Kriegsbergturm im Stuttgarter Norden Vergessene Aussicht auf den Kessel

Von Julia Schenkenhofer 

Der Verschönerungsverein Stuttgart macht den Kriegsbergsturm auf dem Azenberg der Öffentlichkeit zugänglich – das erste Mal seit den 60er-Jahren.

Ein Kleinod mit  Aussicht Foto: Schenkenhofer
Ein Kleinod mit Aussicht Foto: Schenkenhofer

S-Nord - Wer sich von der Eduard-Pfeiffer-Straße dem Kriegsbergturm auf dem Azenberg nähert, muss schon etwas genauer hinschauen. Jetzt wo alle Bäume grün sind, versteckt sich der Aussichtsturm mit seiner offenen Halle hinter den Bäumen. Die Besucher, die diesen Sonntag ab 10 Uhr zur Öffnung des Turms kommen, finden ihren Weg aber dennoch. Der 1896 erbaute Turm war das letzte Mal vor über 50 Jahren regelmäßig für das Publikum geöffnet. Umso größer ist die Anfrage bei den Öffnungen in diesem Jahr. „Wir sind mit der Resonanz heute sehr zufrieden – um 12 Uhr zählen wir bereits über 30 Besucher“, sagt Monika Neumann, vom Verschönerungsverein Stuttgart e.V., die heute die Turmwächterin gibt. Die ehrenamtlichen Mitarbeiter des Vereins haben die Öffnung des Turmes zu festen Zeiten initiiert. „Wenn der Turm immer geöffnet wäre – wie es früher der Fall war – würde der Vandalismus nicht lange auf sich warten lassen.“

Nächste Gelegenheit im November

Dass es jemanden gibt, der sich um den Turm kümmert, wissen die Besucher zu schätzen: „Dass Leute ehrenamtlich so etwas möglich machen, beeindruckt uns“, sagen zwei Besucher, die extra mit dem Zug aus Plochingen angefahren sind, um den Turm diesen Sonntag zu besuchen. „Wir haben den Besuch mit einem Spaziergang vom Hauptbahnhof hier hoch verbunden. Ein wirklich gutes Ausflugsziel am Sonntag“, lautet ihr Resümee. Auch die anderen Besucher freuen sich, dass der Turm nun endlich bestiegen werden kann: „Ich bin in der Nähe aufgewachsen und fand es immer schade, dass man nicht auf den Turm darf. Deshalb freut es mich umso mehr, dass man heute endlich hinaufsteigen kann“, sagt eine Besucherin aus Stammheim. Das Highlight aller Besucher: „Der Ausblick.“ Der ist auch für Monika Neumann etwas ganz Besonderes: „Man ist so nah an der Stadt dran, bei anderen Türmen – wie dem Bismarck- oder Killesbergturm ist das nicht der Fall, deshalb ist der Kriegsbergturm so einzigartig.“

Wer den Ausblick genießen möchte, hat das nächste Mal am 12. November die Möglichkeit dazu. Mehr Öffnungszeiten sind wegen der Sanierung nicht realisierbar. „Aber für 2018 planen wir Öffnungszeiten einmal im Monat an jedem zweiten Sonntag“, verrät Monika Neumann. Gute Aussichten für die Aussicht auf Stuttgart.

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