Rat der Muslime Londoner Fahrer womöglich „von Islamhass motiviert“

Von red/dpa 

Nach dem tödlichen Zwischenfall in London gibt es früh erste Mutmaßungen über den Täter: Der britische Rats der Muslime zieht einen gegen Muslime gerichteten Anschlag in Erwägung.

Vorfall in London. Foto: AFP 21 Bilder
Vorfall in London. Foto: AFP

London - Aus Sicht des Britischen Rats der Muslime könnte der blutige Zwischenfall aus der Nacht zum Montag in London ein gegen Muslime gerichteter Anschlag gewesen sein. „Von den Augenzeugenberichten her scheint es, als wäre der Täter von Islamhass motiviert gewesen“, schrieb der Rat am frühen Montagmorgen auf Twitter. Muslime hätten in den vergangenen Wochen und Monaten oft Islamhass erleben müssen, der nächtliche Vorfall nahe einem muslimischen Gemeinschaftshaus sei dessen „gewalttätigste Manifestation“ bislang.

Der Rat forderte Polizeischutz für Moscheen. Die Behörden müssten nicht nur den aktuellen Vorfall aufklären, sondern auch etwas gegen die „in höchstem Maße beunruhigende Zunahme des Islamhasses“ tun. Die Polizei hatte zuvor mitgeteilt, dass Anti-Terror-Spezialisten die Ermittlungen übernommen hätten.

Ein Lieferwagen war kurz nach Mitternacht in eine Menschenmenge im Stadtteil Finsbury Park gerast - ein Mann wurde getötet, zehn Menschen wurden verletzt. Nach Angaben des Rats der Muslime ereignete sich der Vorfall vor einem muslimischen Gemeinschaftshaus in der Nähe einer Moschee im Stadtteil Finsbury Park - nicht direkt vor der Moschee, wie es der Rat zunächst mitgeteilt hatte.

Am 3. Juni hatten auf der London Bridge und am Borough Market drei muslimische Terroristen mindestens acht Menschen getötet und Dutzende weitere verletzt. Die Täter wurden kurz darauf von Polizisten erschossen.