Little Greek Taverna Wo die Mama noch selbst kocht

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Rund 4000 Hellenen leben in Bad Cannstatt. Und doch sagt Ilias Giastas, der Betreiber der „Little Greek Taverna“, dass eine echte griechische Taverne hier noch gefehlt habe. Die hat er in der Wilhelmstraße nun selbst eröffnet – und erfüllt die Erwartungen.

  Foto: Martin Stollberg
 Foto: Martin Stollberg

Stuttgart - Griechische Ärzte und Anwälte, Restaurants und Geschäfte: es heißt nicht umsonst, dass ein Grieche in Bad Cannstatt gut leben kann, ohne ein Wort Deutsch zu sprechen. Rund 4000 Hellenen leben in Stuttgarts größtem Stadtbezirk. Und doch sagt Ilias Giastas: „Eine echte griechische Taverne hat gefehlt.“ Deshalb hat der Gastronom den Sprung in die Selbstständigkeit gewagt und Ende April die Little Greek Taverna eröffnet, wo früher die Gaststätte Abklatsch war.

Er hat dem Lokal einen neuen Anstrich verpasst und neue Tische und Stühle gekauft. Griechisches Lebensgefühl liefern das größtenteils griechische Publikum und die landestypische Musik. Die Dekoration beschränkt sich auf karierte Tischdecken und einige Bilder. Dies sei eine bewusste Entscheidung gewesen, sagt Giastas: „Das Essen steht im Mittelpunkt.“ Und das kocht die Mama aus frischen, saisonalen Zutaten: Giastas Eltern sind für die Küche verantwortlich, während sich der Sohn um den Service kümmert. „Wir sind ein Familienunternehmen.“

Ungewöhnlich: der säuerliche Auberginensalat

Das merkt man: Weil uns die Wahl aus der Fülle der hauptsächlich vegetarischen Vorspeisen schwerfällt, stellt man uns kurzerhand eine üppige Auswahl kalter und warmer Vorspeisen zusammen, die auch als kleines Abendessen durchgehen würde: Es gibt frittierte Zucchini- und Auberginenscheiben sowie frische Gurken und Tomaten mit verschiedenen Dips (Platte für zwei Personen 13 Euro). Die Fetacreme ist mit Chili würzig, aber nicht zu scharf abgeschmeckt, das Zaziki wird nicht nur mit frischen Gurkenstreifen, sondern auch mit Kräutern serviert und ist wunderbar cremig. Ungewöhnlich, aber fein schmeckt der säuerliche Auberginensalat.

Danach bestellen wir Fleischspieße: Sowohl Schwein (Spieß 2 Euro) als auch Hähnchen (Spieß 2,50 Euro) sind zart und mit Kräutern schmackhaft mariniert, der Schweinebauch (Stück 2 Euro) ist kross und würzig. Das Hackfleischbällchen (Stück 1,50 Euro) ist so groß wie eine Frikadelle und kommt saftig und schmackhaft auf den Tisch: Der Fleischteig schmeckt kräftig nach Rind und ist mit Kräutern und einer Prise Muskat abgeschmeckt. Tadellos ist die Dorade vom Grill (12,50 Euro): das Fleisch zergeht auf der Zunge, die Marinade unterstreicht den Eigengeschmack des Fischs. Zu allen Hauptgerichten werden auf Wunsch frittierte Kartoffeln (3,50 Euro) serviert. Die hausgemachten Pommes sind zwar nicht besonders knusprig, schmecken dafür aber kräftig nach Kartoffel und passen prima zu den Dips von unserer Vorspeisenplatte.

Eigentlich wollen wir nach diesem opulenten Mahl das Dessert ausfallen lassen und nur noch unseren griechischen Weißwein austrinken (0,2 Liter für 3,50 Euro). Doch wir haben die Rechnung ohne Ilias Giastas gemacht: Statt eines Ouzos serviert er seinen Gästen ein Stück Schokokuchen.

Little Greek Taverna, Wilhelmstraße 27, 70372 Stuttgart, Telefon 5 00 01 77, geöffnet Dienstag bis Freitag von 12 bis 23 Uhr, Samstag 16 bis 24 Uhr, Sonn- und Feiertag 13 bis 23 Uhr. www.littlegreektaverna.de

Die Bewertung:

Küche *****

Service *****

Ambiente ****

Die Beurteilung berücksichtigt auch das Preis-/Leistungsverhältnis. Das günstige Lokal um die Ecke wird nach anderen Kriterien bewertet als ein Sternerestaurant. Der Test gibt Aufschluss über die Tagesform der Küche.

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