nebenan.de im Stuttgarter Norden Nachbarschaftshilfe auf einen Klick

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Die Online-Plattform nebenan.de bringt bundesweit Menschen aus demselben Viertel zusammen – jetzt gibt es das Angebot auch im Stuttgarter Norden.

Bei Klick Kontakt: die Menschen im Norden sollen einander näherkommen. Foto: Friedmann
Bei Klick Kontakt: die Menschen im Norden sollen einander näherkommen. Foto: Friedmann

S-Nord -

Gerade in Großstädten wird das Zusammenleben unter Nachbarn immer anonymer. Viele Menschen wissen gar nicht, wer alles im selben Haus wohnt. Von der anderen Straßenseite ganz zu schweigen. Dabei kann Nachbarschaft etwas sehr Wertvolles und Hilfreiches sein – etwa, wenn man mal eben zwei Eier und ein paar Haselnüsse für den Sonntagskuchen braucht, eine Bohrmaschine benötigt oder niemanden hat, der übers Wochenende auf den Hund aufpasst.

Um Nachbarn wieder mehr zusammenzubringen und das soziale Miteinander zu stärken, hat der Berliner Christian Vollmann gemeinsam mit fünf Mitstreitern die Online-Plattform www.nebenan.de gegründet. Diese web­basierte Nachbarschaftshilfe ist mittlerweile auch nach Süddeutschland herüber geschwappt. Menschen aus mehreren Stuttgarter Stadtbezirken haben sich bereits über nebenan.de vernetzt. Auch der Stuttgarter Norden ist mit dabei. Erst vor Kurzem wurden in diesem Stadtbezirk Zettel in die Briefkästen geworfen, auf denen eine Einladung zu nebenan.de samt Zugangscode abgedruckt war. Inzwischen haben sich rund 200 Bürger aus Stuttgart-Nord bei der Nachbarschaftsplattform angemeldet.

Handzettel zum Download

Um einen virtuellen Bezirk oder – in der Sprache der Berliner Plattform-Gründer – einen virtuellen Kiez zu eröffnen, müssen mindestens zehn Nachbarn mitmachen. Diese stecken ihren Bezirk auf einer Straßenkarte ab. Das überlassen die Macher von nebenan.de ganz bewusst den Nutzern, weil diese am besten wissen, wo ein Viertel anfängt und aufhört. „Innerhalb von zwei bis drei Wochen sollten dann mindestens 100 Nachbarn zusammenkommen“, sagt Christian Vollmann. „Denn je mehr Leute mitmachen, desto mehr haben die Leute auch davon.“ Damit das möglichst schnell gelingt, bietet die Plattform einen Handzettel zum Download an. Dieser wird entweder von Studenten im Auftrag von nebenan.de an die Haushalte im Bezirk verteilt oder die Nutzer selbst werfen ihn bei ihren Nachbarn in den Briefkasten.

Jeder Nutzer muss sich mit seinem richtigen Namen und einer echten Adresse anmelden. Die Angaben werden von nebenan.de verifiziert, „dann aber wieder gelöscht“, versichert Christian Vollmann. Die neuen Mitglieder erhalten entweder einen Zugangscode, der per Postkarte kommt, oder loggen sich über einen Einladungs-Link eines Nachbarn ein, der bereits Mitglied ist. So wird sichergestellt, dass tatsächlich nur Menschen aus dem jeweiligen virtuellen Viertel mitmachen.

Hundesitter für den nächsten Urlaub

Ist man einmal registriert, kann man beispielsweise seine Hilfe bei Einkäufen oder Nachhilfestunden anbieten oder einen Arzt in der Nähe empfehlen. Umgekehrt können die Nutzer bei ihren Nachbarn nach Werkzeug fragen oder nach einem Hundesitter für den nächsten Urlaub suchen. Die Plattform bietet einen News-Feed, in dem Nutzer die Beiträge der Nachbarn sehen können. Neben gewöhnlichen Textnachrichten mit oder ohne Foto können das auch Veranstaltungen oder Dinge sein, die man verkaufen oder verschenken möchte. „Innerhalb der Nachbarschaft kann man auch Gruppen gründen, in denen sich die Leute zum Beispiel über Kinder, Sport oder Haustiere austauschen können“, erklärt Vollmann. „So werden Interessen gebündelt.“

Wer Menschen mit denselben Interessen sucht, kann über eine Suchfunktion etwa nach einer Lauf- oder Skatgruppe Ausschau halten, der er sich anschließen kann. „So können aus Nachbarn am Ende sogar echte Freunde werden“, meint Christian Vollmann.

Bereits seit Ende 2015 ist nebenan.de in ganz Deutschland verfügbar. Bisher ist die Plattform noch kostenlos. Für private Nutzer soll sie das auch bleiben. Doch bald wollen die Macher Geld mit ihrer Idee verdienen. Dazu wollen sie im nächsten Jahr auch Gewerbetreibenden aus den jeweiligen Bezirken die Möglichkeit geben, ihr Profil auf nebenban.de einzustellen und dort für sich und ihre Produkte und Dienstleistungen zu werben – kostenpflichtig versteht sich.

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