Mittagstisch-Angebote in Ludwigsburg, heute: das Brauhaus Der heimliche Star ist ein Salat

Von tim 

Flotter Service, große Portionen: das Brauhaus in Ludwigsburg bietet den Gästen, was man von einem Brauhaus erwartet – vor allem viel Deftiges, aber nicht nur.

Viel dunkles Holz, Bierbänke und regionale Küche: das Brauhaus in Ludwigsburg ist rustikal, aber nicht zu rustikal. Foto: factum/Granville
Viel dunkles Holz, Bierbänke und regionale Küche: das Brauhaus in Ludwigsburg ist rustikal, aber nicht zu rustikal.Foto: factum/Granville

Ludwigsburg - Wer ein Brauhaus betritt, weiß vorher, was ihn erwartet. Die Erwartungen werden auch in Ludwigsburg nicht enttäuscht. Direkt neben dem Eingang am Solitudeplatz fällt sofort der große Sudkessel ins Auge – und auch ins Ohr. Denn wenn die Pumpe und das Mahlwerk in Betrieb sind, hört man das im ganzen Laden – was nicht stört, sondern zur Atmosphäre passt. Rustikal ist es im Innern, viel dunkles Holz wurde hier verbaut. Aber im Gegensatz zu vielen anderen Lokalen dieser Art gibt nicht nur Bierbänke zum Sitzen, sondern auch Stühle. Denn allzu rustikal solle das Ganze eben auch nicht sein, sagt Fred Oed, einer der beiden Betreiber. Man wolle schließlich auch jüngere Gäste ansprechen.

Mit seinem Geschäftspartner Ralph Wagner hat der heute 71-Jährige das Brauhaus vor fünf Jahren übernommen, das damals insolvent war. Für Oed, der zuvor eine Werbeagentur besaß, ging damit ein alter Wunsch in Erfüllung. „Ich wollte immer etwas in der Gastronomie machen“, erzählt er. Die beiden neuen Chefs krempelten den Laden kräftig um. Der Biergarten im Freien wurde aufgehübscht, innen wurde ausgemistet, mehr Stühle wurden aufgestellt, die Speisekarte von Grund auf überarbeitet. Wer heute mittags dorthin kommt, ist nie allein, der Laden läuft.

Die Preise sind okay, die Portionen groß

Das Brauhaus bietet täglich ein anderes Tagesessen für jeweils 7,20 Euro. Die regionale Küche stehe im Vordergrund, sagt Oed. Eingelegter Sauerbraten mit Kartoffelklößen, Maultaschen mit Käse überbacken – 7,20 Euro ist dafür nicht zu viel, aber es ist auch nicht übermäßig günstig. Wer dazu noch ein Getränk und zusätzlich einen Espresso bestellt, ist locker im zweistelligen Bereich.

Im Sommer gibt es zudem täglich ein Pastagericht, im Winter einen Eintopf. Auch der fällt mit neun Euro nicht preiswert aus, dafür dürfen die Gäste sich so oft nachschenken lassen wie sie wollen – beziehungsweise können. Denn die Portionen im Brauhaus sind groß, sehr groß. Zu wiederum sehr fairen 1,10 Euro gibt es einen Beilagensalat, und wer schwäbische und bayerische Klassiker mag, wird auch mit der regulären Karte glücklich.

Auch Vegetarier kommen auf ihre Kosten

Das gilt nicht nur für Fleisch-Fans, denn dort finden sich auch einige vegetarische Gerichte, und der heimliche Star auf der Karte ist sowieso der große Salat. Für 7,50 Euro kann man sich diesen aus verschiedenen Zutaten wie Paprika, Gurken, Weißkraut, Bohnen oder Croutons zusammenstellen lassen. Was dann auf den Tisch kommt, ist schon riesig, und wer will, kann für Extrageld beispielsweise noch Putenstreifen oder Thunfisch dazu bestellen. In der Redaktion sind wir uns jedenfalls nahezu einig: Im Brauhaus gibt es mittags den besten Salat der Stadt.

Aber auch die Fleischgerichte schmecken fast immer, schlimme Ausreißer nach unten sind uns bislang nicht aufgefallen. Im Service schneidet das Brauhaus gut ab: Dass man länger als üblich auf seine Speisen und Getränke warten muss, kommt eigentlich nie vor. 160 Plätze gibt es innen, in der warmen Jahreszeit weitere 240 im grünen Biergarten mit schattenspendenden Platanen.

Der einzige wirkliche Kritikpunkt betrifft die Musik, die manchmal zwischen Ballermann und Apres-Ski-Party angesiedelt ist und außerdem etwas zu laut aus den Boxen kommt. Das mag zu einem Lokal wie diesem durchaus passen, ist aber nicht Jedermanns Geschmack.