Regionalverkehr in Baden-Württemberg Regionalverkehr verliert Waggons

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Statt am Rosenstein in Stuttgart werden viele Regionalzüge der Bahn in Ulm gewartet und gereinigt. Die Überführung kostet Zeit, die Reisenden werden es mit einem knapperen Platzangebot zu spüren bekommen.

Achtung Hochspannung – das moderne Bahnwerk in Ulm Foto: Alexander Schatz
Achtung Hochspannung – das moderne Bahnwerk in Ulm Foto: Alexander Schatz

Ulm - Der Samstag soll zum großen Tag für die Eisenbahn im Raum Ulm werden. Die Bahn hat auf dem Gelände des alten Rangierbahnhofs in Ulm ein Großprojekt namens Fiba fertiggestellt. Hinter dem Kürzel im typischen Eisenbahnerjargon verbirgt sich die Fahrzeug-Instandhaltungs-, Behandlungs- und Abstellanlage. Dort sollen in erster Linie Regionalzüge gründlich gewartet und frisch geputzt werden.

Zur Einweihung werden Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) und Bahnchef Rüdiger Grube erwartet. Ob sie auch über mögliche Einschränkungen für die Reisenden auf der viel befahrenen Strecke Stuttgart–Ulm und anderen Verbindungen rund um Stuttgart sprechen werden, ist noch nicht bekannt. Vor allem Pendler werden bis auf weiteres mit deutlichen Nachteilen wie weniger Platz in den Zügen, Verspätungen und womöglich Zugausfällen rechnen müssen. Ihre volle Leistungsfähigkeit soll die neue Anlage erst beim Start von Stuttgart 21 und der Neubaustrecke Stuttgart–Ulm zeigen – also in frühestens sieben Jahren.

In die neue Halle passen ganze Züge

Den Kern der Auffrischstation bildet eine 230 Meter lange Halle, in die ganze Züge einfahren können, um für den nächsten Einsatz startklar gemacht zu werden. Rund hundert Millionen Euro sind in den Neubau im Stadtteil Söflingen geflossen. Hier wird künftig der größten Teil jener Arbeiten durchgeführt, für das bisher in Stuttgart das Werk am Rosenstein zuständig war und das wegen Stuttgart 21 weichen muss. Der kleinere Teil der Service-Arbeiten wird in Zukunft in Tübingen erledigt. Im Herbst 2014 soll mit dem Bau der Tübinger Fiba auf dem Gelände des alten Bahnbetriebswerks begonnen werden.

Wie in Ulm wird der „Werkstatt-Komplex zur Ganzzug-Instandhaltung“ 230 Meter lang und bis zu 44 Meter breit sowie bis zu zwölf Meter hoch sein. In Tübingen schaut die Stadtverwaltung schon jetzt mit Sorge auf diesen größten Gebäudekomplex in diesem Abschnitt des Neckartals. Einfluss auf die Gestaltung des Baus können die Stadtväter nicht nehmen, wie der Gemeinderat bereits feststellen musste.