜRGERMORATORIUM war ein reiner Baumspezialistentreff - Bürger konnten sich hier auf keine Weise einbringen. Sie mögen knackige Sprüchle: Nun: die Schlichtung war ein Bürgerforum, ohne dass dies ausdrücklich so gefordert war - das von Ihnen so deklarierte "Bürgerforum" war keins, obwohl es in der Schlichtung gefordert wurde. --- Auf das moralische Versagen einer "christlichen" Partei sind Sie leider nicht eingegangen.

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FEB
02
Interessierter vom Land, 19:02 Uhr

So kurz wie möglich

Werter Zeitungsleser, wir nähern uns dem eigentlichen Quell Ihres Problems. Das Projekt stieß bei breiten Bevölkerungskreisen gerade nicht auf Ablehnung, das wurde in einer teuren und aus meiner Sicht völlig unnötigen Volksabstimmung amtlich festgestellt. Ihre fortgesetzten Versuche, der klaren Mehrheit einreden zu wollen, sie wäre hinterlistig vom Großkapital getäuscht worden, beleidigen die Intelligenz dieser Mehrheit. Auf den Rest Ihres Beitrages gehe ich nicht ein. Alles Gute für Sie. Freundliche Grüße vom weiten Land.

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