Neuer Projektleiter für Stuttgart 21 Seite 2: "Ein Projektmanager baut, was ihm vor die Flinte kommt"

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Entsprechend siegesgewiss hat der selbstbewusste Pfälzer vor 53 Tagen die Nachfolge des schweigsamen Ägypters Hany Azer angetreten. Getreu seinem Motto, "dass ein Projektmanager baut, was ihm vor die Flinte kommt", und darüber hinaus "keine Probleme kennt, sondern nur Herausforderungen", leitet er eine hundertköpfige Mannschaft, die sich noch verdoppeln soll. Dabei sieht er sich als Generalist, der für das Große verantwortlich ist und die Arbeit im Kleinen seinen Abschnittsgefährten in den jeweiligen Teilgebieten überlässt. Wenn aber über offene Planfeststellungsbereiche, etwa auf den Fildern, diskutiert wird, will er selbst in die Bütt. Er habe "keine Scheu, mit allen zu sprechen, die mir in die Quere kommen.

Mit den S-21 Gegnern hat Penn keinen Kontakt

Nur die organisierten Gegner von Stuttgart 21 nimmt er davon aus. Er wisse nicht, was er mit ihnen besprechen sollte, sagt Stefan Penn. Der Kontakt zu den Demonstranten laufe besser über die Polizei und das Innenministerium. Er konzentriere sich darauf, bis Herbst 2012 die Baustelle so weit zu haben, dass dann die großen Tunnel gegraben werden könnten. Daher bestärkt er den S-21-Sprecher Wolfgang Dietrich in dessen Haltung, dass der Südflügel und die als hinderlich identifizierten Bäume im Schlossgarten bald fallen müssten: "Bis zum Jahresende muss ein großer Stapel dieser Arbeiten erledigt sein."

Trotz solcher Aussagen habe er - im Gegensatz zu seinem Vorgänger - bisher "keinerlei persönliche Anfeindungen" bemerkt, sagt Penn. Auch im Blick auf den Südflügel "wäre es mir am liebsten, wenn wir ihn abreißen und hinterher sagen könnten: Keinen hat's interessiert". Wenn es aber anders kommt, dann habe er volles Vertrauen in einen Mann, der just am selben Tag seinen Dienst in Stuttgart angetreten hat wie er selbst. Es handelt sich um den Polizeipräsidenten Thomas Züfle.