Neckarbrücke für Stuttgart 21 Neckarbrücke muss umgeplant werden

Von Markus Heffner 

Die Bahn will die Platzierung der Stützen der Neckarbrücke nach Erkundungsbohrungen verändern. Die Stadt Stuttgart hatte dies zum Schutz des Mineralwasser bisher abgelehnt, hat jetzt aber grünes Licht gegeben.

Die Hauptpfeiler der neuen Neckarbrücke (Hintergrund) sollen aus statischen Gründen versetzt werden. Foto: Deutsche Bahn 34 Bilder
Die Hauptpfeiler der neuen Neckarbrücke (Hintergrund) sollen aus statischen Gründen versetzt werden.Foto: Deutsche Bahn

Stuttgart - Genau 355 Meter lang ist die neue Neckarbrücke, die den Tiefbahnhof im Talkessel nach der Inbetriebnahme von Stuttgart 21 viergleisig mit dem Bahnhof Bad Cannstatt verbinden soll. Dazu spannt sich das 24 Meter breite Bauwerk nicht nur über den Neckar, sondern unter anderem auch über die Bundesstraße 10 und das Gleisbett der Stadtbahn.

Konstruiert hat die Eisenbahnbrücke das Stuttgarter Ingenieurbüro Schlaich, Bergermann und Partner. Nach umfangreichen Erkundungsbohrungen der Bahn im Januar dieses Jahres muss die Ausführung des prägenden Bauwerks nun allerdings noch einmal umgeplant werden. Zum einen sollen aus statischen Gründen zwei Hauptstützen um bis zu drei Meter verschoben werden. Gleichzeitig kann dadurch eine vom Architekten vorgesehene Pendelstütze im Bereich der Schönestraße entfallen. Als Grund für die Verschiebung gibt die Bahn auf Anfrage an, dass „durch die Anpassung der Lage der Brückenpfeiler eine bessere Statik erreicht werden kann“, so ein Stuttgart-21-Sprecher.

Bahn: Änderung hat keine Auswirkung auf Grundstücke

Laut Bahn hat diese Änderung zwar keine Auswirkung auf die Flächennutzung und die Grundstücke. Eine Abweichung vom städtebaulichen Wettbewerb ist mit der geänderten Ausführung aber dennoch verbunden – und damit wohl auch ein entsprechendes Änderungsverfahren, dem die beteiligten Behörden zustimmen müssen.

Interessant dabei ist, dass laut dem aktuellen Quartalsbericht der Deutschen Bahn, der vor kurzem dem Aufsichtsrat des Staatskonzerns vorgestellt worden ist, das Amt für Stadtplanung und Stadterneuerung die Zustimmung zur Stützenverschiebung „aus Gründen des Mineralwasserschutzes und der Bedeutung der Brücke für das Stadt- und Landschaftsbild ablehnt“. Auch steht in den Bahnunterlagen, dass eine „Planänderung erforderlich“ sei.

Stadtplaner und Wasserschutzbehörde geben grünes Licht

Für das Stadtplanungsamt, das als Untere Behörde mit seiner Zustimmung ein solches Verfahren beschleunigen kann, ist der Fall indes offenbar bereits erledigt. Stadtplaner und Wasserschutzbehörde hätten grünes Licht zur Stützenverschiebung gegeben, erklärt Stadtsprecher Sven Matis auf Anfrage. Aus städtischer Sicht sei dieser Vorgang damit grundsätzlich abgehakt – von Sorgen wegen des Stuttgarter Mineralwassers also keine Spur.

Zuständige Behörde für eine eventuelle Planänderung ist das Bonner Eisenbahnbundesamt (Eba), bei dem aber noch keine Unterlagen eingegangen sind, wie ein Sprecher auf Anfrage erklärt. Das Eba wisse zwar von dem Vorhaben der Bahn, die Ausführungsplanung zu ändern. Ob das mit einem Änderungsverfahren verbunden sei, könne aber erst beurteilt werden, so der Sprecher, wenn die Unterlagen vorliegen.

Bahn: Platzierung der Brückenpfeiler noch nicht entschieden

Aus Sicht der Bahn wiederum stellt sich das anders dar. Über die finale Bauausführung, also die genaue Platzierung der Brückenpfeiler, sei noch nicht entschieden worden, betont ein Sprecher des Projektbüros von Stuttgart 21. Derzeit würden noch die letzten Abstimmungsgespräche mit den beteiligten Behörden der Stadt Stuttgart laufen. Erst danach könne endgültig entschieden werden, ob und in welchem Umfang eine formale Planänderung notwendig sei, so die Bahn.

Die Gründung der Neckarbrücke, über die auf zwei eigenen Gleisen auch die S-Bahnen fahren werden, ist laut Zeitplan der Bahn für November 2014 geplant. Eine aufschiebende Auswirkung sieht die Bahn durch ein mögliches Änderungsverfahren derzeit aber nicht, so der Projektsprecher: „Auch im Falle einer Planänderung gehen wir davon aus, dass der Terminplan an dieser Stelle gehalten werden kann.“

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38 KommentareKommentar schreiben

"muss" zum zweiten: warum steht hier eigentlich "muss" umgeplant werden? das ist doch falsch. es muss nicht.

monatliche Liste der Fehl-Planungsleistungen: Wie wäre es denn mal mit einer Seite in der Stuttgarter Zeitung mit einer monatlichen Auflistung der Fehl-Planungsleistungen der Bahn. So als Monatsbericht in Kurzform. Man kommt ja nicht mehr nach mit dem Lesen der Dinge, die bei S21 nicht funktionieren.

Wieder eine gestorben: Da ist also wieder eine durchs Dorf getriebene Sau gestorben (Gefühlt die 180ste). Nicht gleich Schnappatmung bekommen wenn die Worte S21 fallen, also locker bleiben, ist alles ganz easy.

Bilder zu Artikel: @ Fred, 15:14 Uhr: Die Redakteure der StZ kapieren es einfach nicht. Ich habe auch schon mehrmals sinngemäß genau das gleiche geschrieben wie Sie - es wird genau ein neues, zum Thema passendes Bild gezeigt, und dann noch ca. 30 andere, allgmeine S21 Bilder, schon seit Jahren immer die gleichen (ab und zu kommt mal ein neues dazu), die schon viele viele Mal in genau der gleichen Reihenfolge gezeigt wurden - seit Monaten bzw. Jahren. Mir ist wirklich schleicherhaft, was sich die Verantwortlichen dabei denken - bzw. was die von ihren Lesern halten, wenn sie sich trauen denen so etwas zu präsentieren.

Fred, 15:14 Uhr: "Bilder zu Artikel": Diesen Kommentar möchte ich untersützen, und zwar nicht nur auf diesen Artikel bezogen, sondern auf alle Artikel, die in irgend einem Zusammenhang mit S21 stehen: Jedes mal werden die gleichen allseits bekannten Bilder veröffentlicht. Warum versichten Sie nicht darauf oder machen einfach mal ein paar aktuelle Bilder hinein. In diesem Fall gäbe es sicherlich noch bei weitem mehr Bildmaterial, was einen echten Bezug hat. Zum Beispiel einen Stadtplan, der die lokale Situation erläutert. Auf den Baustellen zu S21 passiert täglich soviel, dass es immer gibt, auch aktuelle Bilder dazu zu veröffentlichen.

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