Patrick Funk „Endlich Schwäbisch schwätzen“

Patrick Funk will gegen den VfB „alles in die Waagschale werfen“. Foto: Baumann
Patrick Funk will gegen den VfB „alles in die Waagschale werfen“.Foto: Baumann

Stuttgart - Mit dem Modell „Ausleihen-und-dann-als-gestandenen-Spieler-zurückholen“ ist der VfB bei Julian Schieber und Daniel Didavi zuletzt ganz gut gefahren. Gleiches haben die Stuttgarter auch bei Patrick Funk im Sinn, der noch bis Saisonende an den FC St. Pauli ausgeliehen ist. Doch für den 22-jährigen Mittelfeldspieler läuft es bisher noch nicht so rund – genau wie für sein Hamburger Team. In der zweiten Liga rangiert St. Pauli nur auf Platz 13. Da kommt das Pokalspiel beim Favoriten VfB am Mittwochabend gerade recht. Im Brustringer-Interview spricht Funk darüber, warum dennoch eine Überraschung drin ist, welche Stuttgarter Dinge er vermisst und welches Ziel er sich bereits im nächsten Jahr anpeilt.


Herr Funk, am vergangenen Sonntag hat der FC St. Pauli gegen Dresden einen 0:2-Rückstand noch in einen 3:2-Sieg verwandelt. Auf was für eine Mannschaft muss sich der VfB am Mittwoch einstellen?
Der VfB ist sicherlich der klare Favorit, aber wir haben nichts zu verlieren. Wir fahren nicht runter, damit die Stuttgarter locker in die nächste Runde einziehen können. Wir haben durch den Sieg am Sonntag Selbstvertrauen gesammelt. Und warum sollten wir nicht mal eine Überraschung schaffen? Wir werden alles in die Waagschale werfen.

In der zweiten Liga lief es bisher nicht so gut. Warum?
Uns hat als Mannschaft zu Beginn die Kompaktheit gefehlt. Wir haben auf dem Feld zu weit auseinander gestanden. Es war ja zudem nicht so, dass wir keine Chancen gehabt hätten, aber auch da waren wir nicht effektiv genug. Unsere Gegner hingegen haben häufig mit der ersten Chance getroffen. Seit dem Spiel gegen Union Berlin stehen wir kompakter und haben einen positiven Trend zu verzeichnen. Wir treten als Team geschlossen auf, jeder stellt sich in den Dienst der Mannschaft und wir wollen jetzt natürlich den positiven Trend fortsetzen.

Was hat sich mit dem neuen Trainer Michael Frontzeck, der seit zwei Spieltagen im Amt ist, geändert?
Für mich ist es schwer, das zu beurteilen. Als er bei uns begonnen hat, war ich mit der U-21-Nationalmannschaft unterwegs, danach habe ich drei Mal trainiert und gespielt und war dann wegen einer Verletzung raus. Allerdings habe ich den Eindruck, dass alles, was er sagt, Hand und Fuß hat. Man merkt, dass er schon unglaublich lange im Geschäft ist. Er kennt den Fußball in- und auswendig und ist von meinem Gefühl her für unsere Situation der richtige Mann.

Wie ist die Saison bisher für Sie persönlich gelaufen?
Genauso durchwachsen wie für unsere Mannschaft. Ich habe nicht die nötige Konstanz in meine Leistung bringen können und bin immer wieder von kleineren Verletzungen aus dem Rhythmus gebracht worden. Ich hoffe, dass die Verletzungsmisere bei mir nun vorbei ist, denn ich will wieder richtig angreifen und der Mannschaft so gut helfen wie es geht.