Nahverkehr Die neue S-Bahn ist noch ohne Fahrschein

Von Wolfgang Schulz-Braunschmidt 

Im Sommer 2013 sollen 87 neue S-Bahnen vom Typ ET 430 in der Region rollen. Doch der Zulassungszwist zwischen Hersteller und dem Eisenbahnbundesamt verzögert den Einsatz.

Links steht eine „betagter ET 420, rechts der neue  Typ 430, der nur nachts ohne Passagiere auf Testfahrten unterwegs sein darf. . Foto: Horst Rudel
Links steht eine „betagter ET 420, rechts der neue Typ 430, der nur nachts ohne Passagiere auf Testfahrten unterwegs sein darf. .Foto: Horst Rudel

Stuttgart - Wir gehen davon aus, dass die ersten der 87 neuen S-Bahnen ihren Liniendienst noch in diesem Jahr aufnehmen“, sagt Dorothee Lang, die Sprecherin des Verbands Region Stuttgart (VRS). Aber in dieser Aussage steckt viel Hoffnung. Denn den neuen S-Bahn-Zügen vom Typ ET 430, die spätestens am 1. Juli 2013 in der Region rollen sollen, fehlt immer noch die endgültige Freigabe durch das Eisenbahnbundesamt (Eba) in Bonn.

In diversen Internetforen ist zu lesen, dass es beim ET 430 angeblich Probleme mit den Bremsen gebe. Es bestehe die Gefahr, Signale zu überfahren. Seit kurzem ist ein mit Gewichten beladener ET 430 als Testzug nachts in der Region unterwegs. Ur­sprünglich sollten die ersten der neuen S-Bahnen schon im März im Bahnbetriebswerk Plochingen eintreffen, um Lokführer und Wartungspersonal frühzeitig zu schulen. Von Herbst an sollten die neuen Züge Fahrgäste auf den drei Linien S 1, S 2 und S 3 befördern.

Schon Strafen fällig

„Es gibt zeitliche Verzögerungen beim Zulassungsverfahren“, bestätigt Lang. Teile der Fahrzeugtechnik seien bereits vom Eba abgenommen worden, aber eben noch nicht alle. Der VRS rechne aber bis jetzt fest damit, dass dem Vertragspartner Bahn bis zum 1. Juli 2013, wenn der neue S-Bahn-Vertrag in Kraft trete, alle bestellten ­S-Bahnen zur Verfügung stehen.

Die „zeitliche Verzögerung“ ist aber schon so groß, dass laut VRS bereits Strafzahlungen der Bahn fällig geworden sind. „Damit können wir vier von uns zusätzlich bestellte ET 430 im Wert von 23 Millionen Euro teilweise bezahlen“, erklärt Lang. Auch wenn sich das Zulassungsverfahren noch länger hinziehen sollte, müsse die Bahn „einen einwandfreien S-Bahn-Betrieb sicherstellen“ .

„Es gibt gegenwärtig sehr intensive Gespräche zwischen dem Eba und dem ­S-Bahn-Hersteller Bombardier“, erklärt ein Bahnsprecher. Man erwarte, dass die bestellten Züge rechtzeitig geliefert werden. Mehr sei dazu zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht zu sagen. Die Bahn hat die 83 ET 430 im Wert von rund 450 Millionen Euro 2009 nach dem Abschluss des neuen S-Bahn-Vertrages im Frühsommer 2009 bei Bombardier bestellt. Der Vertrag sieht eine Option für weitere 83 Züge vor.

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12 KommentareKommentar schreiben

Was funktioniert bei der Bahn denn eigentlich noch?: So viel Gemurkse, wie da tagtäglich in der Zeitung steht . Aber dann auch noch den Bahnverkehr in Stuttgart gänzlich verändern wollen. Ein Wagnis, das schnell in die Hose geht. In Berlin läuft seit der Hauptbahnhofsverlegung der S-Bahn Verkehr nicht mehr rund. Aber daraus was lernen? Pustekuchen!

Schuld der DB: Wenn ich mir im Autohaus einen Fabrikneuen Nissan bestelle, dieser allerdings nicht rechtzeitig kommt sondern drei Wochen später ist natürlich wer Schuld? Das Autohaus! Vielleicht sind ja noch die Lokführer schuld oder ein Reiniger der grade auf dem Bahnsteig steht...

Richtigstellungen: @Unhold: Strafzahlungen zahlt die DB AG an den VRS und nicht an sich selbst. Der VRS kauft aber gar keine Triebfahrzeuge. @Hannes: Die VA liegt ja gerade wegen eines Demokratiedefizites beim Bundesverfassungsgericht vor. Man erinnere an die 1,5Mrd-Lüge und an die Beeinflussung der Bürger des noch amtierenden OBs, um nur zwei Beispiele zu nennen.

Einfach zu erklären, warum die S-Bahn gegen über dem Fernverkehr zurückstecken muss...: NOV 24 11:52 Uhr, geschrieben von derwolf Ich möchte noch einmal darauf hinweisen das sich auch mit neuen S-Bahnzügen kaum etwas (positiv) verändern wird. Die Bahn hat die vorhandene Infrastruktur nachhaltig zerstört und keiner weiß wie man das wieder in den Griff bekommen will. .. ' „Deshalb kommen sich S-Bahnen, Fern- und Regionalzüge andauernd in die Quere“, erklärt ein Bahnbetriebsfachmann. „Und bei diesen sich häufenden Fahrplankonflikten müssen immer die S-Bahnen zurückstecken.“ .... http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.verspaetungen-im-nahverkehr-s-bahn-system-geraet-aus-dem-takt.adef2cbe-deab-4adf-aee9-c9010948a2a8.html...' Wenn die S-Bahnen wirtschaftliche Schäden für Betriebe und Behörden oder beim Nahvekehrsnutzer durch Verspätungen verursachen, dann kann man die Bahn nicht belangen. Bei Verspätungen im Fernverkehr schon. Die Bevorzugung des Fernverkehrs ist daher rein ökonomisch begründet. Hier müsste der Gesetzgeber etwas machen. In dem Fall der VRS. Aber solches würde Bopps Lieblingskind S21 beschädigen, für das er nochmals das Portemonnaie zu öffnen bereit ist, obgleich er im letzten Jahr noch getönt hat, dass die Region den Bahnhof für 100 Millionen gekauft habe und damit sei Schluss. Dem honorablen Herrn Bopp gehen somit die Interessen derer, für die er sich verwenden müsste, am A............. vorbei. Herr Bopp vergnügt sich lieber beim Ritt auf einem Pferd, das bereits tot ist.

VDE8, S-Bahn Berlin, ICE3, S21, S-Bahn Stuttgart: Die Bahnführung unter Grube und Kefer führt bei allen Großprojekten zu Chaos und Kostenexplosionen - VDE8, S-Bahn Berlin, ICE3, S21, S-Bahn Stuttgart. Und Herr Ramsauer und der Bahnaufsichtsrat segnet die Abzocke der Steuerzahler immer wieder ab.

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