Mittagstisch-Angebote in Ludwigsburg, heute: das Cocco-Bello Die schöne Kokosnuss ist fest etabliert

Von tim 

Seit 28 Jahren gibt es das Cocco-Bello schon – nicht viele Restaurants in Ludwigsburg haben sich so lange gehalten. Das Mittagstischangebot ist umfangreich und gut, aber nicht immer günstig.

Das Cocco-Bello sieht aus  wie eine Mischung aus Bistro und Trattoria – der Inhaber will  damit einen „Hauch von Italien“ nach Ludwigsburg bringen. Foto: factum/Granville
Das Cocco-Bello sieht aus wie eine Mischung aus Bistro und Trattoria – der Inhaber will damit einen „Hauch von Italien“ nach Ludwigsburg bringen.Foto: factum/Granville

Ludwigsburg - Café, Bar, Restaurant – das Cocco- Bello ist nicht nur vergleichsweise alt, sondern auch vergleichsweise groß und verfügt über ein vergleichsweise umfangreiches Angebot. Schon seit 28 Jahren existiert das Lokal an der Solitudestraße, womit es sich länger gehalten hat als viele andere in Ludwigsburg. Seit 18 Jahren ist Cüneyt Ercetin der Chef, auch das ist eine stolze Zahl, und der 45-Jährige sagt: „In der Gastronomie gibt es immer ein ständiges Kommen und Gehen, aber wir sind ziemlich etabliert.“

Cocco-Bello heißt vom Italienischen ins Deutsche übersetzt so viel wie schöne kleine Kokosnuss – passionierte Italien-Urlauber werden den Ausdruck kennen: an den Stränden der Adria wird er von Einheimischen oft benutzt, um lautstark Kokosnüsse zum Verkauf anzupreisen. Das passt insofern gut, weil das Cocco-Bello einen „Hauch von Italien“ nach Ludwigsburg bringen soll. Sagt Ercetin, der in der Barockstadt geboren ist, aber keine italienischen, sondern türkische Wurzeln hat. Im Innern wirkt das Restaurant wie eine Mischung aus Bistro und Trattoria. Einfache Holzstühle und -tische, schöne Kerzen, helle Wände, ein hübscher Spiegel an der Längswand – tatsächlich würde man mit dieser Ausstattung auch in Florenz nicht unangenehm auffallen. Mittags ist es meist voll, aber selten so voll, dass man keinen Platz mehr findet.

Jeden Tag stehen sieben neue Gerichte auf der Karte

Sieben Gerichte stehen auf der Mittagskarte, die an jedem Wochentag neu zusammengestellt wird. „Das ist zwar kompliziert für uns, aber so haben die Gäste mehr Abwechslung“, sagt Ercetin. Die Preise wurden unlängst angehoben. Rund vier Jahre lang habe er sie stabil halten können, aber nun habe man auf die allgemeine Preissteigerung reagieren müssen. „Denn wir wollen hier keine Presspute verwenden, sondern setzen auf Qualität, das ist unsere Philosophie.“

Das günstigste Gericht auf der Mittagskarte kostet meistens 6,90 Euro, für Schweinemedaillons in Rahmsoße mit Tagliatelle werden aber beispielsweise 10,80 Euro fällig. Ein Espresso kostet 1,80 Euro. Ärgerlich: für einen Brotkorb extra wird ein Euro verlangt. Es gibt insgesamt günstigere Alternativen in Ludwigsburg, aber an der Qualität im Cocco-Bello ist tatsächlich nichts zu mäkeln, und auf der Mittagskarte sollte für jeden etwas dabei sein. Sie umfasst in der Regel zwei bis drei Pastagerichte, einen Salat, ein Fleischgericht und etwas speziell Vegetarisches. Die Palette reicht von schwäbischen Klassikern bis zu asiatischer Küche. Er denke momentan darüber nach, auch ein veganes Angebot zu schaffen, sagt Ercetin. Ungewöhnlich für ein sehr italienisch anmutendes Lokal: es gibt zwar manchmal Flammkuchen, aber keine Pizza. Dafür, so der Chef, sei die Küche zu klein. Wer auf der Tageskarte nichts findet, kann à la carte bestellen.

Die Mitarbeiter sind schnell – fast immer

Über etwas mehr als 80 Plätze verfügt das Cocco-Bello, in den warmen Monaten kommen 40 auf einer kleinen Terrasse an der Straße hinzu.

Die Mitarbeiter sind freundlich, und meistens dauert es nicht lange, bis das Essen auf dem Tisch steht. Wie bei fast allen Mittagstischangeboten in Ludwigsburg gilt aber auch im Cocco-Bello: verlassen kann man sich darauf nicht. Hin und wieder muss man etwas mehr Geduld mitbringen.