Kreativzentrum in Stuttgart-Feuerbach Im IW8 sind die Handwerker angerückt

Von Torsten Ströbele 

Es geht los: Der erste Bauabschnitt des neuen Kreativzentrums IW8 Stuttgart soll noch vor der Sommerpause beendet sein. Dann ist auf jeden Fall schon einmal ein Theater- und Probesaal bespielbar.

In der großen Halle im Erdgeschoss entsteht unter anderem ein Theater- und Probesaal. Foto: Torsten Ströbele
In der großen Halle im Erdgeschoss entsteht unter anderem ein Theater- und Probesaal. Foto: Torsten Ströbele

Stuttgart-Feuerbach - Die Umbauarbeiten im neuen Kreativzentrum ImWerk8 (IW8) Stuttgart haben begonnen. Seit wenigen Tagen sind Baufirmen und Handwerker an der Siemensstraße 140 im Einsatz. Los geht es mit dem ersten Bauabschnitt in den großen Hallen im Erdgeschoss. Einige Wände sind schon hochgezogen, weitere folgen, ehe die Sprinkler- und Brandmeldeanlagen eingebaut werden. „Vor der Sommerpause wollen wir den ersten Bauabschnitt beendet haben“, sagt IW8-Geschäftsführerin Sevil Özlük. Einen Termin für das Ende der gesamten Baumaßnahme gibt es indes noch nicht. „Jetzt ein Datum zu nennen, wäre einfach noch zu früh. Wir geben weiterhin unser Bestes und hoffen, schnell fertig zu werden“, sagt Sevil Özlük. In den vergangenen Monaten sei es aus den unterschiedlichsten Gründen immer wieder zu Verzögerungen gekommen. Das könne passieren. Auf einer Baustelle sei eben nicht alles vorhersehbar. „Deshalb denken wir einfach von Abschnitt zu Abschnitt“, sagt die Geschäftsführerin.

Insgesamt wird der Umbau des IW8 in sechs Teilen vonstatten gehen. „Der Brandschutz ist dabei natürlich überall ein ganz wichtiges Thema“, sagt die Geschäftsführerin. Mit dieser Materie habe man sich sehr lange und intensiv auseinandergesetzt. Das sei wichtig und notwendig gewesen. „Wir sind froh und auch ein wenig stolz, dass wir tolle Lösungen für den Umbau gefunden haben“, sagt Özlük. Dass jetzt endlich auch sichtbar werde, dass es im IW8 vorangehe, sei großartig. Somit könne man noch vor der Sommerpause das Areal weiter mit Leben füllen. Fertig sei dann auf jeden Fall das Atrium, in dem Ausstellungen und andere Veranstaltungen stattfinden können. Zudem sei dann auch der Theater- und Probesaal bespielbar, den darstellende Künstler aus den unterschiedlichsten Bereichen nutzen können. „Wir haben immer noch sehr viele Anfragen von ganz tollen und außergewöhnlichen Künstlern beziehungsweise Projekten. Alle freuen sich, dass unser Kreativzentrum bald komplett zur Verfügung steht“, sagt Sevil Özlük. „Parallel zu den aktuellen Arbeiten im Erdgeschoss planen wir schon die Bauabschnitte zwei bis vier, so dass es nahtlos weitergehen kann.“ Die Schwerpunkte liegen dann auf den elf Ateliers für Künstler, die im zweiten Obergeschoss entstehen werden, und auf dem zweiten Performance-Saal im Erdgeschoss, der ebenfalls von darstellenden Künstlern genutzt werden kann.

2013 hat der Investor das Gelände gekauft

Aktuell seien rund 20 Werkstätten und Büros auf dem etwa 13 600 Quadratmeter großen Gelände vermietet, sagt die IW8-Geschäftsführerin. Produktdesigner und andere Kreativschaffende seien vor ein paar Monaten schon eingezogen – darunter auch Martin Langlinderer mit seiner offenen Werkstatt Hobbyhimmel. Sieben Tage die Woche stellt er Werkzeuge, Maschinen und Know-how zur Verfügung, um mit Fahrrädern, Holz und Metall sowie in den Bereichen Elektro und Textil zu arbeiten.

„Mit dem IW8 möchte ich Feuerbach und Stuttgart etwas zurückgeben, nachdem ich hier die Chance bekommen habe, mir eine Existenz aufzubauen“, betont IW8-Investor und Bäckereibesitzer Halil Selvi. „Ich möchte mit dem Kreativzentrum einen Ort schaffen, an dem renommierte und junge Künstler, Menschen mit und ohne Behinderung, Deutsche und Ausländer, Alt und Jung zusammen ihren Arbeitsalltag verbringen. Das IW8 soll ein Ort werden, an dem es egal ist, woher du kommst, was du hast, wie alt du bist oder wie du aussiehst. Wichtig ist, dass du es ehrlich meinst und deine Vorurteile spätestens an der Pforte abgibst.“

Im August 2013 hat Selvi mit seinem Freund und Geschäftspartner Halil Aydin das ehemalige Werk 8 von der Firma Behr gekauft. Der Automobilzulieferer hat dort bis zum Jahr 2010 Kühler produziert.

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