Nahverkehr in Stuttgart Mit der Stadtbahn auf Erfolgskurs

Wolfgang Schulz-Braunschmidt, 12.12.2012 10:23 Uhr
Auch 2013 wollen wir den bei 25 Millionen Euro gedeckelten Ausgleichsanspruch einhalten. Wir werden aber wohl daran kratzen.“ Jörn Meier-Berberich, kaufmännische Vorstand der SSB

Stuttgart - Das Cockpit ist sehr übersichtlich, die Optik gelungen“, sagt Anette Scherer-Slawik. Die Stadtbahnfahrerin durfte am Dienstag im neuesten DT 8-Modell im Möhringer SSB-Zentrum schon einmal zur Probe sitzen. „Am liebsten möchte ich sofort losfahren“, erklärte die Fahrerin, die seit 1984 im Cockpit der großen gelben Wagen sitzt. Doch das Erprobungsfahrzeug geht erst im Frühjahr nach zahlreichen Tests auf der Strecke in den Liniendienst. Nach und nach folgen dann noch 19 neue Stadtbahnen, die für 80 Millionen Euro angeschafft werden.

Die Bahnen werden gebraucht, denn die Zahl der Nahverkehrskunden wächst weiter. „In diesem Jahr rechnen wir mit einem Zuwachs um zwei Prozent“, sagt der kaufmännische Vorstand Jörn Meier-Berberich. Die Einnahmen seien 2012 um rund fünf Prozent gestiegen. Der Erfolg sei sowohl auf die Einführung der Jahreskarte mit monatlicher Abbuchung als auch auf ein verbessertes Verkehrsangebot zurückzuführen. Darüber hinaus habe der Verkauf des Straßenbahnareals in Zuffenhausen und ein vorzeitig beendeter Cross-Border-Leasingvertrag über Stadtbahnen zu dem erfreulichen Jahresabschluss beigetragen. Der von der Stadt benötigte Zuschuss werde voraussichtlich zwischen 18 und 19 Millionen Euro liegen. „Auch 2013 wollen wir den bei 25 Millionen Euro gedeckelten Ausgleichsanspruch einhalten“, so Meier-Berberich. „Wir werden aber wohl daran kratzen.“

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Mehr Fahrgäste durch Verlängerung der U 12 in den Hallschlag

Auch im nächsten Jahr setzen die SSB auf eine gute Konjunktur und weitere Fahrgastzuwächse. Dazu soll auch die Verlängerung der Stadtbahnlinie U 12 bis zum Hallschlag beitragen. Im Frühjahr soll zudem mit dem Bau des U-12-Abschnitts zwischen Hallschlag und der Aubrücke begonnen werden. „Auf der neuen Buslinie 79 von Plieningen zum Flughafen setzen wir abgasfreie Hybridbusse mit Brennstoffzelle ein“, sagte der technische Vorstand Wolfgang Arnold. Die SSB investieren 2013 rund 136 Millionen Euro. Mit 69 und 35 Millionen Euro sind der Stadtbahnbau und die Fahrzeugbeschaffung die größten Posten.

„Das größte Problem bleibt die Finanzierung“, betont der Personalvorstand Reinhold Bauer. Nach wie vor sei unklar, wie Investitionen in den Nahverkehr über das Jahr 2020 hinaus finanziert werden. Neben dem Bau neuer Schienenstrecken müssten die SSB auch immer stärker in den Bestand investieren, um diesen zu erhalten. So werde man im nächsten Jahr mit der auf 30 Millionen Euro geschätzten Sanierung des SSB-Zentrums beginnen.

 
 
Kommentare (5)
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DEZ
13
.., 13:27 Uhr

@Braun

Danke für Ihren sachlichen Kommentar. Meckern werden sowieso immer nur die, die eh nicht mit den 'Öffentlichen' fahren. Einen ähnlichen Komfort bei den Bahnen (Stadtbahn und S-Bahn), was die Sitze o.ä. betrifft findet man anderswo kaum, aber das will ja imme niemand hören.

DEZ
12
B.Traun, 21:47 Uhr

@Kopfbahnhoffreund: ?

Hallo, wer 'blutet' denn? Eine Monatskarte für das gesamte Stadtgebiet Stuttgart kostet 73 Euro, im Jahres- Abo 61 Euro. Damit kann ich durch die Stadt fahren soviel ich will. Gemessen am Aufwand, im Gegensatz zu Kosten von Mobiltelefon, Internet, Strom oder gar einer Tankfüllung fürs Auto ist das gar nicht so viel! Die Preise steigen. Nun fährt aber, wie lange gefordert, die S-Bahn am Wochenende auch nachts. Kostet das nix? Woher soll es kommen? Zu der neuen Stadtbahn: mir gefällt sie sehr gut, nur habe ich nicht verstanden, worum es jetzt geht. Erst fehlen Haltemöglichkeiten, dann ist wieder die mittige Stange im Weg. Was denn nun? Auf den Fotos gut zu erkennen, daß die Stangen in Reichweite der stehenden Leute sind. Mittig gibts wie bisher Haltegriffe an den Sitzen (wie bisher auch).

DEZ
12
Feuerbacher, 17:02 Uhr

Stadtbeobachter

'Diese Information bitte sofort an Grün-Links-Protestanten weiterleiten'. Zunächst wurde mal wieder 'Tafelsilber' in Form von Imobilien verhökert. Und dann sollte geklärt werden, warum denn das so erfolgreiche Cross-Border-Leasing vorzeitig beendet wurde. Weil es so erfolgreich war und alle den Durchblick über die Verträge hatte? Und wenn das Ergebnis tatsächlich positiv war auf wessen Kosten wurde die 'Gewinne' erzielt? Sie sind wahrlich ein Stadtbeobachter!

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