Restauranttests im Dorotheen-Quartier Appetit aufs Edel-Viertel

Von mri/weih/ina/ma 

Im neuen Einkaufs- und Lifestyle-Center von Breuninger sind mehrere kulinarische Angebote am Start. Die Gastroredaktion hat die vier wichtigsten unter die Lupe genommen. Erster Eindruck: Schickimicki hat halt seinen Preis.

Lust auf Genuss? In der Sansibar gibt frisch zubereitete Erdbeer-Bowle. Foto: Lichtgut/Verena Ecker 26 Bilder
Lust auf Genuss? In der Sansibar gibt frisch zubereitete Erdbeer-Bowle. Foto: Lichtgut/Verena Ecker

Stuttgart - Die fünfte Location im neuen Quartier ist die Bar Eduards. Die Gastroredaktion aber hat sich erst einmal auf vier Adressen konzentriert, in denen es den ganzen Tag über auch was zu essen gibt. Hier sind unsere Testergebnisse.

Sansibar: noch nicht ganz so gut geölt

Was sollen wir bloß essen, hatten wir uns nach einem Online-Blick auf die Standardkarte gefragt. Prime Beef gibt es in Stuttgart zur Genüge, Austern (das halbe Dutzend für 19,50 Euro) sagen nichts über die Küchenleistung aus. Einen Burger (29,90 Euro) oder die Currywurst (12 Euro)?

Zum Glück bietet die Tageskarte, die vom international dekorierten Götz Rothacker verantwortet wird, Fisch und mehr. Als Gruß des Hauses gibt es Parmaschinken und drei Oliven für zwei. Das Rote-Bete-Carpaccio (13,50 Euro) mit einem aparten Matjesmix ist nordisch gut. Asiatisch ist ein Sashimi vom Thunfisch (22 Euro) mit Sojasoße, Wasabi und einer Spur süß-scharfem Chutney. Das cremige Limonendressing mit Kapern finden wir überflüssig. Ebenfalls von der Standardkarte nehmen wir Lammfilets (23 Euro). Das Kartoffelgratin ist gut gewürzt, das Ratatouille unserem Verständnis nach in zu wenig Olivenöl und zu viel Tomatenmark geschmort. Die drei kleinen Filets sind nicht wie gewünscht medium – aber gerade noch zart, dazu gibt es eine intensive Jus.

Die Tageskarte bietet Besseres

So weit, so gut, aber viel besser ist das Tagesgericht mit gegrilltem Rotbarsch, Erbsenpüree und Limonenschaum (27,50 Euro): rund, weich, harmonisch – und lady-like low-carb. Der Fisch ist außen kross, innen leicht glasig. Dass es mit dem Grillen nicht immer so klappt, sehen wir am Nachbartisch, wo das medium rare bestellte Rib Eye (je nach Herkunft 350 g für 44 Euro oder 300 g für 48 Euro) very well done ankommt. Als Dessert teilen wir uns ein ­Joghurteis (von Mövenpick) mit karamellisierten Oliven und Honig (8 Euro).

Mit dem Service hapert es noch, auch weil er uns nichts zu den Weinen sagen kann, außer: „Alle Sansibar-Weine sind gut“ – aber nicht günstig (0,2 l zwischen 7,80 und 12,50 Euro). Innen ist das Ambiente irgendwie zwischen stylish und gemütlich. Draußen sollte man einen Handtaschenhalter ordern, weil das teure Teil sonst auf der Straße steht. Die blanken Holztische sind schon voller unappetitlicher Flecken. Man werde nachölen, sagt die Betriebsleiterin Nadja Betzler. Das ist gut, denn für 127 Euro zu zweit mit Handbremse und ohne Aperitif (Champagner 10,50 bis 12,50 Euro für 0,1 l) erwarten wir insgesamt etwas mehr.

Die Bewertung:

Küche drei von fünf Sternen

Service zweieinhalb Sterne

Ambiente drei Sterne